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Wiesbaden/Düsseldorf (ots) - Trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten
hat sich die deutsche Heimtierbranche auch im Jahr 2025 auf hohem Umsatzniveau
behauptet - getragen von innovativen Unternehmen und der besonderen Bedeutung,
die Heimtiere für viele Menschen haben. Der stationäre Fach- und
Lebensmitteleinzelhandel erzielte einen Umsatz von gut 5,3 Milliarden Euro und
lag damit nur leicht unter dem Vorjahresergebnis (minus 0,7 Prozent). Hinzu
kamen gut 1,5 Milliarden Euro über den Online-Handel sowie 134 Millionen Euro
für Wildvogelfutter. Somit belief sich der Gesamtumsatz der deutschen
Heimtierbranche im vergangenen Jahr auf knapp 7 Milliarden Euro.
Der Umsatz mit Heimtier-Fertignahrung blieb im Vergleich zu 2024 mit rund 4,3
Milliarden Euro fast unverändert (plus 0,3 Prozent). Das Segment Bedarfsartikel
und Zubehör hingegen entwickelte sich rückläufig, mit einem Umsatz von nicht
ganz 1,1 Milliarden Euro und einem Minus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Größere Investitionen, beispielsweise in Hundezubehör, Kleintiergehege oder
Vogelvolieren, wurden aufgrund der anhaltend angespannten finanziellen Lage
zurückgestellt.
"Der deutsche Heimtiermarkt ist ein stabiler, gesellschaftlich verankerter Markt
mit einer verlässlichen Nachfrage. Dennoch nehmen die wirtschaftlichen
Belastungen zu - für Hersteller, Händler als auch für Tierhalterinnen und
Tierhalter", kommentiert Norbert Holthenrich, Präsident des ZZF - Zentralverband
der Heimtierbranche e.V. "Das Wohl der Heimtiere bleibt für Tierfreunde jedoch
nach wie vor zentral, weshalb sie in eine gesunde Ernährung und Pflege ihrer
Heimtiere investieren."
"Die gesamtwirtschaftliche Lage ist derzeit für alle herausfordernd, für die
Hersteller von Heimtierprodukten ebenso wie für Tierhalterinnen und Tierhalter",
so Georg Müller, Vorsitzender des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V.
"Umso mehr freut uns die insgesamt konstante Entwicklung der Umsätze unserer
Branche. Wir sehen aber auch tierartenspezifische Unterschiede. Während etwa
Zuwächse bei Hundesnacks und Katzenfutter zur Stabilisierung der Umsätze mit
Heimtier-Fertignahrung beitrugen, mussten andere Bereiche Einbußen hinnehmen."
Katzenfutter mit Umsatzplus
Klarer Umsatzsieger im Bereich Heimtier-Fertignahrung war 2025 der Markt für
Katzenfutter. Er blieb mit einem Gesamtumsatz von gut 2,3 Milliarden Euro im
stationären Handel und einem Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr das
größte Futtersegment und entwickelte sich durchweg positiv: Snacks
einschließlich Katzenmilch kamen auf 380 Millionen Euro (plus 3,0 Prozent),
Feuchtfutter auf gerundet 1,6 Milliarden Euro (plus 1,1 Prozent) und
Trockenfutter auf 379 Millionen Euro (plus 0,5 Prozent).
Gemischtes Ergebnis bei Hundefutter
Der Umsatz mit Hundesnacks ist 2025 um 2,1 Prozent auf 768 Millionen Euro
gestiegen. Die Segmente Feuchtfutter (582 Millionen Euro, minus 1,9 Prozent) und
Trockenfutter (403 Millionen Euro, minus 2,7 Prozent) zeigten eine gegenläufige
Entwicklung. Insgesamt erzielte der Markt für Hundefutter in den klassischen
Vertriebswegen einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro und blieb damit nahezu
auf Vorjahresniveau (minus 0,3 Prozent).
Umsatzrückgänge bei Nahrung für weitere Heimtiere und Wildvogelfutter
Nachdem das Segment Zierfischfutter in den vergangenen Jahren durchweg
Umsatzzuwächse im stationären Handel verzeichnen konnte, setzte sich dieser
Aufwärtstrend 2025 nicht fort (60 Millionen Euro, minus 3,2 Prozent). Auch die
Segmente Ziervogelfutter (68 Millionen Euro, minus 3,7 Prozent) und
Kleintierfutter (76 Millionen Euro, minus 7,3 Prozent) mussten Einbußen
hinnehmen.
Ein ähnlicher Trend zeigte sich bei Wildvogelfutter: Die Umsätze in diesem
Segment beliefen sich 2025 auf 134 Millionen Euro, ein Minus von 7,6 Prozent.
Verluste im Bereich Bedarfsartikel und Zubehör
Der Bereich Bedarfsartikel und Zubehör verzeichnete 2025 mit einem Gesamtumsatz
von knapp 1,1 Milliarden Euro im stationären Handel ein Minus von 4,6 Prozent.
Diese Entwicklung spiegelte sich auch in den einzelnen Segmenten wider. So
mussten alle Bereiche Verluste hinnehmen, von Katzenstreu (370 Millionen Euro,
minus 1,6 Prozent) über Zubehör für Katzen (230 Millionen Euro, minus 5,0
Prozent) und Hunde (200 Millionen Euro, minus 6,5 Prozent) bis hin zu
Bedarfsartikeln und Zubehör für Ziervögel (24 Millionen Euro, minus 11,1
Prozent), Zierfische (160 Millionen Euro, minus 4,2 Prozent) und Kleintiere (79
Millionen Euro, minus 10,2 Prozent).
