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Berlin (ots) - Nationalteam Baugewerbe holt Gold und Silber bei den WorldSkills
2026
Vom 22. bis 27. September fanden die 48. Weltmeisterschaften der Berufe, die
WorldSkills 2026, in Shanghai statt. Das Nationalteam Baugewerbe ging in fünf
Gewerken an den Start und kämpfte sich in zwei Wettbewerben in die
Medaillenränge:
- Tim Arnold (20) und Jakob Distler (20) aus Bayern holen Gold im Wettbewerb der
Beton- und Stahlbetonbauer
- Florian Dorer (22) aus Baden-Württemberg gewinnt Silber im Wettbewerb der
Zimmerer
- Niko Schleicher (21) aus dem Saarland wird Fünfter im Wettbewerb der
Fliesenleger und erhält eine "Medal of Excellence" für eine besonders hohe
Punktzahl
- Leonhard Eham (20) aus Bayern erkämpft sich im Wettbewerb der Maurer den 6.
Platz und erhält ebenfalls eine "Medal of Excellence"
- Maximilian Buerger , der kurz vor Beginn der WorldSkills für die erkrankte
Anna-Petra Vogel im Wettbewerb der Stuckateure eingesprungen ist, erreicht
einen stolzen 9. Platz von 14 angetretenen Nationen.
Begleitet und trainiert werden die Teilnehmer von den Bundestrainerinnen und
Bundestrainern: Betonbaumeisterin Jule Janson, Zimmerermeister Michael Rieger,
Fliesenlegermeister Marcel Beyer, Maurermeister Kevin Kuck sowie Stuckateur- und
Trockenbaumeister Josef Gruber .
ZDB-Vizepräsident Rüdiger Otto begleitete das Team nach Shanghai und lobte die
Ausnahmehandwerker: "Was für eine starke Leistung unseres Teams! Alle haben
gekämpft, alles gegeben und gezeigt, was in ihnen steckt. Ganz besonders freuen
wir uns natürlich über das Gold für unsere beiden Beton- und Stahlbetonbauer und
über die Silbermedaille für unseren Zimmerer! Aber auch die, die es nicht auf
die Medaillenplätze geschafft haben, können unglaublich stolz auf sich sein. Ich
habe größten Respekt vor dem, was sie erreicht haben. Denn eines ist klar: Bei
einer Weltmeisterschaft dabei zu sein, ist alles andere als selbstverständlich.
Schon der Ausscheidungskampf in Deutschland hatte es in sich und die
Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft hat allen jede Menge Zeit, Kraft und
Nerven abverlangt."
"Umso mehr danken wir allen, die diesen Weg mitgegangen sind und unser Team
unterstützt haben: unserem Trainerteam und den Betreuerteams aus den
verschiedenen Gewerken, den Familien und Ausbildungsbetrieben, den
Ausbildungszentren und natürlich allen Unterstützerinnen und Unterstützern aus
unserer großen Baufamilie."
"Die Weltmeisterschaft hat einmal mehr gezeigt, wie viel Können und Leidenschaft
in unserem Nachwuchs steckt. Und sie macht deutlich, wie wichtig eine gute
Ausbildung am Bau ist. Sie ist das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft in
der Bauwirtschaft. Unsere baugewerblichen Unternehmen leisten dabei Großartiges:
Sie bilden rund 80 Prozent der Auszubildenden am Bau aus. Darauf können wir
richtig stolz sein!"
Über das Nationalteam Baugewerbe
Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes vereint die besten
Nachwuchshandwerkerinnen und Nachwuchshandwerker der Gewerke Fliesenleger,
Maurer, Zimmerer, Stuckateur sowie Beton- und Stahlbetonbau . Träger des Teams
ist der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB).
Mit der Teilnahme an internationalen Berufswettbewerben fördert der ZDB
Spitzenleistungen im Bauhandwerk und macht die hohe Qualität der dualen
Ausbildung sichtbar. Die Mitglieder des Nationalteams sind zugleich
Botschafterinnen und Botschafter für eine der größten und wichtigsten
Wirtschaftsbranchen Deutschlands.
Weiteres Bildmaterial finden Sie hier (https://www.zdb.de/meldungen/nationalteam
-baugewerbe-holt-gold-und-silber-bei-den-worldskills-2026) und unter
http://www.nationalteam-baugewerbe.de/
WorldSkills 2026 in Shanghai
Unter dem Motto "Master Skills Change Your Future" nahmen mehr als national
1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 70 Ländern und Regionen in 64
Berufen an der Weltmeisterschaft der Berufe teil. Deutschland war als "Team
Germany" (WorldSkills Germany) mit insgesamt 36 Spitzenfachkräften in 31
Disziplinen vertreten - darunter auch das Nationalteam Baugewerbe mit sechs
Teilnehmern in fünf Gewerken.
