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München (ots) - Ganzjahresreifen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit in
Deutschland: Im vergangenen Jahr nahmen sie laut Zahlen des Bundesverbands
Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) erstmals den Spitzenplatz bei den
Verkaufszahlen ein. Der ADAC begleitet diesen Trend mit dem dritten
Ganzjahresreifentest in Folge. Im Fokus stand dieses Jahr die Dimension 185/65
R15, die speziell für Kleinwagen geeignet ist. Wie üblich müssen
Ganzjahresreifen im Test ein breites Spektrum abdecken: Von Handling- und
Bremsprüfungen auf trockener und nasser Fahrbahn bis hin zu Untersuchungen auf
schneebedecktem Untergrund. In die Bewertung fließen auch die Laufleistung und
weitere Umweltfaktoren (z.B. Lautstärke und Spritverbrauch) ein.
In den Ergebnissen zeigt sich ein klarer Trend: Manche Hersteller von
Ganzjahresreifen schreiben dem Markt für Kleinwagen offenbar nur eine
untergeordnete Bedeutung zu. Das zeigt sich einerseits an dem Fakt, dass Marken
wie etwa Bridgestone und Michelin bereits neuere Ganzjahresreifenmodelle auf dem
Markt haben, diese aber nicht in der kleineren Testdimension anbieten.
Anderseits verdeutlichen dies auch die Testergebnisse: Nur ein Modell, der
Continental AllSeasonContact 2, erreicht mit dem Gesamturteil 2,3 ein gutes
Gesamtergebnis. Er bietet die Eigenschaften, die man sich von einem guten
Ganzjahresreifen erhofft: Durchweg solide Fahr- und Bremsleistungen auf allen
Untergründen sowie eine zufriedenstellende Umweltbilanz. Die gute
Gesamtbewertung knapp verfehlt haben der Pirelli Cinturato All Season SF 3 und
der Michelin CrossClimate 2 (beide Gesamturteil 2,6). Sie können nicht auf allen
Untergründen eine gute Fahrleistung zeigen, sind aber in Summe dennoch
empfehlenswerte Reifen.
Ganze acht Reifen aus dem Testfeld können dagegen nicht empfohlen werden. In
einigen Fällen zeigt sich das bekannte Dilemma: Die Reifen wurden weitgehend für
eine Fahraufgabe spezialisiert und haben bei anderen Bedingungen merkliche
Probleme. Besonders verdeutlicht das der Dunlop All Season 2, der auf
winterlicher Fahrbahn die beste Bewertung im gesamten Testfeld einfährt, dafür
mit trockener Straße gar nicht gut zurechtkommt. Am Ende des Testfelds landen
fünf Reifen, die mit einer mangelhaften Gesamtbewertung ein Sicherheitsrisiko
darstellen. Dies betrifft die Modelle Norauto 4 Seasons 2 (Gesamturteil 4,9),
Bridgestone Weather Control A005-Evo und Mastersteel All Weather 2 (beide 5,3),
sowie Roadhog RGAS02 (5,4) und Tomason Allseason (5,5). Alle sind auf
winterlicher Fahrbahn überfordert und zeigen zudem auch Schwächen in mindestens
einer weiteren Disziplin. Bei dem Roadhog und Mastersteel handelt es sich um
annähernd baugleiche Produkte, die sogar in der gleichen Fabrik hergestellt
werden. Allerdings bedienten sich die Marken bei unterschiedlichen Zulieferern,
was die geringfügigen Unterschiede in den Testergebnissen zur Folge hat.
Der ADAC Ganzjahresreifentest verdeutlicht abermals, dass sich Autofahrer bei
der Reifenwahl nicht auf Markennamen, Preise oder Labelangaben verlassen
sollten. Ganz besonders im Kleinwagenbereich muss Verbrauchern bewusst sein,
dass manche Hersteller hier nicht die neuesten Produkte auf dem Markt anbieten.
Im Sinne der Verbraucher fordert der ADAC, dass die neuesten Technologien
flächendeckend angeboten werden, da auch die kleinen Reifendimensionen eine hohe
Relevanz am Markt darstellen. Generell gilt die ADAC Empfehlung, dass
Ganzjahresreifen besonders für Gelegenheitsfahrer geeignet sind. Wer häufig in
extremen Bedingungen (z.B. Hitze, oder starker Winter) unterwegs ist oder
generell viel fährt, sollte besser auf spezialisierte Modelle für Sommer und
Winter setzen.
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