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Hamburg (ots) - Hamburg, 13. 4. 2026 - Die Übergewinne der Ölkonzerne sind
während der Waffenruhe zwischen den USA und Iran weiter deutlich gestiegen. Weil
die Konzerne nach dem Ende der Kampfhandlungen die gesunkenen Rohölpreise nicht
an die Kundschaft weitergaben, schnellten ihre Gewinne in Deutschland um ein
gutes Drittel nach oben. Dies zeigt eine neue Berechnung des Ölmarktexperten
Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace. ( https://act.gp/4sA4Rs3 ) In den
ersten fünf Tagen der Waffenruhe (8. bis 12. April) verdienten die Konzerne pro
Tag 37 Millionen Euro mehr als im Schnitt der ersten beiden Monate des Jahres,
also vor Kriegsbeginn. Diese Übergewinne lagen in den ersten beiden Kriegswochen
(2. März bis 7. April) noch bei 27 Mio. Euro. Der durchschnittliche Ölpreis sank
in den untersuchten Tagen des Waffenstillstands auf 95 Dollar pro Barrel, von
100 Dollar im Schnitt der ersten Kriegswochen.
Übergewinne addieren sich seit Beginn des Irankriegs auf knapp 1,2 Milliarden
Euro
"Die Ölkonzerne machen schamlos Kasse auf dem Rücken all derer, die von einem
Verbrenner abhängig sind", sagt Greenpeace-Sprecher Matthias Lambrecht. "Eine
Übergewinnsteuer ist überfällig. Dieses Geld kann besonders betroffene Haushalte
mit einer Mobilitätsprämie entlasten, Bus und Bahn ausbauen und das Angebot
bezahlbarer E-Autos verbessern. Die Bundesregierung braucht einen Ausstiegsplan
aus der fossilen Falle." Über den betrachteten Gesamtzeitraum (2. März bis 12.
April) hinweg addieren sich die zusätzlichen Gewinne der Ölkonzerne in
Deutschland auf 1,18 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Mit dieser Summe hätte die
Bundesregierung etwa 60.000 Menschen ein kleines E-Auto schenken können, oder
mehr als 1,5 Millionen Menschen ein ÖPNV-Jahresticket.
Am Wochenende hat die Bundesregierung beschlossen, die Mineralölsteuer befristet
auf zwei Monate um 17 Cent pro Liter zu senken. Eine teure und unspezifische
Maßnahme, die schon im Jahr 2022 den Spritpreis kaum gesenkt hat, wie eine
Studie des RWI Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung (https://www.rwi-essen.
de/presse/wissenschaftskommunikation/pressemitteilungen/detail/rwi-weitergabe-de
s-tankrabatts-im-jahr-2022-nahm-ueber-die-zeit-stark-ab-und-fiel-je-nach-region-
sehr-unterschiedlich-aus) zeigt. "Die eigentliche Knappheit am Spritmarkt steht
uns erst bevor. Wenn die Bundesregierung ausgerechnet jetzt Benzin und Diesel
verbilligt, macht sie das Problem nur noch größer", sagt Lambrecht. "Dauerhaft
raus aus dieser Krise kommen wir nur, wenn der Verbrauch von Öl und Gas schnell
und deutlich sinkt. Dazu brauchen wir mehr fossil-freie Lösungen: E-Autos, Bus,
Bahn und Wärmepumpen."
Pressekontakt:
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0151-42433135, matthias.lambrecht@greenpeace.org, oder Pressesprecher Gregor
Kessler, Tel. 0151-72702918, gregor.kessler@greenpeace.org
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