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Berlin (ots) - Am Samstag lieferte Palantir selbst mit einem auf Social Media
veröffentlichten "Manifest" weitere Gründe, den US-Konzern zu bekämpfen: In 22
Thesen werden eine technokratische Überwachungsdoktrin und die Unterwerfung
demokratischer Prinzipien unter eine von KI-Waffen und Tech-Konzernen
kontrollierte Weltordnung propagiert. Das Pamphlet bedient rassistische Diskurse
und strotzt vor faschistischen Tendenzen.
Palantir steht unter anderem wegen Investor Peter Thiel in der Kritik, einem
Trump-Unterstützer und Demokratiegegner. Er machte diese Woche wieder von sich
reden: Er finanziert das Start-up Objection, das kritischen Journalismus per KI
disziplinieren will. Gegen Bezahlung würde die "Glaubwürdigkeit " von Artikeln
algorithmisch bewertet - ein Online-Pranger, der Gerichte delegitimiert und
durch privatwirtschaftliche, technologiebasierte "Wahrheitsfindung" ersetzt.
Schon drei deutsche Landespolizeibehörden nutzen Software des Palantir-Konzerns
- Thiels Flaggschiff. Das CDU-geführte Innenministerium will Baden-Württemberg
zum vierten Kunden machen. Die mitregierenden Grünen wollen dies nun
durchkreuzen: Fünf Prozent der Landesmitglieder sollen eine Urabstimmung gegen
Palantirs Datenanalyse-Werkzeug angestoßen haben.
Baden-Württemberg wäre ein weiterer Meilenstein, deutsche Strafverfolger von
Palantir abhängig zu machen. Daher ist die grüne Initiative wichtig, um den
Siegeszug des US-Techno-Faschismus in der Bundesrepublik zu stoppen. Auch wenn
am Ende eine "europäische Alternative" steht, die ebenfalls fragwürdige Analysen
über Menschen in Polizeidatenbanken erstellt.
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