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Berlin (ots) - Hohe Spritpreise treiben die Kosten. Eine schonende Fahrweise und
ein guter Fahrzeugzustand bieten Einsparpotenziale. Der TÜV-Verband zeigt,
worauf es ankommt.
Die anhaltend hohen Preise für Benzin und Diesel führen bei vielen
Autofahrer:innen zu spürbaren Mehrbelastungen im Alltag. Pendler:innen mit
langen Arbeitswegen und Menschen im ländlichen Raum stehen vor der
Herausforderung, steigende Kosten abzufedern. Dabei wächst das Interesse an
konkreten Möglichkeiten, den eigenen Kraftstoffverbrauch zu senken. "Viele
Autofahrer denken beim Spritsparen zuerst an technische Lösungen. Doch einiges
lässt sich schon mit einer angepassten Fahrweise erreichen", sagt Richard
Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. "Wer
bewusster fährt und sein Verhalten im Alltag leicht anpasst, kann den
Kraftstoffverbrauch spürbar senken, ganz ohne zusätzliche Kosten oder Aufwand."
Fahrweise entscheidend für den Verbrauch
Wie viel Sprit ein Fahrzeug verbraucht, entscheidet sich vor allem hinter dem
Steuer. Häufiges Bremsen und Beschleunigen erhöht den Energiebedarf deutlich.
Wer vorausschauend fährt, ausreichend Abstand hält und den Verkehrsfluss im
Blick behält, kann Tempounterschiede besser ausgleichen. "Wichtig ist eine
möglichst gleichmäßige Fahrweise, um ständige Lastwechsel zu vermeiden", sagt
Goebelt. "Wer den Motor nicht dauerhaft in hohen Drehzahlbereichen betreibt,
zügig, aber nicht ruckartig beschleunigt und frühzeitig hochschaltet, senkt den
Energieeinsatz zusätzlich. Schon bei rund 2.000 Umdrehungen pro Minute lässt
sich im Alltag effizient fahren."
Eine entscheidende Rolle beim Spritverbrauch spielt die Geschwindigkeit: Mit
zunehmendem Tempo steigt insbesondere der Luftwiderstand überproportional an,
vor allem oberhalb von etwa 100 km/h. Ein gleichmäßiger Fahrstil - zum Beispiel
mithilfe eines Tempomaten - kann helfen, den Verbrauch zu senken.
"Das Verbrauchsoptimum eines Pkw liegt typischerweise bei 80 bis 100 km/h", sagt
Goebelt. "In diesem Bereich arbeiten Motor und Getriebe besonders effizient, da
die Drehzahl vergleichsweise niedrig ist und die Widerstände noch moderat
bleiben." Daher können längere Fahrten bei konstantem Tempo auf Landstraßen
besonders spritsparend sein. Grundsätzlich gilt: Je höher die Geschwindigkeit,
desto höher der Verbrauch. Auf Autobahnen steigt der Spritverbrauch ab 130 bis
140 km/h deutlich an. Eine Reduzierung um 50 km/h auf der Autobahn kann dabei
das Potenzial haben, bis zu ein Drittel Kraftstoff einzusparen. Goebelt: "Wer
einen Kompromiss zwischen Sparsamkeit und zügigem Vorankommen sucht, kann sich
an der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h auf der Autobahn orientieren."
Zu einem schonenden Fahrstil gehört auch, frühzeitig vom Gas zu gehen und das
Fahrzeug ausrollen zu lassen. Beim Heranrollen an Ampeln oder beim Annähern an
Ortschaften lässt sich so oft auf starkes Bremsen verzichten. In vielen modernen
Fahrzeugen sorgt die sogenannte Schubabschaltung dafür, dass in diesen Phasen
die Kraftstoffzufuhr vollständig unterbrochen wird. Bei längeren Wartezeiten
sollte der Motor aus Umwelt- und Effizienzgründen abgeschaltet werden. Moderne
Start-Stopp-Systeme unterstützen dies automatisch und sollten daher genutzt
werden. Wer zudem sein Streckenprofil im Blick hat, unnötige Kurzstrecken
vermeidet und Fahrten bündelt, kann den Kraftstoffverbrauch im Alltag deutlich
senken.
