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Berlin (ots) - "Die Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus auf den
Groß- und Außenhandel nehmen spürbar zu. Die steigenden Transport- und
Energiekosten sind für viele Unternehmen im Logistikbereich kaum noch zu
schultern. Die Lage im Logistikbereich ist durch die stetig steigenden Preise
inzwischen dramatisch. 90 % der Unternehmen des Groß- und Außenhandels leiden
unter gestiegenen Transportkosten. Die Bundesregierung muss weiterhin auf
diplomatischem Weg versuchen, auf ein rasches Ende des Konflikts hinzuwirken",
fordert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel,
Dienstleistungen (BGA), anlässlich einer aktuellen Umfrage des Verbandes zu den
Auswirkungen der Krise und der Hormus-Sperrung.
Jandura ergänzt: "Durch die Blockade haben wir deutliche Einschränkungen des
Schiffsverkehrs und Verzögerungen bei der Luftfracht. Durch den gestiegenen
Ölpreis und die Energiekosten haben wir nun auch große Belastungen im
Lieferverkehr über die Straße. Die gesamte Lieferkette gerät unter Druck. Auch
die Folgen des Ölmangels in Asien spüren wir zunehmend. Es kommt vermehrt zu
Lieferausfällen von Produkten von dort."
"Noch spüren wir die Auswirkungen dieses Konfliktes hauptsächlich bei den
Energiepreisen. Ein Viertel aller Befragten berichtet aber bereits von
Produktionsausfällen aufgrund gestiegener Energiekosten. Mit einer Verschärfung
von Material- und Warenengpässen rechnen fast 60 % aller Unternehmerinnen und
Unternehmer. Das sorgt dafür, dass wir uns in der zweiten Jahreshälfte
höchstwahrscheinlich mit deutlich steigenden Preisen beschäftigen müssen. Die
Versorgung der Bevölkerung ist dabei nicht gefährdet, aber es wird eine
Einschränkung der Angebotsvielfalt geben - im Food-, wie im Non-Foodbereich,
sollte die Sperrung weiter anhalten", erläutert Jandura.
Und weiter: "Die Sorge vor Warenengpässen belastet vor allem kleine und mittlere
Unternehmen. Laut unserer Umfrage reagiert fast die Hälfte aller Händlerinnen
und Händler momentan mit dem Aufbau zusätzlicher Lagerbestände. Das bindet
Kapital und belastet die Liquidität, die nach den Jahren der Rezession schon
sehr angespannt ist. Hier ist die Bundesregierung gefragt, dringend die
versprochenen Entlastungen für den Mittelstand umzusetzen. Sonst nehmen
Insolvenzen und Arbeitsplatzabbau bei den Unternehmen weiter zu."
"Die Energiepreise und die Engpässe werden aller Erwartung nach noch lange nach
dem Krieg bleiben, da viele Produktionsanlagen beschädigt oder zerstört wurden.
Auf Frieden zu drängen reicht uns bei den wirtschaftlichen Folgen nicht. Aus
rein wirtschaftlicher Sicht wäre es wichtiger, die Blockade zu beenden und
dauerhaft die Passage für die internationale Schifffahrt zu sichern und das ohne
Beschuss und ohne Gebühren", analysiert Jandura die Ergebnisse.
"Wir Europäer können diese Krise nicht lösen. Unsere Unternehmen wünschen sich
aber, dass sich die Bundesregierung diplomatisch für eine Beendigung der Krise
und damit für eine Entspannung der Situation einsetzt. Das ist aber nicht genug.
Die Bundesregierung hilft uns sehr, wenn sie endlich die strukturellen
Rahmenbedingungen verbessert. Der Tankrabatt ist eine Maßnahme mit der Gießkanne
und ohne große Effekte. Eine Senkung der Energiesteuern auf ein europäisches
Mittelmaß wäre deutlich zielführender. Nicht zuletzt fordern unsere Mitglieder
Reformen für den Standort. Besonders die KMU trifft die übermäßige
Bürokratiebelastung. Dass das völlig überflüssige
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz immer noch nicht abgeschafft ist, ist ein
schlechter Witz", so der Unternehmer abschließend.
Pressekontakt:
Iris von Rottenburg
Abteilungsleiterin Kommunikation
Frederike Röseler
Pressesprecherin
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OTS: BGA Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e
.V.
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