Leistungsstarke Partner
Die Teilnahme des Nationalteams Baugewerbe an internationalen Wettbewerben ist
nur mit der Unterstützung starker Partner möglich. Zu den Sponsoren gehören
Adolf Würth GmbH & Co. KG, BRZ Deutschland GmbH, Collomix GmbH, Nevaris
Bausoftware GmbH, STABILA Messgeräte, VHV Versicherungen sowie die
Zertifizierung Bau GmbH.
Kurzbeschreibung der Aufgaben
Zimmerer
Im Wettbewerb der Zimmerer musste ein Pavillon in Holzständerbauweise gefertigt
werden. Die Konstruktion bestand aus insgesamt drei Modulen, die präzise
geplant, gefertigt und montiert werden mussten.
Das erste Modul bildete die Balkenlage als klassischen Unterbau des Pavillons.
Diese ruhte auf sechs Podesten und wurde so ausgeführt, dass anschließend eine
Treppe angebaut werden konnte.
Das zweite Modul umfasste vier Wände in Holzständerbauweise mit einer
integrierten Tür, einer eingelassenen Strebe und einer Plattenbeplankung. Die
Wände mussten zunächst gefertigt und anschließend aufgestellt werden.
Das dritte Modul bestand aus einem Walmdach mit schrägem Giebel und
verschiedenen Abschlussbrettern. Die Umsetzung erfolgte teilweise auf Grundlage
eigener Berechnungen und teilweise nach vorgegebenen CAD-Plänen.
Maurer
Die Aufgabe der Maurer bestand darin, drei große, massive Module mit einem
außergewöhnlich hohen Materialaufwand zu erstellen. Dabei galt es, die größte
Anzahl an Mauersteinen zu verarbeiten, die jemals bei einer Weltmeisterschaft im
Maurerhandwerk verbaut wurde.
Modul 1 bildete den Unterbau für Modul 3 und bestand aus einer langen, massiven
Wand mit einer Fensteröffnung. In dieser wurde das Kleeblatt als Form des
Messegeländes dargestellt. Die Umsetzung erforderte zahlreiche aufwändige
Schrägschnitte und Abgratungen an den Steinen. Ergänzt wurde das Mauerwerk durch
eine Jahreszahl sowie zwei gedrehte Säulen, die für die asiatische Region
typisch sind.
Modul 2 war eine eigenständige Wand, die durch ein anspruchsvolles Mauerwerk aus
unterschiedlich angeordneten, stehenden und liegenden Steinschichten geprägt
war. Zusätzlich wurden die Initialen "SH" für Shanghai harmonisch in das
Mauerwerk integriert. Modul 3 wurde auf dem ersten Modul errichtet und bildete
zusammen mit diesem eine bauliche Einheit. Die gesamte Aufgabe verlangte höchste
Präzision, handwerkliches Können und ein großes Maß an Ausdauer - insbesondere
angesichts der komplexen Steinbearbeitung und der außergewöhnlich großen Menge
an zu verarbeitendem Material.
Fliesenleger
Die diesjährige Aufgabe der Fliesenleger umfasste insgesamt vier Module, die
innerhalb von nur 22 Stunden unter hohem Zeitdruck gefertigt werden mussten. Das
erste Wandmodul bestand aus einem anspruchsvollen Schnittbild in Kombination mit
einer großformatigen Fliese. Eine besondere Herausforderung stellten dabei die
unterschiedlichen Fliesenstärken dar, die beim Verlegen und bei der Ausführung
des Schnittbildes berücksichtigt werden mussten.
Im zweiten Wandmodul wurde eine chinesisch inspirierte Tür mit einer Nische
gestaltet. Auch hier erschwerten unterschiedliche Fliesenstärken die Arbeit. Die
Tür wurde mit goldfarbenen Aluminiumschienen eingefasst, die das gestalterische
Konzept und den chinesischen Stil unterstrichen.
Das dritte Modul war eine konstruktive Aufgabe. Zunächst musste eine Trennwand
gemauert werden, in die ein Waschtisch integriert wurde. Die Waschtischfläche
wurde geradlinig und ohne ein eingesetztes Becken gestaltet. Das Gefälle wurde
durch einen entsprechenden Gefälleschnitt dargestellt. Zwei Öffnungen
symbolisierten dabei den Ablauf und die Wasserzufuhr.
