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Berlin (ots) - Chronische Nierenerkrankungen gehören zu den häufigen
Erkrankungen der Katze und treten insbesondere bei älteren Tieren auf. Die
Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und bleibt lange unbemerkt.
Regelmäßige Gesundheitschecks sind deshalb gerade bei älteren Katzen wichtig, um
Veränderungen der Nierenfunktion möglichst früh zu erkennen und zu behandeln.
Vor allem ältere Katzen sind betroffen
Das Risiko einer chronischen Nierenerkrankung steigt mit zunehmendem Alter.
Gerade bei älteren Katzen treten häufig mehrere Krankheitsbilder gleichzeitig
auf. Von besonderer Bedeutung sind Bluthochdruck oder eine
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Eine Hyperthyreose kann eine bereits
bestehende Einschränkung der Nierenfunktion zunächst verdecken. Deshalb sollte
bei älteren Katzen die Funktion der Nieren und der Schilddrüse sowie der
Blutdruck gemeinsam im Blick behalten werden.
Erste Veränderungen sind leicht zu übersehen
Eine chronische Nierenerkrankung entwickelt sich meist langsam. Zu Beginn können
die Veränderungen so unspezifisch sein, dass sie leicht als normale
Alterserscheinungen wahrgenommen werden. Die Katze wirkt beispielsweise ruhiger,
schläft mehr oder ist weniger aktiv als gewohnt.
Im weiteren Verlauf können vermehrter Urinabsatz und vermehrtes Trinken
auffallen. Bei Katzen sind diese Veränderungen nicht immer leicht zu erkennen,
etwa wenn mehrere Tiere im Haushalt leben oder die Katze auch draußen trinkt und
Urin absetzt. Gewichts- und Muskelverlust, verminderter Appetit und Schwäche
sind weitere mögliche Warnzeichen. Für ältere Tiere wird daher ein regelmäßiges
Wiegen empfohlen. Bei fortgeschrittener Erkrankung können Übelkeit und Erbrechen
hinzukommen.
Auch eine Blutarmut (Anämie) kann sich im Verlauf entwickeln, weil die
geschädigten Nieren weniger Erythropoetin bilden - ein Hormon, das die Bildung
roter Blutkörperchen anregt. Müdigkeit, Schwäche und verminderter Appetit können
dadurch verstärkt werden.
Fallen solche Veränderungen auf, sollte die Katze tierärztlich untersucht
werden.
Mehrere Untersuchungen führen zur Diagnose
Eine chronische Nierenerkrankung lässt sich nicht anhand eines einzelnen
Symptoms oder Laborwertes feststellen. Neben der Krankengeschichte und der
klinischen Untersuchung liefern vor allem Blut- und Urinuntersuchungen wichtige
Hinweise. Auch der Blutdruck sollte gemessen werden.
Je nach Befund können weitere Untersuchungen wie ein Ultraschall der Nieren und
Harnwege notwendig sein. Gleichzeitig müssen andere Ursachen für die Symptome
ausgeschlossen und Begleiterkrankungen berücksichtigt werden.
Behandlung richtet sich nach Stadium und Befund
Eine chronische Nierenerkrankung ist nicht heilbar. Ist sie nachgewiesen und die
Nierenfunktion stabil, wird sie nach den Kriterien der International Renal
Interest Society (IRIS) in vier Stadien eingeteilt. Die Einteilung hilft, die
Behandlung an Krankheitsstadium und individuelle Befunde anzupassen.
Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten möglichst zu verlangsamen,
Folgeerscheinungen zu begrenzen und Beschwerden zu lindern. Welche Maßnahmen
notwendig sind, richtet sich nach dem Krankheitsstadium und den individuellen
Befunden.
Besteht gleichzeitig Bluthochdruck, sollte dieser gezielt behandelt werden.
Weitere Maßnahmen richten sich nach den individuellen Beschwerden, etwa bei
Übelkeit oder Appetitverlust.
Auch eine durch die Nierenerkrankung bedingte Anämie kann gezielt behandelt
werden.
Nierendiät als wichtiger Therapiebaustein
Eine zentrale Rolle spielt die Kontrolle des Phosphathaushalts. Zunächst wird
die Phosphoraufnahme über die Nahrung reduziert. Reicht dies nicht aus, können
zusätzlich Phosphatbinder eingesetzt werden. Auch die Eiweißversorgung wird
angepasst. Dabei kommt es nicht auf einen möglichst weitgehenden Eiweißverzicht
an, sondern auf eine bedarfsgerechte Versorgung mit hochwertigem, gut
verwertbarem Protein. Wichtig ist zudem, dass die Katze die angebotene Nahrung
akzeptiert und ausreichend frisst. Frisst eine Katze nur wenig oder verliert sie
das Interesse am Futter, können appetitanregende Medikamente dabei helfen, sie
wieder zum Fressen zu motivieren und die Futteraufnahme zu unterstützen. Die
behandelnde Tierärztin oder der Tierarzt kann zu der passenden Fütterung beraten
und stimmt die erforderlichen Medikamente individuell auf das Tier ab.
Regelmäßige Kontrollen begleiten die Therapie
Eine chronische Nierenerkrankung kann sich im Laufe der Zeit verändern.
Regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen zeigen, wie sich die Nierenfunktion
entwickelt und ob die Behandlung angepasst werden muss. Auch Blutdruck,
Körpergewicht und Ernährungszustand sollten im Verlauf kontrolliert werden.
Der Verlauf ist von Katze zu Katze unterschiedlich. Eine frühzeitige Diagnose,
eine an das Krankheitsstadium angepasste Behandlung und regelmäßige
Verlaufskontrollen können dazu beitragen, die Erkrankung möglichst lange zu
stabilisieren und die Lebensqualität der Katze zu erhalten.
Weitere Informationen: Chronische Nierenerkrankung bei Katzen: Symptome,
Diagnose und Behandlung (https://www.bft-online.de/kleintiergesundheit/chronisch
e-nierenerkrankung-bei-katzen)
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