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Osnabrück (ots) - Der Deutsche Landkreistag (DLT) hat sich der ADAC-Warnung vor
Einschnitten bei der Luftrettung angeschlossen und befürchtet durch die
GKV-Reform eine "dramatische Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in den
ländlichen Regionen". "Wir sind als Landkreise zwar nicht für die Luftrettung
zuständig. Aber: Wir teilen diese Sorgen ganz ausdrücklich. Da droht ein echter
Teufelskreis", sagte DLT-Präsident Achim Brötel im Interview mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (noz, Samstagsausgabe).
"Wenn durch die Sparvorgaben die Krankenhausversorgung in der Fläche ausgedünnt
wird, kommt der schnellen Rettung aus der Luft umgekehrt doch eine umso größere
Bedeutung zu. Für den Rettungswagen ist der Weg dann im Zweifel nämlich zu weit.
Wird aber auch noch die Luftrettung ausgedünnt, können Schwerstkranke oder
Verletzte nicht rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht werden", so Brötel. "Das
kann und das darf nicht sein. Die Hubschrauber starten doch nicht, wenn sich
jemand ein Bein gebrochen hat. Da geht es um akute Notfälle und damit um
Menschenleben."
Der DLT-Präsident reagierte auf die Warnung des ADAC, bei einer Umsetzung der
geplanten Gehaltsbremse für das Rettungspersonal müssten Hubschrauber der
Luftrettung künftig häufiger am Boden bleiben.
Auch die Sparvorgaben für Kliniken kritisierte der Landkreistagpräsident scharf:
"Das geplante GKV-Sparpaket würde unsere Kliniken zusätzlich mit mehr als fünf
Milliarden Euro belasten. Das führt nahezu zu einer Verdoppelung der schon jetzt
viel zu hohen Defizite. Das kann niemand mehr verkraften", sagte Brötel zu noz.
"Wir werden es deshalb erleben, dass vor allem die kleineren, in der Fläche aber
unverzichtbaren Krankenhäuser reihenweise heruntergefahren werden oder sogar
schließen müssen. Das würde die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Regionen
dramatisch verschlechtern."
Die GKV-Reform ist vom Bundeskabinett bereits beschlossen und soll bis Anfang
Juli vom Bundestag verabschiedet werden. Der Deutsche Landkreistag ist der
bundesweite Spitzenverband, der die Interessen der Landkreise vertritt, unter
anderem gegenüber der Bundesregierung.
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