Lebensmitteleinzelhandel stärkster Absatzweg für Heimtier-Fertignahrung -
Fachhandel führend bei Bedarfsartikeln und Zubehör
Wichtigster Absatzweg für Heimtier-Fertignahrung blieb 2025 mit einem Umsatz von
mehr als 2,8 Milliarden Euro und einem Umsatzanteil von 66 Prozent weiterhin der
Lebensmitteleinzelhandel (einschließlich Drogeriemärkten und Discountern). Bei
Bedarfsartikeln und Zubehör wie etwa Gehegen, Technik, Pflegeprodukten, Streu
und Beschäftigungsartikeln behauptete sich der Fachhandel mit einem Umsatz von
808 Millionen Euro und einem Umsatzanteil von 76 Prozent als Hauptabsatzweg.
Online-Handel hält Umsatzlevel
Während knapp ein Drittel der Tierhaltenden Heimtierprodukte ausschließlich im
stationären Handel erwirbt, kaufen andere gern auch im Internet ein: 61 Prozent
der Halterinnen und Halter geben sowohl im Ladengeschäft als auch online Geld
für ihre Heimtiere aus. So betrug das geschätzte Umsatzvolumen in Online-Shops
und -Marktplätzen im Jahr 2025 über 1,5 Milliarden Euro und lag damit etwas
höher als 2024 (plus 0,6 Prozent). Differenzierte, tierartenspezifische Daten
zum Online-Markt sind derzeit noch nicht verfügbar.
Mehr als 33 Millionen Heimtiere in Deutschland
Im Jahr 2025 lebten 33,4 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel in
Haushalten in Deutschland. Hinzu kamen zahlreiche Zierfische und Terrarientiere.
Insgesamt lebte in 43 Prozent aller Haushalte in Deutschland mindestens ein
Heimtier. Das ist das Ergebnis einer haushaltsrepräsentativen Erhebung, die das
Marktforschungsinstitut Skopos für IVH und ZZF durchgeführt hat (Telefon- und
Online-Erhebung, Basis 5.000 Befragte).
Die Katze bleibt beliebtestes Heimtier
Viele Menschen gehen eine enge emotionale Bindung zu ihren Heimtieren ein und
nehmen sie als Teil der Familie wahr. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen
erneut die Katzen: Insgesamt 15,7 Millionen Stubentiger lebten 2025 in 24
Prozent der Haushalte. Dabei hatten 43 Prozent der Katzenhaltenden zwei oder
mehr samtpfotige Mitbewohner.
Hunde sind mit 10 Millionen Tieren ebenfalls sehr beliebt. Im vergangenen Jahr
lebte in jedem fünften Haushalt mindestens einer der treuen Vierbeiner. 43
Prozent von ihnen sind Mischlinge. Darüber hinaus lebten im vergangenen Jahr 4,4
Millionen Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster oder Mäuse in 5
Prozent der Haushalte sowie 3,3 Millionen Ziervögel in 3 Prozent der Haushalte.
In 4 Prozent der Haushalte pflegten Aquarianer ihre Fische in insgesamt 2,1
Millionen Aquarien. Die Zahl der Gartenteiche mit Zierfischen und der Terrarien
betrug jeweils eine Million in zwei bzw. einem Prozent der Haushalte. In 13
Prozent aller Haushalte lebten mindestens zwei Heimtierarten. Darüber hinaus
wurden in 1,4 Prozent der Privathaushalte Homefarming-Tiere wie Hühner oder
Wachteln gehalten.
"Katzen, Hunde, Nager und Co. können das Leben ihrer Halterinnen und Halter auf
vielfältige Weise bereichern und gerade auch in wirtschaftlich und politisch
unsicheren Zeiten großen Halt geben", so Georg Müller. "Das spiegelt sich in der
anhaltend hohen Gesamtzahl der Mitbewohner mit Fell, Federn, Flossen oder
Schuppen wider. Wichtig ist dabei eine verantwortungsvolle Haltung, die das Wohl
der Tiere in den Mittelpunkt stellt."
Heimtiere als Familienmitglied und Sozialpartner
2025 hatten etwa zwei von drei Familien mit Kindern (67 Prozent) und gut jeder
vierte Single (28 Prozent) ein Heimtier. "Diese Zahlen bestätigen die wichtige
Rolle von Heimtieren als Familienmitglieder und Sozialpartner", sagt Norbert
Holthenrich.
Die meisten Heimtierhaltenden in Deutschland leben in Mehrpersonenhaushalten.
2025 belief sich der Anteil von Zweipersonenhaushalten auf 35 Prozent, der
Anteil von Haushalten mit drei Personen und mehr auf 39 Prozent. 26 Prozent der
Tierhalterinnen und Tierhalter lebten in Einpersonenhaushalten.
Alter der Heimtierhaltenden ähnlich zum Vorjahr
Die Altersstruktur der Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer hat sich 2025 kaum
verändert. Wie in den Vorjahren waren auch letztes Jahr viele von ihnen im
mittleren Alter: 19 Prozent waren 30 bis 39 Jahre alt, 18 Prozent 40 bis 49 und
21 Prozent 50 bis 59. Der Anteil der Tierhaltenden bis 29 Jahre betrug 17
Prozent und der Anteil der über 60-Jährigen 25 Prozent.
Das Fazit von Müller und Holthenrich: Dass der Markt für Heimtierprodukte das
hohe Umsatzniveau der Vorjahre trotz schwieriger wirtschaftlicher
Rahmenbedingungen 2025 weitgehend halten konnte, ist ein positives Signal und
ein Zeichen der Resilienz der deutschen Heimtierbranche. Gleichzeitig
unterstreicht die anhaltend hohe Zahl von Heimtieren ihre gesellschaftliche
Bedeutung.
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