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Berlin (ots) - Infektionskrankheiten bedrohen nicht nur einzelne Tiere, sondern
im schlimmsten Fall ganze Arten, die Lebensmittelversorgung und die Gesundheit
von Menschen. Zum Welttag der Tierimpfung am 20. April macht der Verband der
Zoologischen Gärten (VdZ) auf die dramatischen Folgen von Seuchenausbrüchen
aufmerksam - und betont, warum Impfungen für Artenschutz, Landwirtschaft und
Haustierhalter gleichermaßen wichtig sind.
Eine Katastrophe für bedrohte Arten
In Zoos leben zahlreiche Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind und im
ursprünglichen Lebensraum nur noch aus wenigen hundert Individuen bestehen. Ein
Seuchenausbruch - etwa durch die Vogelgrippe (Aviäre Influenza) - könnte das
Aussterben solcher Arten in der Natur bedeuten und auch zu deutlichen Verlusten
in der Zoopopulation führen. So ist der Balistar in seinem ursprünglichen
Lebensraum von der Ausrottung bedroht und ebenso der Edwardsfasan, einer der
seltensten Fasanarten der Welt. In Vietnam wurde er durch Lebensraumverlust und
Wilderei fast ausgerottet. In modernen Zoos werden Balistare und Edwardsfasane
durch Erhaltungszuchtprogramme erhalten - doch ein Virusausbruch könnte diese
fragilen Populationen gefährden.
Auch Ausbrüche wie die Afrikanische Schweinepest oder Blauzungenkrankheit
gefährden nicht nur Tiere in den Zoos, sondern ebenso Nutztiere. So werden
aufgrund fehlender zugelassener Impfstoffe oder praxisferner Auflagen bei
Seuchenausbrüchen regelmäßig große Anzahlen von Tieren getötet.
Eine nationale Impfstrategie für Zootiere
"Krankheitserreger machen nicht Halt vor Zäunen oder Stalltüren. Tierimpfung ist
keine Nischenfrage - sie ist eine gesamtgesellschaftliche Investition in
Gesundheit und biologische Vielfalt. Daher fordern wir aktuell eine nationale
Impfstrategie für Zoovögel gegen die Geflügelpest", betont Volker Homes,
VdZ-Geschäftsführer. "Dies muss einhergehen mit der Zulassung von Impfstoffen
auch für Zoovögel und Auflagen, die auf die gelebte Praxis in Zoos angepasst
sind."
Der VdZ fordert Zulassungsverfahren für Zoo- und Wildtierimpfstoffe, nationale
Impfstoffreserven für gefährdete Arten und eine gezielten Forschungsförderung.
Zusätzlich benötigen Zoos verlässliche, praktikable Leitlinien in der EU und in
Deutschland, die nicht nur die Impfung ermöglichen, sondern auch den weiteren
Austausch der Tiere zwischen den Zoos untereinander gewährleisten. Nur so kann
die Durchführung der Europäischen Zuchtprogramme und einer genetisch gesunden
Reservepopulation sichergestellt werden.
One Health: Tierimpfungen schützen Mensch, Umwelt und Wirtschaft
Die enge Verbindung von Tier-, Umwelt- und menschlicher Gesundheit ("One
Health") zeigt: Krankheitserreger wie Influenzaviren oder multiresistente Keime
können zwischen Wildtieren, Nutztieren, Haustieren und Menschen springen. Jede
Impfung - ob im Zoo, im Stall oder beim Haustierarzt - reduziert daher das
Risiko für Zoonosen und schützt die öffentliche Gesundheit.
Zoos arbeiten eng mit Forschungseinrichtungen wie dem
Friedrich-Loeffler-Institut zusammen. Internationale Projekte - etwa in der
Schweiz, wo bereits 2025 insgesamt 24 Vogelarten erfolgreich gegen die
Vogelgrippe geimpft wurden - beweisen: Moderne Impfstoffe sind sicher und
wirksam.
Pressekontakt:
Astrid Falter
Leiterin Kommunikation
Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V.
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OTS: Verband der Zoologischen Gärten (VdZ)
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