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Berlin (ots) - Der Deutsche Apothekerverband (DAV) begrüßt, dass die Versorgung
von Krebspatientinnen und -patienten mit Zytostatika gesichert bleibt, indem
keine Ausschreibungen unter Apotheken eingeführt werden. Dagegen lehnt der
Verband weiterhin die geplante Einführung von Ausschreibungen für Hilfsmittel
ab, weil sie erhebliche Risiken für die Versorgung von Patientinnen und
Patienten bergen. Morgen werden entsprechende Änderungsanträge zum
Notfallreformgesetz im Gesundheitsausschuss des Bundestages beraten, bevor für
Donnerstag die 2./3. Lesung im Plenum anberaumt ist. Um zusätzliche Einsparungen
bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu erzielen, hatten die
Regierungsfraktionen zuletzt Ausschreibungen für patientenindividuell
hergestellte Krebsarzneimittel und für Hilfsmittel vorgesehen.
"Das Notfallreformgesetz enthält Licht und Schatten", sagt DAV-Vorsitzender Dr.
Hans-Peter Hubmann: "Es ist vernünftig, dass die Versorgung von
Krebspatientinnen und Krebspatienten auch weiterhin nicht durch Ausschreibungen
gestört wird und somit gesichert bleibt. Kurze Wege und eingespielte Prozesse
zwischen behandelnder Arztpraxis, herstellender Apotheke und zu versorgenden
Patientinnen und Patienten sind wesentliche Faktoren für eine sichere und
hochwertige Versorgung vor Ort. Die Regierungsfraktionen haben das zum Glück
rechtzeitig erkannt, zumal ein aktueller Schiedsspruch zur Preisbildung solcher
Spezialrezepturen seit Anfang Oktober bereits einen dreistelligen
Millionenbetrag pro Jahr für die Krankenkassen einspart."
Der DAV kritisiert weiterhin die geplante Wiedereinführung von
Hilfsmittel-Ausschreibungen. "Nicht nur bei Spezialrezepturen gegen Krebs,
sondern auch bei der Versorgung mit Hilfsmitteln brauchen die Patientinnen und
Patienten eine individuelle Beratung und Versorgung", sagt Hubmann: "Wenn nur
noch der Preis bei der Beauftragung eines Leistungserbringers zählt, wird die
Versorgungsqualität leiden. Wenn sich Apotheken in ländlichen und
strukturschwachen Regionen aus einzelnen Bereichen der Hilfsmittelversorgung
zurückziehen, können längere Wege, geringere Wahlmöglichkeiten und
Versorgungslücken die Folge sein. Aus einer kurzfristigen Einsparung kann ein
dauerhafter Strukturverlust werden."
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