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WIESBADEN (ots) -
- Umsatz von großen Handwerksunternehmen steigt, kleine Unternehmen verzeichnen
dagegen einen Umsatzrückgang
- Gesundheits- und Kfz-Gewerbe mit Umsatzsteigerungen, Rückgänge im Ausbau- und
Bauhauptgewerbe sowie in Handwerken für den gewerblichen Bedarf
- Anteil des Handwerks am Umsatz der Gesamtwirtschaft bei 7,8 %
Die rund 564 000 Handwerksunternehmen in Deutschland haben im Jahr 2024 einen
Umsatz von 762 Milliarden Euro erwirtschaftet. Wie das Statistische Bundesamt
(Destatis) mitteilt, sank der Umsatz damit um 0,6 % und die Zahl der
Handwerksunternehmen um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt 2024
waren rund 6,0 Millionen Personen im Handwerk tätig. Darunter waren 4,1
Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und 1,3 Millionen
geringfügig Beschäftigte.
Nach der Unternehmensgröße betrachtet erzielten große Handwerksunternehmen ab 50
Beschäftigten im Jahr 2024 einen Umsatzanstieg von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr,
während kleine Handwerksunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten einen
deutlichen Umsatzrückgang von 15,1 % verzeichneten.
Ausbaugewerbe die mit Abstand größte Gewerbegruppe im Handwerk
Besondere Bedeutung hat das Handwerk im Baugewerbe: Im Jahr 2024 waren knapp
zwei Drittel (65,2 %) aller Unternehmen in diesem Wirtschaftszweig
Handwerksunternehmen. Die weitaus größte Gewerbegruppe innerhalb des Baugewerbes
und des Handwerks insgesamt - sowohl bezogen auf die Zahl der Unternehmen als
auch die tätigen Personen sowie den Umsatz - ist das Ausbaugewerbe. Im Jahr 2024
erwirtschafteten die 213 000 Handwerksunternehmen dort mit 1,6 Millionen tätigen
Personen einen Umsatz von 213 Milliarden Euro. Damit sank die Zahl der
Handwerksunternehmen im Ausbaugewerbe gegenüber dem Vorjahr um 2,1 % und der
Umsatz um 3,2 %. Bei der Zahl der tätigen Personen ist ein Vergleich aufgrund
eines Methodenwechsels nicht möglich.
Unterschiedliche Umsatzentwicklung nach Gewerbegruppen
Bei der Umsatzentwicklung unterschieden sich die Gewerbegruppen im Jahr 2024 zum
Teil deutlich. Das größte Umsatzplus verzeichnete das Gesundheitsgewerbe mit
einem Anstieg von 4,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Zu dieser Gewerbegruppe
gehören unter anderem Augenoptiker/-innen, Hörakustiker/-innen und
Zahntechniker/-innen. Einen kräftigen Umsatzanstieg verzeichnete auch das
Kraftfahrzeuggewerbe (+3,3 % zum Vorjahr), während der Umsatz im
Lebensmittelgewerbe nur leicht stieg (+0,6 %). Umsatzrückgänge wiesen dagegen
neben dem Ausbaugewerbe (-3,2 %) auch das Handwerk für den gewerblichen Bedarf
(-2,0 %) und das Bauhauptgewerbe (-1,2 %) auf.
Handwerk erwirtschaftet 7,8 % des Umsatzes der Gesamtwirtschaft
Der Anteil des Handwerks am Umsatz der Gesamtwirtschaft lag im Jahr 2024 bei 7,8
%, das waren 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Insgesamt waren im Handwerk
12,7 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland tätig.
Der Anteil der Handwerksunternehmen an allen Unternehmen betrug 15,9 %.
Methodische Hinweise:
Die Ergebnisse der Handwerkszählung werden durch Auswertung von bereits in der
Verwaltung vorliegenden Daten und Erhebungsergebnissen anderer
Strukturstatistiken aus dem Statistischen Unternehmensregister ermittelt, also
ohne zusätzliche statistische Meldepflichten der Unternehmen. Die
Handwerkszählung 2024 wurde auf Basis der Handwerksordnung 2021 erstellt.
Das Statistische Unternehmensregister stellt beginnend mit dem Berichtsjahr 2024
die einzelnen Beschäftigtenmerkmale auf das sogenannte Jobkonzept um. Das
bedeutet, dass abhängig Beschäftigte mit mehr als einem Beschäftigungsverhältnis
mit jedem ihrer Beschäftigungsverhältnisse nachgewiesen werden, unabhängig
davon, ob es sich um ihre Haupt- oder eine Nebentätigkeit handelt. Es werden
künftig also Beschäftigungsverhältnisse (Jobs) dargestellt. Das bis
einschließlich Berichtsjahr 2023 geltende Personenkonzept berücksichtigte
Personen mit mehr als einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis nur einfach (in
ihrer Haupttätigkeit).
Darüber hinaus ändert sich, dass statt der "geringfügig entlohnt Beschäftigten"
ab dem Berichtsjahr 2024 die "geringfügig Beschäftigten" dargestellt werden, die
sich aus der Summe der geringfügig entlohnt Beschäftigten und der kurzfristig
Beschäftigten ergeben. Bis zum Berichtsjahr 2023 konnten kurzfristig
Beschäftigte nicht nachgewiesen werden. Die Zahl der "geringfügig entlohnt
Beschäftigten" wird zukünftig nicht mehr als alleinstehendes Merkmal
dargestellt. Ein Vergleich der Beschäftigtenzahlen für das Jahr 2024 mit den
Vorjahren ist daher nicht möglich. Weitere Informationen hierzu bietet ein
Methodenpapier im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Weitere Informationen:
Ausführliche Ergebnisse zur Struktur des Handwerks bieten die Tabellen zur
Handwerkszählung (53111) in der Datenbank GENESIS-Online und auf der Themenseite
"Handwerk" im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Detaillierte
Ergebnisse für die Bundesländer veröffentlichen die Statistischen Ämter der
Länder.
Daten und Fakten rund um das Thema Fachkräfte bündelt das Statistische Bundesamt
auf einer eigenen Sonderseite (www.destatis.de/fachkraefte). Das Datenangebot
umfasst die Bereiche Demografie, Erwerbstätigkeit, Bildung und Zuwanderung. Es
reicht von Vorausberechnungen zur künftigen Zahl von Erwerbspersonen über
Analysen zum Arbeitskräfteangebot bis hin zu Daten zu Arbeitsmigration und
Ausbildungsmarkt.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Handwerk
Telefon: +49 611 75 4871
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
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www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
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OTS: Statistisches Bundesamt
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