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Berlin (ots) - Der Wegfall des § 71 Gebäudeenergiegesetz (GEG), des sogenannten
Heizungsgesetzes, führt bis zum Jahr 2030 zu Treibhausgas-Mehremissionen in Höhe
von 7 Mio. Tonnen CO2 im deutschen Gebäudebestand. Das zeigt eine aktuelle
Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. München (FIW) unter Leitung
von Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente
Gebäudehülle e.V. (BuVEG). Die Untersuchung beziffert erstmals die
klimapolitischen Konsequenzen des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) und
des Wegfalls der 65-Prozent-Erneuerbaren-Regelung beim Heizungstausch. Die
Studie zeigt darüber hinaus auf, wie diese mit energetischen Sanierungsmaßnahmen
kompensiert werden können.
Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente
Gebäudehülle e. V.: "Die Ergebnisse der Studie zeigen klar: Marktgetriebene
Effekte allein - etwa steigende CO2-Preise oder der Hochlauf der Wärmepumpe -
können die entstehende Klimaschutzlücke nicht schließen. Eine deutliche
Steigerung der energetischen Sanierungen von Fassaden, Fenstern und Dächern ist
die einzige realistische Antwort. Wer das Heizungsgesetz abschafft, muss
energetische Sanierungen stärken: sie senken Energiekosten und sichern
Immobilienwerte. Das ist ein Gebot klimapolitischer und wirtschaftlicher
Vernunft."
Um die entstehenden Mehremissionen auszugleichen, wären laut Studie ab 2026
jährlich über 190.000 zusätzliche vollsanierte Wohneinheiten oder rund 380.000
zusätzliche Einzelmaßnahmen erforderlich. Bis 2029 steigt dieser Bedarf auf
435.000 Vollsanierungen bzw. nahezu 930.000 Einzelmaßnahmen pro Jahr. In 2025
wurden 260.000 Wohneinheiten saniert, im Vorjahr 2024 265.000. Die
Sanierungsquote liegt derzeit bei 0,67 %, eine jährliche Quote von mindestens 2
% wäre notwendig.
"Die Studie liefert konkrete Vorschläge, wie das gelingen kann. Etwa durch einen
Worst-Performing-Building-Bonus für Einzelmaßnahmen, eine Anhebung der
steuerlichen Abschreibung nach § 35c EStG von 20 auf 30 Prozent sowie eine
verbesserte steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungsmaßnahmen nach
dem Gebäudekauf", so Hinrichs abschließend.
Die vollständige Studie ist hier abrufbar (https://buveg.de/wp-content/uploads/2
026/04/CO2-Minderung-durch-Sanierung-bei-Abschaffung-von-%C2%A771.pdf) .
Der BuVEG - Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle repräsentiert alle an
der Gebäudehülle beteiligten Bauprodukte. Dazu gehören Hersteller von Steinen,
Fenstern, Türen, Fassaden, Putzsystemen und Dämmstoffen. Die effiziente
Gebäudehülle ist für das Erreichen der Klimaschutzziele unabdingbar und spielt
ebenso beim Werterhalt einer Immobilie als auch für Komfort und Gesundheit eine
wichtige Rolle.
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