Im vierten Modul musste eine Bodenfläche mit integriertem Duschbereich gefertigt
werden. Eine besondere Herausforderung war die präzise Einhaltung der
vorgegebenen Maße, die sich am zuvor festgelegten Meterriss orientierten. Dieser
diente als verbindliche Höhen- und Maßreferenz für die gesamte Ausführung. Hinzu
kam die fachgerechte Ausbildung des Gefälles, das durch einen angedeuteten
Gefälleschnitt dargestellt wurde.
Stuckateure
Die Aufgabe im Wettbewerb der Stuckateure bestand aus fünf Modulen. Im ersten
Modul musste die Trockenbaukonstruktion mit einer Größe von etwa 2,30 m × 2,30 m
errichtet und beplankt werden. Dabei galt es, Fenster- und Türöffnungen zu
integrieren. Im zweiten Modul wurden die entstandenen Flächen fachgerecht
verspachtelt. Dazu gehörten das Setzen von Eckschutzschienen, das Einlegen von
Bewehrungsstreifen in die Fugen sowie die saubere Ausarbeitung von Innen- und
Außenecken.
Im dritten Modul folgten die Putzarbeiten. Hierfür wurde ein vorgegebenes
kleines Logo abgeklebt und anschließend Scheibenputz aufgetragen und
strukturiert. Besonders wichtig war dabei, die Kanten sauber auszuarbeiten,
damit das Motiv klar erkennbar blieb. Das vierte Modul bildete das sogenannte
Speedmodul, bei dem Stuckarbeiten im Mittelpunkt standen. Die Aufgabe bestand
darin, ein vorgegebenes Symbol aus einem Quadrat und einem Sechseck, die
ineinander übergingen, präzise umzusetzen. Dabei waren sowohl eine exakte
Formgebung als auch saubere Übergänge und eine zügige Arbeitsweise gefragt.
Im fünften und letzten Modul, dem Freestyle, konnten die Teilnehmer ihre
Kreativität unter Beweis stellen. Innerhalb von zwei Stunden mussten sie ein
zuvor selbst entworfenes Wanddesign auf die Wandfläche übertragen und
handwerklich umsetzen. Am Ende entstand so ein individuell gestalteter Raum, den
die Teilnehmer eigenständig aufgebaut und Schritt für Schritt handwerklich
veredelt hatten.
Beton- und Stahlbetonbau
Die Aufgabe im Wettbewerb der Beton- und Stahlbetonbauer bestand darin, im
Zweierteam fünf Module zu errichten. Im ersten Modul, einer Wandkreuzung, musste
in die erste Wand eine herzförmige Aussparung eingeschalt werden. In der darauf
zulaufenden zweiten Wand war ein Hexagon in Anlehnung an das WorldSkills-Logo
darzustellen. Anschließend wurde die Schalung einschließlich des erforderlichen
Gerüsts fertiggestellt und betoniert. Das zweite Modul bestand aus einer Treppe,
deren Gestaltung an eine chinesische Gartenbrücke angelehnt war. Sie umfasste
sechs Stufen und eine halbkreisförmige Aussparung im unteren Bereich. Auch
dieses Bauteil musste vollständig eingeschalt und betoniert werden. Im dritten
Modul wurde ein Tisch in Anlehnung an das WorldSkills-Logo hergestellt. Seine
Form basierte auf einem Hexagon, wobei die Tischplatte zunächst konisch nach
unten zur Mitte verlief, in eine sechseckige Stütze überging und sich im unteren
Bereich erneut konisch zu einem Fuß verbreiterte. Auch dieses Bauteil musste
betoniert werden. Das vierte Modul umfasste die Herstellung eines
Bewehrungskorbs, der aufgestellt und befestigt werden musste. Im fünften und
letzten Modul wurde eine Betonstele gefertigt, die als gestalterisches
Schaustück diente. In ihrer Oberfläche befand sich ein vertieftes Hexagon, in
dessen Mitte die Jahreszahl 26 nochmals tiefer eingearbeitet wurde. Eine
besondere Herausforderung des Wettbewerbs bestand darin, dass sämtliche Bauteile
vollständig eingeschalt und betoniert werden mussten. Vor allem der hohe
Arbeitsaufwand und die Vielzahl der einzelnen Konstruktionen machten die Aufgabe
zu einer großen zeitlichen Herausforderung.
Pressekontakt:
Iris Rabe
Leiterin Abteilung Kommunikation und Presse
Zentralverband Deutsches Baugewerbe
Kronenstr. 55-58
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OTS: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe
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