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"nd.DerTag": Die Energiewende ist entschieden - Kommentar zum aktuellen Statusreport der globalen Nuklearindustrie |
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| 30.09.2026 20:50 Uhr |
nd.DerTag / nd.DieWoche |
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Berlin (ots) - Unterzieht man den Hype um eine angebliche Renaissance der
Atomkraft einem Realitätscheck, zeichnet sich ein klares Bild ab: Ungeachtet
einer leichten Zunahme der nuklearen Stromproduktion ist der weltweite Anteil
von Atomstrom auf ein 45-Jahres-Tief von 8,8 Prozent abgerutscht. Dies belegt
klar, dass die Kernkraft mit dem rasanten Wachstum des globalen Strombedarfs und
dem Wachstum der erneuerbaren Energien nicht Schritt halten kann.
Der aktuelle Statusreport zeigt zudem: Atomkraft im Jahr 2026 ist im
Wesentlichen ein chinesisch-russisches Staatsprojekt. Kein Wunder, denn
Neubauten sind aufgrund explodierender Kosten und jahrzehntelanger Verzögerungen
privatwirtschaftlich kaum noch finanzierbar. Wer heute auf Atomkraft setzt,
begibt sich in eine teure Kostenfalle sowie in technologische und finanzielle
Abhängigkeit von diesen beiden Staaten.
Klar wird auch: Primäre Treiber gegen die Kernkraft sind nicht mehr
Sicherheitsbedenken und das ungelöste Atommüllproblem, sondern ökonomische
Erkenntnisse: Während die Kosten für Solarenergie in den letzten 15 Jahren um
mehr als 80 Prozent eingebrochen sind, stiegen die für Atomstrom im selben
Zeitraum um etwa 75 Prozent. Dass Solarstrom erstmals den Atomstrom überflügelt
hat, ist daher auch keine Eintagsfliege, sondern markiert einen Wendepunkt.
Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien sind schneller zu bauen, billiger zu
betreiben und mittlerweile durch Großbatterien auch zunehmend
netzstabilisierend.
Die aktuellen Daten belegen, dass die globale Energiewende längst entschieden
ist. Der Ausbau der Atomkraft ist im globalen Maßstab zu langsam und zu teuer,
um eine tragende Rolle beim schnellen Klimaschutz zu spielen. Außerhalb Chinas
geht es um eine Nischentechnologie, und die vermeintliche Renaissance ist kaum
mehr als eine Laufzeitverlängerung alternder Reaktorflotten.
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