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Feldkirchen (ots) - Warum die Zukunft der KI in der Chiptechnologie beginnt.
Der Boom Künstlicher Intelligenz treibt den Bedarf an Rechenleistung weltweit
rasant nach oben. Besonders energieintensiv ist das Training großer Basismodelle
sowie der Betrieb der Rechenzentren dahinter. Studien der Internationalen
Energieagentur gehen davon aus, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren bis
2030 deutlich steigen könnte. Damit rückt eine Frage immer stärker ins Zentrum
der Technologiepolitik: Wie lässt sich immer mehr digitale Leistung mit
vertretbarem Energieeinsatz verbinden?
Ein großer Teil der Antwort liegt in der Halbleitertechnologie. Denn wie
effizient künftige KI-Anwendungen arbeiten, entscheidet sich nicht nur in
Software. Mindestens genauso wichtig sind Architektur und Materialien der Chips
selbst. Welche Rolle neue Transistorarchitekturen und Materialinnovationen dabei
spielen, weiß Florent Ducrot, Leiter der europäischen Geschäftsaktivitäten bei
Applied Materials. Das US-Unternehmen entwickelt Fertigungsanlagen und
Materialtechnologien für die Halbleiterproduktion und zählt zu den weltweit
wichtigsten Ausrüstern der Branche.
Wie verändert KI den Energiebedarf der digitalen Welt und welche Rolle spielt
Applied Materials dabei?
Künstliche Intelligenz steigert den Bedarf an Rechenleistung enorm. Besonders
viel Energie benötigt das Training großer Basismodelle sowie der Betrieb der
Rechenzentren dahinter. Genau an dieser Stelle setzt Applied Materials an. Das
Unternehmen entwickelt Technologien und Materialien für die
Halbleiterproduktion, mit denen Chips deutlich effizienter werden. Ziel ist es,
mehr Rechenleistung mit weniger Energieverbrauch zu ermöglichen. Ohne solche
Fortschritte würde das schnelle Wachstum von KI schnell an physikalische und
energetische Grenzen stoßen.
Warum beginnt Energieeffizienz bereits bei der Herstellung der Chips?
Applied Materials steht am Anfang der Halbleiterwertschöpfungskette. Das
Unternehmen liefert Maschinen und Prozesse, mit denen Chiphersteller neue
Generationen von Halbleitern produzieren. Durch präzise Materialprozesse etwa
bei Epitaxie, Atomic Layer Deposition oder moderner Messtechnik lassen sich
Transistoren kleiner und leistungsfähiger fertigen. Gleichzeitig sinkt der
Energieverbrauch der späteren Chips. Effizienz entsteht damit nicht erst im
Rechenzentrum, sondern schon während der Produktion.
Welche technologischen Hebel nutzt Applied Materials konkret?
Ein zentraler Ansatz liegt in neuen Materialien und Fertigungsschritten im
Nanometerbereich. Applied Materials arbeitet daran, Materialien mit höchster
Präzision aufzubringen und zu kontrollieren. Dadurch können Halbleiterhersteller
Chips entwickeln, die mehr Leistung liefern und zugleich weniger Strom
benötigen. Für Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz wird dabei vor allem
eine Kennzahl entscheidend. Leistung pro Watt.
Gibt es konkrete Effizienzgewinne aus solchen Innovationen?
Ja, das beweist die neue Produktionsanlage von Applied Materials. Sie reduziert
den Gasverbrauch in der Fertigung um etwa 50 Prozent. Gleichzeitig verbessert
sich die Gleichmäßigkeit der produzierten Zellen um rund 40 Prozent. Solche
Fortschritte erhöhen die Ausbeute in der Halbleiterproduktion und können
jährlich mehrere hundert Tonnen CO2 einsparen.
Warum gelten Gate all around-Transistoren als Schlüssel für neue KI-Chips?
Bei dieser Transistorarchitektur wird der Kanal vollständig vom Gate
umschlossen. Dadurch lässt sich der Stromfluss deutlich präziser kontrollieren.
Energieverluste sinken und gleichzeitig können mehr Transistoren auf einem Chip
untergebracht werden.
Applied Materials liefert die Technologien, mit denen Chiphersteller diese neue
Architektur überhaupt zuverlässig produzieren können.
Welche Rolle spielt Europa in dieser Entwicklung aus Sicht von Applied
Materials?
Europa bleibt ein wichtiger Standort für Forschung und industrielle Innovation.
Neben modernsten KI-Chips bleiben auch sogenannte Legacy Chips unverzichtbar -
etwa für Automobilindustrie, Industrieanlagen oder IoT-Anwendungen.
Applied Materials arbeitet deshalb eng mit europäischen Forschungspartnern
zusammen, unter anderem mit Fraunhofer, dem französischen Forschungsinstitut
CEA-Leti und Imec. Gleichzeitig baut das Unternehmen seinen Metrologie Standort
in München weiter aus.
Pressekontakt:
Audrey Pariente
Senior Manager Europe Communications
E: mailto:audrey_pariente@amat.com
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W: http://www.appliedmaterials.com
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OTS: Applied Materials
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