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Karlsruhe (ots) - Im Rahmen der Aktionswoche "Bekämpfung und Verhinderung von
Straftaten zum Nachteil älterer Menschen" informiert die Polizei Karlsruhe zum
Thema "Betrug und Diebstahl an der Haustür".
Kriminelle verfolgen an der Haustür meist ein Ziel: Sie wollen in die Wohnung
ihrer Opfer gelangen, um dort Bargeld, Schmuck und andere Wertsachen zu stehlen.
Besonders Seniorinnen und Senioren stehen im Fokus der Täter, da sie tagsüber
häufiger erreichbar sind. Die Folgen wiegen meist schwer, da die Straftat den
privaten Rückzugsort verletzt. Wie bei betrügerischen Telefonanrufen nutzen die
Täter gezielt die Sorge, Hilfsbereitschaft oder Unsicherheit ihrer Opfer aus.
Dabei agieren sie oft mit beachtlichem schauspielerischem Geschick und nutzen
vielfältige Maschen.
Gängige Methoden im Überblick:
Falsche Amtspersonen: Betrüger geben sich als Polizisten, Behördenvertreter oder
Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen aus. Mit gefälschten Dienstausweisen
täuschen sie eine offizielle Funktion vor, um Einlass zu erhalten.
Vortäuschen einer Notlage: Kriminelle bitten um ein Glas Wasser, einen Stift
oder die Nutzung der Toilette. Teilweise geben sie sich auch als Paketbote oder
Handwerker aus und weisen auf einen angeblichen Wasserrohrbruch im Haus hin, der
schnellstmöglich behoben werden muss. Wird die Tür geöffnet und danach nicht
vollständig geschlossen, kann eine zweite Person unbemerkt die Wohnung betreten
und die Räume nach Wertsachen durchsuchen.
Haustürgeschäfte: Hier treten Täter als Firmenmitarbeiter auf und drängen zum
Abschluss von Zeitungsabonnements, Energie- oder Telefonverträgen. Sie
versprechen Gewinne oder geben vor, für soziale Projekte zu arbeiten. Auch
spontane Handwerkerleistungen wie Dach- oder Pflasterarbeiten werden angeboten,
die später gar nicht oder nur minderwertig ausgeführt werden.
Präventionstipps der Polizei:
Türspion und Sperrbügel nutzen: Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür
durch den Türspion oder das Fenster genau an. Öffnen Sie die Tür nur bei
vorgelegtem Sperrriegel oder sprechen Sie durch die geschlossene Tür.
Keine Fremden einlassen: Sie sind nicht verpflichtet, unangemeldete Personen
hereinzulassen. Ziehen Sie im Zweifel Nachbarn hinzu oder vereinbaren Sie einen
späteren Termin.
Ausweise sorgfältig prüfen: Verlangen Sie von Amtspersonen oder Handwerkern
immer den Dienst- oder Firmenausweis. Rufen Sie bei geringsten Zweifeln die
entsprechende Behörde oder Stelle an. Suchen Sie die Telefonnummer selbst heraus
und lassen Sie den Besucher währenddessen vor der verschlossenen Tür warten.
Nur bestellte Handwerker empfangen: Gewähren Sie nur Personen Einlass, die Sie
selbst beauftragt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt wurden.
Mut zur Deutlichkeit: Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher,
sprechen Sie diese laut an oder rufen Sie laut um Hilfe.
Nachbarschaftshilfe: Vereinbaren Sie mit Ihren Nachbarn, sich bei unbekannten
Besuchern gegenseitig zu unterstützen.
Besonderheiten bei Haustürgeschäften:
Kein Zutritt für Unbekannte: Lassen Sie Vertreter nur herein, wenn Sie sich
absolut sicher über deren Seriosität sind (zum Beispiel durch Gewerbeschein oder
Empfehlung).
Keine Unterschrift unter Zeitdruck: Tätigen Sie keine Spontankäufe. Lassen Sie
sich nicht drängen und prüfen Sie das Angebot in aller Ruhe. Unterschreiben Sie
nichts, was Sie nicht vollständig verstanden haben. Ziehen Sie gegebenenfalls
Nachbarn oder Bekannte als Zeugen dazu.
Keine Barzahlung oder Vorkasse: Leisten Sie niemals Barzahlungen an der Haustür
und zahlen Sie nicht im Voraus. Gesetzlich sind Sofortzahlungen über 50 Euro bei
Haustürgeschäften verboten.
Vertragsdaten prüfen: Achten Sie auf das korrekte Datum und verlangen Sie eine
lesbare Kopie des Vertrages mit Namen und Anschrift des Vertragspartners. Dies
ist für Ihr 14-tägiges Widerrufsrecht entscheidend.
In allen Fällen gilt: Bei einem schlechten Bauchgefühl oder aufdringlichem
Verhalten sollten Betroffene die Tür sofort schließen und die Polizei unter der
Notrufnummer 110 verständigen.
Angehörige und das soziale Umfeld können einen entscheidenden Beitrag zum Schutz
älterer Menschen leisten. Die Polizei rät, die Kriminalitätsphänomene am
Telefon, an der Haustür und unterwegs regelmäßig in der Familie, im
Freundeskreis und in der Nachbarschaft zu thematisieren. Ein offener Austausch
schafft Sicherheit und bereitet auf den Ernstfall vor.
Weitere Informationen zu Betrug und Diebstahl an der Haustür finden Sie auf dem
Internetauftritt der Polizeilichen Kriminalprävention:
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/haustuerbetrug/ . Im
Bereich der Haustürgeschäfte steht Ihnen für weitere Informationen auch Ihre
örtliche Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentrale.de zur Verfügung.
Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Karlsruhe
Telefon: 0721 666-1111
E-Mail: pressestelle.ka@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/110972/6261137
OTS: Polizeipräsidium Karlsruhe
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