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DAV wehrt sich gegen Wiedereinführung von Zytostatika- und Hilfsmittel-Ausschreibungen (FOTO) |
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| 30.09.2026 18:45 Uhr |
ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. |
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Berlin (ots) - Der Deutsche Apothekerverband (DAV) lehnt die Wiedereinführung
von Ausschreibungen bei der Versorgung mit patientenindividuell hergestellten
Krebsarzneimitteln (Zytostatika) und Hilfsmitteln vehement ab. Entsprechende
Regelungen, die bereits in den Jahren 2016 und 2017 galten, sollen nach bekannt
gewordenen Änderungsanträgen zum Notfallreformgesetz für zusätzliche
Einsparungen bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sorgen. Der DAV
warnt jedoch vor erheblichen Risiken für die Versorgung.
DAV-Vorsitzender Dr. Hans-Peter Hubmann erklärt: "Die Versorgung von
Krebspatientinnen und Krebspatienten ist extrem sensibel, sie braucht kurze Wege
und eingespielte Strukturen. Die enge Zusammenarbeit von behandelnder
Arztpraxis, herstellender Apotheke und Patientinnen und Patienten vor Ort ist
ein wesentlicher Faktor für eine sichere und hochwertige Versorgung.
Ausschreibungen würden diese bewährten Versorgungsstrukturen zerstören und die
wohnortnahe Betreuung der Patientinnen und Patienten schwächen." Dr. Hubmann
warnt zudem vor strukturellen Negativfolgen im Apothekenmarkt: "Die
Ausschreibungen werden dazu führen, dass nur noch einige wenige Apotheken die
Versorgung mit Zytostatika übernehmen. Diese Marktkonzentration gefährdet die
Existenz etlicher spezialversorgender Apotheken und damit die wohnortnahe
Versorgung vieler Patientinnen und Patienten."
Auch wirtschaftlich ist die Maßnahme unnötig. Denn: Nach einem Schiedsspruch vom
9. September dieses Jahres treten zum 1. Oktober 2026 bereits neue Preise in der
"Hilfstaxe" (Vertrag über die Preisbildung für Stoffe und Zubereitungen aus
Stoffen) in Kraft. Weil dadurch die Herstellerrabatte von den Apotheken an die
Krankenkassen weitergegeben werden, werden nach vorläufigen Berechnungen bereits
160 Millionen Euro pro Jahr eingespart. Hubmann dazu: "Durch den erfolgten
Schiedsspruch sparen wir ab Oktober einen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr
ein und leisten damit einen weiteren Beitrag zur Stabilisierung der
GKV-Finanzen. Die nun geplanten Ausschreibungen würden also keinen nennenswerten
zusätzlichen Nutzen bringen, dafür aber erhebliche Risiken für die
Patientenversorgung", so Dr. Hubmann.
Der DAV kritisiert auch die ebenfalls bekannt gewordenen Pläne der
Bundesregierung zur Wiedereinführung der Hilfsmittel-Ausschreibungen. Dr.
Hubmann dazu: "Ähnlich wie in der onkologischen Versorgung ist es auch bei
Hilfsmitteln so, dass die Patientinnen und Patienten eine möglichst individuelle
Beratung und Versorgung benötigen. Wenn nur noch der Preis bei der Beauftragung
eines Leistungserbringers zählt, wird die Versorgungsqualität zwangsweise
leiden."
Mehr Informationen unter http://www.abda.de
Pressekontakt:
Benjamin Rohrer, Pressesprecher, 030 40004 132, mailto:presse@abda.de
Christian Splett, Stv. Pressesprecher, 030 40004 137, mailto:c.splett@abda.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7002/6362446
OTS: ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.
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Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.
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