Der richtige Fahrzeugzustand spart Kraftstoff
Neben dem Fahrstil beeinflusst auch das Fahrzeug selbst den Kraftstoffverbrauch.
Unnötiges Gewicht erhöht den Energiebedarf beim Beschleunigen und wirkt sich
besonders im Stop-and-Go-Stadtverkehr aus. Schon zusätzliche 100 Kilogramm
können den Verbrauch messbar erhöhen. Es empfiehlt sich deshalb, nicht benötigte
Gegenstände aus dem Auto zu entfernen und den Kofferraum regelmäßig auszuräumen.
Auch zusätzliche Aufbauten wie Dachträger, Dachboxen oder Fahrradträger
verschlechtern die Aerodynamik und erhöhen den Luftwiderstand. Sie sollten nach
Gebrauch wieder abgebaut werden.
Ein oft unterschätzter Einflussfaktor ist zudem der Reifendruck. Ist dieser zu
niedrig, erhöht sich der Rollwiderstand und damit auch der Kraftstoffverbrauch.
Schon geringe Abweichungen von den Herstellerangaben können sich spürbar
auswirken. Regelmäßige Kontrollen helfen, den Verbrauch zu optimieren und sicher
unterwegs zu sein. Auch die Wahl der Reifen spielt eine Rolle: Modelle mit
effizientem Rollverhalten können den Energiebedarf während des Fahrens
zusätzlich senken. Der technische Zustand des Fahrzeugs gehört ebenfalls zum
Gesamtbild. Die empfohlenen Wartungsintervalle des Fahrzeugs sollten eingehalten
werden. Verschleißteile wie Zündkerzen oder verschmutze Luftfilter können die
Effizienz und Funktion des Motors beeinträchtigen. Ein fehlender oder
verzögerter Motorölwechsel hat ebenfalls einen moderaten Einfluss auf den
Kraftstoffverbrauch, da das Motoröl im Laufe der Zeit seine Viskosität verliert
und damit Reibungen im Motor verursacht.
Komfort und Fahrzeugtechnik bewusst nutzen
Elektrische Systeme wie Sitzheizung oder Heckscheibenheizung erhöhen den
Energiebedarf im Fahrzeug. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wird diese
Energie über den Motor bereitgestellt, was den Kraftstoffverbrauch etwas erhöhen
kann. Deutlich stärker wirkt sich die Nutzung der Klimaanlage aus, die den
Verbrauch je nach Bedingungen spürbar steigern kann. Andere elektrische
Nebenverbraucher haben hingegen meist nur einen geringeren Einfluss.
"Bei diesen Nebenverbrauchern geht es darum, bewusst abzuwägen. Komfort ist
wichtig, sollte aber situationsgerecht eingesetzt werden", sagt Goebelt. "Eine
angenehme Innenraumtemperatur und gute Sichtverhältnisse sind entscheidend für
Konzentration und sicheres Fahren und haben daher Vorrang." Moderne Fahrzeuge
unterstützen eine effiziente Fahrweise zunehmend durch Funktionen wie
Eco-Fahrprogramme, die die Schaltstrategie optimieren, sowie durch digitale
Verbrauchsanzeigen und Assistenzsysteme. Diese helfen dabei, das eigene
Fahrverhalten besser einzuordnen und Einsparpotenziale im Alltag gezielt zu
nutzen."
Die wichtigsten Tipps zum Spritsparen im Überblick
- Vorausschauend und gleichmäßig fahren: Ruhiger Fahrstil, früh hochschalten und
niedrige Drehzahlen vermeiden unnötigen Verbrauch.
- Geschwindigkeit reduzieren: 80-100 km/h sind besonders effizient. Auf der
Autobahn spart langsameres Fahren deutlich Kraftstoff.
- Motor und Fahrweise bewusst nutzen: Früh vom Gas gehen, ausrollen lassen und
Start-Stopp-Systeme nutzen.
- Ballast und Luftwiderstand vermeiden: Unnötiges Gewicht entfernen sowie
Dachträger oder Dachboxen abbauen.
- Reifendruck und Wartung im Blick behalten: Korrekter Reifendruck und ein gut
gewartetes Fahrzeug senken den Verbrauch spürbar.
Pressekontakt:
Maurice Shahd
Pressesprecher
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