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Berlin (ots) - Der Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, Jens Baas,
befürchtet, dass die Beiträge für die gesetzlichen Krankenkassen trotz der
geplanten Gesundheitsreform weiter steigen.
Im rbb24 Inforadio kritisierte er am Mittwoch vor allem die reduzierte
Einsparsumme von rund 16 Milliarden Euro - bisher waren 19,6 Milliarden Euro
vorgesehen.
"Die Belastung der Patienten ist immer noch extrem hoch", so Baas. "Deswegen ist
es schwierig, dass die Summe runtergeht. Denn [..] eine Summe von 16 Milliarden
bedeutet, dass mit sehr viel Glück - vielleicht - nächstes Jahr die Beiträge
nicht steigen müssen, danach aber wieder weiter. Und ich glaube, dass ist nicht
das Ziel der Reform gewesen."
Baas bemängelt außerdem, dass der Staat nicht die vollen Kosten für die
Krankenversicherung der Bürgergeld-Empfänger übernimmt. Das sei Betrug am
Bürger, so Baas. "In der Tat kostet die Versicherung von Menschen, die nicht
arbeiten, etwa 12 Milliarden Euro. Das ist eine staatliche Aufgabe. Der Staat
übernimmt aber von den Gesamtkosten nur ein Drittel. Also 12 Milliarden müssen
die gesetzlich Versicherten übernehmen, der Staat übernimmt etwa 8 in der
Größenordnung."
Dieses Problem habe der Staat mittlerweile anerkannt, so der TK-Chef. "Von
diesen 12 Milliarden, die er (der Staat) eigentlich finanzieren müsste, bezahlt
er jetzt 250 Millionen, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen."
Und das sei noch nicht alles, moniert Baas. Auch die geplante Kürzung des
Bundeszuschusses um zwei Milliarden Euro jährlich für versicherungsfremde
Leistungen kritisiert er. Das sei schlicht ein "Taschenspielertrick" des
Staates, so Baas.
Der Link zum Interview: https://ots.de/46nizM
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