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Frankfurt/Main (ots) - Autoimmunerkrankungen betreffen weltweit Millionen von
Patient*innen. Sie erfordern oft lebenslange Behandlung. Trotz bedeutender
medizinischer Fortschritte sprechen nicht alle Betroffenen auf derzeitige
Therapien an. Um das zu ändern, arbeitet Vladimir Litvak an der Schnittstelle
von Systemimmunologie, translationaler Wissenschaft und Arzneimittelforschung.
Er will Fehlregulationen des Immunsystems besser verstehen und neue
therapeutische Optionen für Autoimmunerkrankungen identifizieren.
"Das Immunsystem ist ein unglaublich dynamisches Netzwerk, das sich ständig an
Reize aus der Umwelt anpasst", erzählt Vladimir Litvak, Section Head im Bereich
Immunology & Inflammation am BioCampus von Sanofi in Frankfurt. Er und sein Team
wollen dieses Netzwerk besser verstehen, um die Erkenntnisse in innovative
Medikamente zu überführen.
Dazu verfolgt Litvak einen vielschichtigen Ansatz: Er kombiniert experimentelle
Immunologie mit computergestützter Forschung. Damit spüren er und sein Team
molekulare Mechanismen auf, die chronische Entzündungserkrankungen wie
entzündliche Darm- oder Hauterkrankungen antreiben. "Das eröffnet enorme
Möglichkeiten, neue Therapien für Patient*innen zu entwickeln", ergänzt der
Forscher.
Bereits im Laufe seiner früheren Karriere entwickelte Litvak systembiologische
Ansätze, mit denen er entzündliche Reaktionen des Immunsystems erforschte. Unter
anderem arbeitete der Immunologe an einem Forschungsinstitut in Seattle sowie in
der Immunologie-Forschung bei Sanofi in den USA. Seine Forschungen halfen
aufzudecken, wie Immunzellen Krankheitserreger erkennen und antivirale sowie
antibakterielle Reaktionen regulieren, aber auch wie fehlgeleitete
Immunantworten Autoimmunität und Entzündungsreaktionen antreiben.
"Schon früh in meiner Laufbahn war ich von der Plastizität des Immunsystems
fasziniert und von seiner Fähigkeit, auf unterschiedliche Herausforderungen zu
reagieren", erläutert der Wissenschaftler. "Zu verstehen, wie Immunzellen ihre
Antworten koordinieren und wie diese Prozesse bei Krankheiten fehlreguliert
werden können, motivierte mich, in der immunologischen Forschung zu arbeiten."
Experimentelle Biologie in Kombination mit digitalen Modellen
Am BioCampus in Frankfurt leitet Litvak eine Sektion im Bereich der
Immunoscience-Forschung bei Sanofi. "Wir entwickeln komplexe
In-vitro-Krankheitsmodelle, um die Auswirkungen neuartiger Therapeutika auf
Immunsignalwege und Krankheitsmechanismen zu untersuchen", sagt er.
Dabei liegt die besondere Expertise seines Teams in der Systemimmunologie. Diese
untersucht das Immunsystem als komplexes Gesamtsystem. Dafür werden Experimente
im Labor mit Computermodellen kombiniert. Computergestützte Analysen und
Multi-Omics-Technologien ergänzen die Experimente und integrieren genomische,
transkriptomische und proteomische Daten. "Das heißt, wir werten
unterschiedliche Informationen der Zellen - von deren Bauplan über die
Genaktivität bis zu hin zu Proteinen - aus, und wir können besser verstehen,
welche Prozesse Entzündungen auslösen oder regulatorische Knotenpunkte des
Immunsystems identifizieren", erklärt Vladimir Litvak. Ziel ist zu verstehen,
wie Immunsignalnetzwerke bei Krankheiten fehlreguliert werden. "Sobald wir die
entscheidenden regulatorischen Signalwege identifiziert haben, können wir
Strategien entwickeln, um sie zu modulieren und das Gleichgewicht des
Immunsystems wiederherzustellen", erläutert der Wissenschaftler.
Mit seinen Forschungen erzeugt das Immunologie-Team zudem große biologische
Datensätze, die wiederum in weitere Analysen einfließen. Durch die Integration
von Multi-Omics-Daten und die Nutzung von Computermodellen können die
Forschenden ihre Erkenntnisse ergänzen. "So können wir komplexe Erkrankungen in
bisher unerreichtem Maße analysieren", erläutert Litvak. Beispielsweise können
Signalwege und Zelltypen identifiziert werden, die an der Pathogenese von
immunologischen Erkrankungen beteiligt sind. Diese Erkenntnisse können dazu
beitragen, neue Wirkstoffe wie zielgerichtete Biologika zu identifizieren, die
das körpereigene Immunsystem nutzen. Zudem helfen die Modelle dabei, die
Patient*innengruppen zu ermitteln, die besonders von diesen Wirkstoffen
profitieren könnten.
Litvak und sein Team verbinden mit ihrem Ansatz digitale Forschungsmethoden mit
klassischer Forschung. Für den Immunologen ist das eine Methode, die sich
durchsetzen wird, da Therapien damit schneller entwickelt werden können - und
letztendlich den Patient*innen zugutekommen, wie er erklärt: "Mit Blick auf die
Zukunft glaube ich, dass die Integration von Systembiologie, künstlicher
Intelligenz und translationaler Wissenschaft die Entwicklung neuer Therapien für
Autoimmunerkrankungen beschleunigen wird."
Pressekontakt:
Sanofi in Deutschland
Unternehmenskommunikation
mailto:presse@sanofi.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/71182/6260536
OTS: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
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