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Berlin (ots) -
- Höchstes Vertrauen für ÖRR: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk vor Wahlen
weiterhin Spitzenreiter im Medienvergleich
- Skepsis durch Social Media: Geringeres Vertrauen in klassische Medienformate
bei primärem Konsum über soziale Netzwerke
- Generationen-Kluft: Hohes Vertrauen in Social-Media-Inhalte bei einem Drittel
der 18- bis 29-Jährigen (vs. 8 Prozent bei Über-50-Jährigen)
Nach den diesjährigen Landtags- und Kommunalwahlen stehen die Zeichen auf
Umbruch. Dass dieser bereits beim inhaltlichen Parteienvergleich der Wähler und
Wählerinnen beginnt, legt eine neue Umfrage nahe: Um zu untersuchen, wie sich
ein unterschiedliches Leseverhalten auf das Medienvertrauen auswirkt, hat die
digitale Magazin- und Zeitungs-App Readly (http://www.readly.co/de) gemeinsam
mit Civey 2.500 Personen befragt. Im Mittelpunkt stand dabei der Vergleich
zwischen Befragten, die sich hauptsächlich über klassische Medienformate wie z.
B. über News-Apps sowie digitale und gedruckte Zeitungen und Magazine
informieren, und jenen, die Nachrichten primär über soziale Medien beziehen. Die
Ergebnisse zeigen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) unter den
abgefragten Medienarten weiterhin das höchste Vertrauen genießt, der prägende
Informationskanal und das Alter das gefühlte Vertrauen jedoch beeinflussen.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk führt im Medienvergleich
Beim sachlichen Vergleich von Parteiinhalten erweist sich der
öffentlich-rechtliche Rundfunk als stärkste Kraft: Insgesamt geben mehr als ein
Drittel (37 Prozent) der Befragten an, dem ÖRR (eher) zu vertrauen. Gedruckte
und digitale Zeitungen sowie Magazine schaffen bei 27 Prozent Vertrauen, während
Personen oder Kanäle in den sozialen Medien auf 15 Prozent kommen. Im
West-Ost-Vergleich liegt das Vertrauen im Westen mit 39 Prozent etwas höher als
im Osten mit 31 Prozent. Über die meisten Parteianhängerschaften hinweg liegt
das Vertrauen stabil zwischen 40 und 60 Prozent. Ausnahmen bilden Befragte mit
BSW-Wahlabsicht, deren Vertrauen mit 26 Prozent unter dem bundesweiten
Durchschnitt liegt, sowie Befragte mit AfD-Wahlabsicht, von denen 8 Prozent dem
ÖRR vertrauen.
Gianfranco Pannucci, Head of Growth bei Readly: "Unsere Umfrage zeigt deutlich,
dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die etablierten Verlage ein
unverzichtbares Ankerzentrum für das Medienvertrauen in Deutschland bilden.
Gleichzeitig sehen wir, dass der Trend zu sozialen Medien als
Hauptnachrichtenquelle die Wahrnehmung von Fakten verändert. Um dieser
Vertrauenskluft entgegenzuwirken, ist ein breiter und niederschwelliger Zugang
zu verlässlichem Journalismus über alle digitalen Kanäle hinweg wichtiger denn
je."
Mediennutzung prägt das Vertrauen in etablierte Formate
Der differenzierte Blick auf die beiden Studiengruppen offenbart deutliche
Unterschiede beim Medienvertrauen. Befragte, die ihre Nachrichten hauptsächlich
über klassische Medien beziehen, sprechen dem ÖRR zu 44 Prozent und Zeitungen
oder Magazinen zu 27 Prozent ihr Vertrauen aus. Bei Personen, deren
Hauptnachrichtenquelle soziale Medien sind, fällt dieses Vertrauen geringer aus
- hier vertrauen lediglich 5 Prozent dem ÖRR und 6 Prozent den Zeitungen und
Magazinen beim sachlichen Parteienvergleich.
Generationengraben beim Vertrauen in Social Media
Zudem zeigt sich beim Vertrauen in soziale Medien selbst eine klare Verschiebung
zwischen den Altersgruppen. Während in der Gesamtbevölkerung die Skepsis
gegenüber Newsfluencern und Social-Media-Kanälen überwiegt - 47 Prozent
vertrauen diesen Angeboten nicht oder eher nicht, unter Klassik-Nutzern sind es
73 Prozent -, zeichnet sich bei den Jüngeren ein anderes Bild ab. In der
Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen äußern 33 Prozent hohes Vertrauen in
Social-Media-Inhalte beim Parteienvergleich. Bei den Befragten ab 50 Jahren
liegt dieser Wert bei lediglich 8 Prozent.
"In einer zunehmend fragmentierten Medienlandschaft wird es für Konsument:innen
immer schwieriger, Falschinformationen von verlässlichen Quellen zu
unterscheiden", kommentiert Pannucci. "Es reicht nicht mehr aus, darauf zu
warten, dass jüngere Zielgruppen von selbst zu klassischen Medien finden. Wir
müssen ihre Medienkompetenz aktiv stärken und sie darin befähigen, digitale
Inhalte kritisch zu hinterfragen. Nur wenn wir ein fundiertes Verständnis für
verlässlichen Journalismus im Netz fördern, können wir der wachsenden Skepsis
nachhaltig entgegenwirken und gerade vor Wahlen die demokratische
Meinungsbildung schützen."
Readly ist einer der weltweit führenden Anbieter für digitales Lesen und bietet
über ein einziges Abonnement unbegrenzten Zugriff auf tausende Medientitel. Das
2012 in Schweden gegründete Unternehmen ist seit 2026 Teil der Cafeyn Group. Mit
Hauptsitzen in Paris, Berlin, London und Stockholm ist der Service in 15 Märkten
aktiv. Als Teil der Cafeyn Group trägt Readly dazu bei, den europäischen
Marktführer für vertrauenswürdige Informationen und Entertainment zu schaffen.
Dabei wird ein breiter Katalog an Premium-Inhalten mit einem flexiblen
Vertriebsmodell kombiniert, das sowohl den Direktvertrieb an Endkunden als auch
Partnerkanäle umfasst. Die Gruppe erreicht rund 2,5 Millionen Nutzer:innen und
bietet Zugang zu mehr als 5.200 Publikationen von über 1.100 Verlagen weltweit.
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