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HZA-B: Gemeinsame Meldung: Umfangreiche Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft Berlin und Finanzkontrolle Schwarzarbeit

18.06.2026 18:10 Uhr Hauptzollamt Berlin

Berlin (ots) - Das Hauptzollamt Berlin, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, führt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern gemäß §§ 96, 97 AufenthG und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt gem. 266a StGB gegen eine 13-köpfige Tätergruppierung.

Die Beschuldigten im Alter von 28 bis 52 stehen im Verdacht, gemeinschaftlich und arbeitsteilig, seit mindestens 2022 gezielt vietnamesische Arbeitskräfte für die Arbeitsaufnahme angeworben zu haben. Anschließend sollen diese in den Küchen der Gastronomiebetriebe der Tätergruppe beschäftigt worden sein. Die Arbeitskräfte sollen hierbei nicht über die benötigten Aufenthaltstitel verfügt haben und von den Tätern auch nicht zu Sozialversicherung angemeldet worden sein.

Nach den derzeitigen Ermittlungen stehen die Täter zudem im Verdacht den illegalen Aufenthalt weiterer vietnamesischer Staatsangehöriger mit Scheinarbeitsverhältnissen gefördert zu haben. So sollen Arbeitsverträge geschlossen, Lohnabrechnungen erstellt und Sozialabgaben entrichtet worden sein, ohne dass die vorgeblichen Arbeitnehmer in den Restaurants der Täter tatsächliche Arbeitsleistung erbracht haben sollen. Die entstanden Kosten sollten die betroffenen Personen nach bisherigen Erkenntnissen in bar zurückzahlen.

Durch die Staatsanwaltschaft Berlin wurden auf Grundlage der vorläufigen Ermittlungsergebnisse beim Amtsgericht Tiergarten insgesamt 39 Durchsuchungsbeschlüsse sowie Vermögensarreste in Höhe von insgesamt 5.318.078,51EUR erwirkt, die am Dienstag durch das Hauptzollamt Berlin mit Unterstützung von 17 Hauptzollämtern, der Zollfahndung Berlin-Brandenburg, der Bundespolizei, der Landespolizei Berlin sowie den Berliner Ordnungsämtern an den jeweiligen Wohnanschriften, Restaurants und Arbeitnehmerunterkünften in den Bezirken Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg sowie Pankow und Weißensee vollstreckt wurden. Insgesamt waren 660 Kräfte im Einsatz.

Es wurden zahlreiche Unterlagen und digitale Daten sowie Mobiltelefone sichergestellt. Diese kommen als Beweismittel zur weiteren Ermittlung der Struktur der Gruppierung und einzelner Tatbeiträge in Betracht. Zudem konnten Arbeitnehmer zu ihren Arbeitsbedingungen vernommen werden. Darüber hinaus wurden die Unterbringungsumstände in den Arbeitnehmerunterkünften und die Arbeitsbedingung in den Restaurantküchen dokumentiert. Einer der Beschuldigten wurde am Mittwoch aufgrund eines zuvor erwirkten Haftbefehls in Frankfurt am Main festgenommen und dort einer Ermittlungsrichterin vorgeführt.

Im Zuge der Vollstreckung der Vermögensarreste konnten rund 460.000 Euro in bar gesichert werden, wobei sich die Gelder teilweise in Tresoren befanden, die durch Spezialkräfte der Bundespolizei geöffnet werden mussten. Ferner konnten zwei hochwertige Fahrzeuge der Marke Mercedes und ein Maserati, diverse Luxusuhren der Marken Rolex und Cartier sowie hochwertige Handtaschen sichergestellt werden.

Die Leiterin der Staatsanwaltschaft Berlin Ingrid Jaeger hierzu: "Die heutigen Maßnahmen sollen das klare Signal senden, dass die Berliner Staatsanwaltschaft konsequent gegen alle Bereiche der organisierten Kriminalität vorgeht. Wer gezielt Regeln umgeht, auf die unser Sozialstaat aufbaut, muss damit rechnen, dass mit der vollen Härte des Gesetzes reagiert wird und illegale Gewinne konsequent abgeschöpft werden."

Frau Constanze Voß, Direktionspräsidentin der Finanzkontrolle Schwarzarbeit, zum gestrigen Einsatz: "Mit dem Großeinsatz haben wir einer organisierten Tätergruppierung, die systematisch Menschen einschleust und ausbeutet, einen massiven Schlag versetzt. Die Maßnahme zeigt einmal mehr: Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit geht konsequent gegen diejenigen vor, die sich auf Kosten der Schwächsten und unserer Sozialversicherungssysteme bereichern."

Die weiteren Ermittlungen sowie die Sichtung und Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauern an.

Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Berlin Michael Unglaube Telefon: 030/ 69009 - 6767 E-Mail: michael.unglaube@zoll.bund.de www.zoll.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/121222/6297409 OTS: Hauptzollamt Berlin


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Hauptzollamt Berlin
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