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"nd.DerTag": Erbenrepublik West - Kommentar zum weiter bestehenden Unterschied bei Vermögen und Erbschaften in Ost und West |
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| 29.09.2026 21:00 Uhr |
nd.DerTag / nd.DieWoche |
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Berlin (ots) - Man mag es kaum glauben: 36 Jahre nach dem Beitritt der DDR zur
Bundesrepublik gibt es gerade in Sachen Vermögen und Löhne weiter drastische
Unterschiede zwischen Ost und West. Bei Vermögensübertragungen an die nächste
Generation findet bis heute fast alles, was steuerlich relevant ist, im Westen
statt: 95 Prozent des Gesamtwerts der besteuerten, also großen Erbschaften und
Schenkungen. Pro Kopf wurde im Westen 2025 viermal so viel vererbt wie in
Ostdeutschland.
Das kann natürlich nicht verwundern, wenn gleichzeitig die Löhne Ost immer noch
um ein Fünftel niedriger sind als die im Westen. Letzteres ist Folge der
Deindustrialisierung in den 90er Jahren und der seither kleinteiligen
Wirtschaftsstruktur mit kaum vorhandener Tarifbindung. Der Frust darüber wird
sicher nicht kleiner werden, wenn Politiker in ihren Reden zum "Stand der
deutschen Einheit" wieder mal allein die verblichene "SED-Diktatur" für alle
Verwerfungen verantwortlich machen.
Ein Faktor, der Ungleichheit zementiert, ist die nach wie vor viel zu niedrige
Besteuerung großer Erbschaften und Schenkungen. Das Erbschaftsteuer- und
Schenkungsteuergesetz sieht bekanntlich eine "Verschonungsbedarfsprüfung" vor.
Verschont von der Besteuerung werden dadurch aber nicht etwa die
Betriebsvermögen kleiner und mittelständischer Unternehmen, sondern solche im
Wert von mehr als 26 Millionen Euro.
Der Verzicht des Staates auf Beiträge der Reichsten für das Gemeinwesen, während
für Aufrüstung gigantische Kreditsummen aufgenommen werden, stellt Ungleichheit
auf Dauer - in Ost wie West. Denn anteilig zahlen Normal- und Geringverdiener
viel mehr Steuern auf ihre Einkommen wie auch beim Einkauf via Mehrwertsteuer.
Das Steueraufkommen geht dann wiederum zu einem hohen Prozentsatz für
Zinszahlungen des Bundes drauf, die in diesem Jahr gut 30 Milliarden und 2027
schon 41 Milliarden Euro ausmachen. Für dringend nötige Investitionen in Erhalt
und Ausbau sozialer Infrastruktur, in Bildung und Klimaschutz fehlen diese
Gelder.
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