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Mannheim (ots) -
- Gesamtnachfrage steigt im ersten Quartal um 26 Prozentpunkte
- Ausschreibungen für IT, Finanzen, Einkauf und Juristen ziehen an
- Personaler, Ingenieure, Marketers und Vertriebler entwickeln sich
unterdurchschnittlich
Die Nachfrage nach Fachkräften in Deutschland ist im ersten Quartal 2026
gegenüber dem Vorquartal um gerundet 26 Prozentpunkte gestiegen. Damit liegt der
Index teilweise deutlich über den Werten der vergangenen drei Quartale. Dieser
Anstieg sollte jedoch nicht als nachhaltige Erholung interpretiert werden. Zum
einen werden zu Jahresbeginn saisonbedingt häufig mehr Stellen ausgeschrieben,
da Unternehmen neue Budgets freigeben, Personalplanungen konkretisieren und
vakante Positionen neu besetzen. Zum anderen zeigt der Vergleich der ersten
Quartale im Jahresverlauf eine rückläufige Grundtendenz: Während der Index in
den Jahren 2023 und 2024 noch bei 158 beziehungsweise 161 Prozent lag, sank er
2025 bereits auf 80 Prozent und brachte es 2026 nur noch auf 62 Prozent. Der
aktuelle Zuwachs deutet daher eher auf eine kurzfristige Belebung innerhalb
eines insgesamt abgeschwächten Nachfrageumfelds hin. "Wir sehen eine selektive
Erholung: Unternehmen investieren vorsichtig und suchen vor allem dort
Fachkräfte, wo sie unmittelbar Effizienz sichern, Risiken begrenzen oder
Zukunftsprojekte vorantreiben können," so Alexander Heise, Hays CEO Deutschland
und CEMEA.
IT zieht wieder an - aber nur bei Schlüsselprofilen
Überdurchschnittlich gut entwickelt sich die Nachfrage nach IT-Fachkräften,
Finanzexperten, Einkäufern und Juristen. In diesen Berufsgruppen zeigt der
Fachkräfteindex im ersten Quartal eine positive Tendenz. Besonders deutlich
fällt die Erholung im IT-Bereich aus: Der Index stieg um 37 Prozentpunkte auf 96
Prozent. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch den starken Zuwachs
bei SAP-Entwicklern mit plus 118 Prozentpunkten, IT-Security-Spezialisten mit
plus 108 Prozentpunkten sowie Datenbankentwicklern mit plus 78 Prozentpunkten.
Auch bei IT-Architekten und IT-Beratern ist ein leichtes Nachfrageplus zu
beobachten. Dies dürfte unter anderem mit der stärkeren Integration künstlicher
Intelligenz in bestehende IT-Infrastrukturen zusammenhängen. Unternehmen
benötigen dafür belastbare Systemarchitekturen, sichere Datenumgebungen und
Schnittstellenkompetenz. "Unternehmen stellen wieder vermehrt ein, konzentrieren
sich dabei aber klar auf strategisch kritische Profile wie IT-Security,
IT-Architekten oder SAP-Spezialisten, so Andreas Sauer, Bereichsleiter
Technology bei Hays.
Beratung und Steuern treiben Nachfrage nach Finanzfachkräften
Auch bei Finanzfachkräften zeigt der Fachkräfteindex im ersten Quartal wieder
nach oben: Die Nachfrage stieg um 35 Prozentpunkte, bleibt jedoch weiterhin
unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Besonders stark gefragt waren
Finanzberater, deren Indexwert um 79 Prozentpunkte zulegte. Das deutet auf einen
wachsenden Beratungs- und Projektbedarf in den Unternehmen hin. Zudem wurden Tax
Manager deutlich häufiger gesucht; hier lagdas Plus bei 70 Prozentpunkten. "Das
selektive Einstellungsverhalten führen wir in erster Linie auf eine kurzfristig
ausgerichtete Marktdynamik zurück", sagt Erich Schwinghammer, Bereichsleiter
Finance bei Hays.
Unternehmen stärken Einkauf und Rechtsabteilungen
Der deutliche Anstieg bei Einkaufspositionen zeigt, dass der Einkauf in der
schwachen Wirtschaftslage weiter an strategischer Bedeutung gewinnt. Die
Nachfrage stieg im ersten Quartal um 39 Prozentpunkte auf 81 Prozent. In einem
verhaltenen Marktumfeld rücken Kostenkontrolle, Einsparpotenziale und bessere
Vertragsbedingungen stärker in den Fokus. Einkäufer werden damit nicht nur
operativ gebraucht, sondern zunehmend als relevante Partner des Managements.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei strategischen Einkäufern,
deren Nachfrage gegenüber dem Vorquartal um 55 Prozentpunkte zulegte. Auch
Lieferanten-Manager wurden deutlich häufiger gesucht; hier lag das Plus bei 54
Prozentpunkten. Auch bei Juristen zeigt der Fachkräfteindex nach oben: Die
Gesamtnachfrage stieg um 23 Prozentpunkte auf 137 Prozent. Besonders gefragt
sind erfahrene Senior-Juristen, deren Nachfrage um 94 Prozentpunkte zulegte.
"Schlüsselpositionen mit Kompetenzen im Change-Management werden zunehmend
strategischer besetzt," so Christof Kroczek, Principal Consultant Procurement.
