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Berlin (ots) -
- Deutsche Umwelthilfe und Wirtschaftsverband Windkraftwerke veröffentlichen
Gutachten zum Vergleich der Systemkosten von Gas und Erneuerbaren
- Auch unter Einbeziehung von Kosten für Netzausbau und Batteriespeicher sind
Erneuerbare deutlich günstiger als der Neubau von Gaskraftwerken, ohne die
Versorgungssicherheit zu gefährden
- DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner: "Zusammen mit den CEOs von
E.ON und RWE hat Katherina Reiche ein argumentatives Kartenhaus aufgebaut, um
neue Gaskraftwerke durchzusetzen. Dieses Kartenhaus fällt nun in sich
zusammen."
Auch unter Einbeziehung der Kosten für Netzausbau und Batteriespeicher sind
Erneuerbare Energien deutlich günstiger als der Neubau von Gaskraftwerken. Das
ist das Ergebnis eines Gesamtkostenvergleichs, den die Deutsche Umwelthilfe
(DUH) und der Wirtschaftsverband Windkraftwerke (WVW) gemeinsam in Auftrag
gegeben haben. Demnach ergeben sich für Solar- und Windenergieanlagen, die im
Jahr 2027 neu errichtet werden, Gesamtkosten von rund 11 Cent je Kilowattstunde
(ct/kWh). Für Gaskraftwerke liegen die Kosten mit bis zu 31 ct/kWh dagegen drei
Mal so hoch. Kostentreiber sind dabei die rasant gestiegenen Preise der
Kraftwerkshersteller, Brennstoff- und Emissionszertifikate-Kosten sowie die
erwarteten niedrigen Betriebsstunden der Gaskraftwerke. DUH und WVW fordern
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf, die tatsächlichen Kostenstrukturen
des Energiemarkts anzuerkennen und ihre einseitig auf den Neubau von
Gaskraftwerken ausgerichtete und maßgeblich von den Energiekonzernen
beeinflusste Politik zu beenden.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH: " Zusammen mit den CEOs von
E.ON und RWE hat Katherina Reiche ein argumentatives Kartenhaus gebaut, um neue
Gaskraftwerke durchzusetzen: Angeblich würden Erneuerbare Energien durch
Netzausbau und Batteriespeicher hohe Systemkosten verursachen. Dieses Kartenhaus
fällt nun in sich zusammen. Die Zahlen zeigen klar, dass der Neubau eines
Gaskraftwerks im Vergleich zu neuen Windkraft- oder Solaranlagen drei Mal so
teuer ist. Geht es mit Reiches Plänen weiter, drohen den Stromverbrauchern
unnötig hohe Kosten. Geopolitische Krisen mit Auswirkungen auf den
internationalen Markt für fossile Energieträger träfen uns weiterhin mit voller
Wucht. Diese Energiepolitik ist ein Risiko für die nationale Sicherheit und den
Wirtschaftsstandort Deutschland. Wir fordern Bundeskanzler Merz auf, von seiner
Richtlinienkompetenz Gebrauch zu machen und die deutsche Energiepolitik zurück
auf einen Kurs für eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Versorgung zu
bringen ."
Lothar Schulze, Vorstandsvorsitzender Wirtschaftsverband Windkraftwerke: "Die
Kostenrisiken fossiler Energieerzeugung sind angesichts der aktuellen Krise fast
eine Binsenweisheit. Dennoch gab es bisher keine Quantifizierung der
Systemkosten im Vergleich. Unser Gutachten schafft die Faktengrundlage für
energiepolitisch vernünftige Entscheidungen. Der ambitionierte Ausbau der
Erneuerbaren Energien ist wirtschaftlich vorteilhaft und sichert uns gegen
Importabhängigkeiten ab. Dagegen würde ein Ausbau von Gaskraftwerken dafür
sorgen, dass hohe Gaspreise direkt auf die Strompreise durchschlagen. Dies würde
jegliche Bemühungen um niedrige Energiekosten für Verbraucher und Industrie
konterkarieren. Auch technisch gibt es keine belegbaren Gründe für ein Abbremsen
des Ausbaus. Die konsequente Umsetzung von Netzoptimierungsmaßnahmen kann die
Transportkapazitäten unserer Stromnetze um 50 Prozent erhöhen.
Redispatch-Abregelungen könnten schnell auf ein Minimum zurückgeführt werden.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien kann ungehindert weitergehen und für
niedrige Energiepreise und eine weniger verwundbare Volkswirtschaft sorgen, bei
gleichzeitiger Gewährleistung der Versorgungssicherheit."
Hintergrund:
Das Gutachten im Auftrag der DUH und des WVW hat Ralf Bischof, Geschäftsführer
der RBID GmbH erstellt. Die Kosten für Netzausbau von Übertragungs- sowie
Verteilnetzen wurden anteilig auf Windenergie an Land, Auf-Dach-Solar sowie
Freiflächen-Solar verteilt. Auch die Kosten für den Ausbau von Batteriespeichern
wurden den Erneuerbaren rechnerisch angelastet. Für Gaskraftwerke wurden zwei
Szenarien mit Gaspreisen vor und während des Iran-Kriegs betrachtet.
Link:
DUH-Hintergrundpapier Systemkostenvergleich und Gutachten von RBID GmbH:
https://l.duh.de/p260427
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH
0160 90354509, mailto:mueller-kraenner@duh.de
Lothar Schulze, Vorstandsvorsitzender Wirtschaftsverband Windkraftwerke
0162 2780022, mailto:schulze@wvwindkraft.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, mailto:presse@duh.de
http://www.duh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6263194
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
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