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Bonn (ots) - Vor dem diesjährigen Europatag veröffentlicht die Deutsche
Bischofskonferenz heute (24. April 2026) einen Zwischenruf mit dem Titel
"Europa, zeig` dich selbstbewusst!". In dem bereits während der zurückliegenden
Vollversammlung der Bischofskonferenz entwickelten Text äußern sich die Bischöfe
zum Selbstverständnis Europas in einer sich verändernden Weltordnung. Sie werben
für ein wertegeleitetes Handeln Europas nach innen- und außen. Das vereinte
Europa sei ohne seine Werte "als Friedens-, Freiheits- und Demokratieprojekt
nicht denkbar".
Der Zwischenruf richtet sich primär an politisch Verantwortliche in der EU und
ihren Mitgliedstaaten sowie an den Europarat. Die Kernbotschaft ist ein Plädoyer
für das vereinte Europa als wertebasiertes Projekt des Friedens und der
Demokratie, für die Gültigkeit des Völkerrechts und für multilaterale
Zusammenarbeit. In vier Kapiteln wird die Verantwortung der Kirche für Europa
herausgestellt, eine neue "Welt-Un-Ordnung" skizziert und dargelegt, dass das
auf Einheit und Werten basierende Europa Selbstbewusstsein und Hoffnung braucht.
Das Christentum, so heißt es in dem Text, müsse einen positiven, wertebasierten
Beitrag zur Demokratie und zur europäischen Integration leisten: "Dieser Beitrag
ist grundgelegt in der Botschaft des Evangeliums, in der wahrer Frieden zugleich
Geschenk Gottes und ein Auftrag an alle Menschen ist." Der christliche Glaube
und seine sozialethischen Prinzipien seien für viele Gründerväter und -mütter
der EU ein Antrieb gewesen, der gemeinsam mit der Aufklärung das geistige
Fundament Europas präge. Das Christentum mit seinem "Verständnis von Freiheit,
Würde und Verantwortung" habe "der römischen Rechts- und der griechischen
Demokratietradition das Verständnis von der Würde und grundlegenden Gleichheit
aller Menschen hinzugegeben". Mit dem Zwischenruf wenden sich die Bischöfe
zugleich gegen die Konzeption eines "christlichen Abendlands" als politischer
Kampfbegriff.
Das vereinte Europa bleibe, so die Bischöfe, als weltpolitische Akteurin
gefragt, obwohl Europa von innen und außen unter Druck stehe und "die
wirtschaftlich und sicherheitspolitisch schwierige Situation Europas so deutlich
hervortret[e] wie lange nicht mehr". Sie betonen: Mit der europäischen Einigung
"entstand eine mehr als 80 Jahre andauernde Friedensordnung in Europa, die
zugleich ein Freiheits- und Demokratieprojekt ist". Europa solle seine Werte
mutig und selbstbewusst vertreten, auch angesichts von Europas Motto "Einheit in
Vielfalt". Dazu gehörten "der unerschütterliche Wille zu fairer und
solidarischer Zusammenarbeit in subsidiären Strukturen und gemeinsamen
Institutionen sowie ein klares Bekenntnis zu Europas ideellem Fundament". Daher
brauche Europa vor allem eine Erzählung der Hoffnung: "Aus Hoffnung erwächst der
Antrieb, voranzugehen und wieder in die Initiative zu kommen".
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und ihrer Bischöflichen
Arbeitsgruppe Europa, Bischof Dr. Heiner Wilmer, erläutert: "Bei unserem
Zwischenruf ist mir in diesen Zeiten der Frieden besonders wichtig. Wir folgen
als Bischöfe damit Papst Leo XIV. und seinem Einsatz für Frieden in der ganzen
Welt. In diesem Sinne sehe ich Europa in der besonderen Verantwortung, aus
seinem Selbstverständnis heraus die Gültigkeit des Völkerrechts einzufordern und
mutig für verlässliche, multilateral koordinierte Regeln einzustehen. Ich danke
der Bischöflichen Arbeitsgruppe Europa für die kenntnisreichen und engagierten
Beratungen und für die Unterstützung bei der Erarbeitung dieses Zwischenrufs."
Hintergrund
Die deutschen Bischöfe befürworten und begleiten die Entwicklung der
europäischen Einigung seit deren Anfängen konstruktiv. Für ihre europäische
Grundlagenarbeit unterhält die Deutsche Bischofskonferenz die der Kommission für
gesellschaftliche und soziale Fragen zugeordnete "Bischöfliche Arbeitsgruppe
Europa". Bereits am 13. Februar 2026 hatten die Vorsitzenden der Italienischen,
Französischen, Polnischen und Deutschen Bischofskonferenz einen Appell zur
Zukunft Europas verfasst, der an die christlichen Wurzeln Europas ebenso
erinnert wie er die Christen motiviert, sich für die europäische Sache zu
engagieren.
Hinweise:
Die Stellungnahme der Bischöflichen Arbeitsgruppe Europa ist als PDF-Datei unter
https://www.dbk.de verfügbar. Sie wird in den nächsten Wochen auch in anderen
Sprachen erscheinen.
Weitere Informationen zum Europaengagement der Bischöfe finden Sie hier:
- Themenseite Europa (https://www.dbk.de/themen/engagement-in-europa)
- Europa-Appell der Vorsitzenden der Französischen, Italienischen, Polnischen
und Deutschen Bischofskonferenz (https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/c
hristinnen-und-christen-fuer-europa)
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