Auch die Branchenauswertung zeigt mehrheitlich positive Signale. Mit 101
Prozentpunkten verzeichnet das Baugewerbe den größten Anstieg, und schaffte es
auf einen Indexwert von 242 Prozent. Auch die öffentliche Verwaltung schreibt
wieder vermehrt aus (+ 3 Prozentpunkte). Banken und Versicherungen (+ 39
Prozentpunkte), Unternehmensdienstleister (+ 37 Prozentpunkte) und
Personaldienstleister (+ 33 Prozentpunkte) folgen. Die IT-Branche erreichte mit
plus 16 Prozentpunkten einen Indexwert von 67 Prozent. Lediglich der Handel und
das verarbeitende Gewerbe wuchsen unterdurchschnittlich.
HR bleibt im Tief - trotz erster Erholungssignale
Beim Blick auf die schwache Ausschreibungsdynamik sind erneut die Positionen im
Bereich Human Resources betroffen. Zwar hat sich die Nachfrage nach
HR-Fachkräften mit einem Anstieg um 19 Prozentpunkte auf 34 Prozent leicht
erholt. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen zählt HR jedoch weiterhin zu den
schwächeren Bereichen und liegt deutlich unter dem Niveau des Vorjahresquartals.
Auf der Ebene einzelner Positionen zeigen sich dennoch positive Entwicklungen.
Den stärksten Zuwachs verzeichnen HR Business Partner mit einem Plus von 46
Prozentpunkten. Es folgen Personalberater mit einem Anstieg um 26 Prozentpunkte
sowie Personalreferenten mit einem Plus von 19 Prozentpunkten bei den
Stellenausschreibungen. Insgesamt deutet die Entwicklung auf eine vorsichtige
Belebung hin, bleibt jedoch von einem nachhaltigen Nachfrageaufschwung noch
deutlich entfernt. "HR Business Partner und Personalreferenten sind gefragt,
weil sie operative Stabilität sichern und Veränderung mitgestalten müssen," weiß
Sebastian Georg, Senior Abteilungsleiter HR.
Investitionen bestimmten die Ingenieurnachfrage
Für das verarbeitende Gewerbe zeigt der Fachkräfteindex im ersten Quartal 2026
eine leicht veränderte Nachfragestruktur. Zwar ist der Index saisonbedingt um 10
Prozentpunkte auf minus 26 Prozent gestiegen, das Niveau bleibt jedoch weiterhin
verhalten. Besonders anhand der Stellenprofile, die von diesem Zuwachs
profitieren, wird deutlich, dass sich die Nachfrage zunehmend von konkreten
Investitionsfeldern abhängt. Den stärksten Anstieg verzeichnen mit 42
Prozentpunkten die Planungsingenieure. Bauingenieure, Automatisierungs-,
Betriebs-, und Elektroingenieure folgen mit jeweils 39, 32 und 21
Prozentpunkten.
Im Branchenvergleich zählt vor allem die Energiewirtschaft weiterhin zu den
zentralen Treibern der Nachfrage nach Ingenieurberufen. Zwar sinkt der Index in
diesem Segment um 32 Prozentpunkte auf 93 Prozent, dennoch zeigt sich, wie stark
der Fachkräftebedarf von konkreten Infrastruktur- und Transformationsprojekten
geprägt ist. Insbesondere technische Spezialprofile bleiben beim Netzausbau, den
erneuerbaren Energien, Umspannwerken und Wasserstoff gefragt. "Energie- und
Infrastrukturprojekte setzen klare Impulse für die Suche nach
Elektroingenieurinnen und Elektroingenieuren - trotz schwacher Gesamtnachfrage.
Im verarbeitenden Gewerbe entscheidet immer stärker die Investitionsagenda
einzelner Unternehmen und Branchen über den Personalbedarf", so René Gruner,
verantwortlich für den Bereich Engineering bei Hays.
Über den Hays Fachkräfte-Index
Der Hays Fachkräfte-Index (https://www.hays.de/personaldienstleistung-aktuell/fa
chkraefte-index-branchenuebergreifend?utm_campaign=fachkraefte_index_q1_2026&utm
_source=advertising_media&utm_medium=press) basiert auf einer quartalsweisen
Auswertung der Index Internet und Mediaforschung GmbH für Hays. Einbezogen
werden Stellenanzeigen der meistfrequentierten Online-Jobbörsen, von
Tageszeitungen sowie dem Business-Netzwerk Xing. Der Fachkräfte-Index zeigt die
prozentuale Veränderung zum Ausgangswert vom 1. Quartal 2015 an. Sämtliche
Positionsbezeichnungen gelten grundsätzlich für alle Geschlechter.
Über Hays
Hays plc ist der weltweit führende Spezialist für Personallösungen wie etwa RPO
und MSP und Experte für die Rekrutierung hochqualifizierter Fachkräfte ist Hays
marktführend. Hays ist im privaten wie im öffentlichen Sektor tätig und
vermittelt Spezialisten für Festanstellungen, Projektarbeit und in
Arbeitnehmerüberlassung. Die Gruppe beschäftigt ca. 9.500 Mitarbeiter in 206
Niederlassungen weltweit. In Deutschland vermittelt Hays Spezialistinnen und
Spezialisten u.a. aus den Bereichen IT, Engineering, Construction & Property,
Life Sciences, Finance, Sales & Marketing, Legal, Retail, Healthcare und HR.
Pressekontakt:
Clemens Hoh
Hays AG, PR & Content
T: +49 621 1788 1946
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/63173/6268696
OTS: Hays AG
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