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Osnabrück (ots) - Die Kinderbuchautorin Liane Schneider ("Conni") schließt für
ihre erfolgreiche Bilderbuch-Reihe existenzielle Krisenthemen wie Krieg oder
Sterben aus: "Ich hatte schon öfter im Kopf, mal etwas über Connis zweite Oma zu
schreiben, über Veränderungen durch das Alter, über Krankheit, Tod. Diese Themen
sind ja auch für Kinder wichtig. Aber bei mir würde das wohl zu realistisch. Ich
habe es bis heute nicht geschafft, darüber mit Leichtigkeit und Humor aus
Kindersicht zu schreiben. Das Gleiche gilt für das Thema Krieg und seine
Folgen", sagte Schneider der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz).
Die Autorin verwies dazu auch auf die Funktion der Reihe als Bettkantenlektüre:
"Außerdem werden die Conni-Bilderbücher oft zum Einschlafen vorgelesen. Da
sollten die Geschichten Kinder auch nicht zu sehr aufwühlen."
Schneider verriet, dass die Welt von Conni nach über 30 Jahren nicht mehr
lückenlos zusammenpasst: "Durch Verschiebungen und Änderungen sind schon kleine
logische Fehler entstanden. Zum Beispiel hat sich seit 'Conni hat Geburtstag'
der Altersabstand von Conni und ihrem kleinen Bruder geändert. Und bei der
Neuausgabe von 'Conni lernt Rad fahren' habe ich sie jünger gemacht, weil Kinder
ja jetzt früher Rad fahren lernen. Dadurch ändert sich dann auch das Umfeld", so
Schneider. "In der neuen Ausgabe wohnt sie jetzt noch im Mehrfamilienhaus und
geht in den Kindergarten, und so entstehen kleine Brüche zu anderen Bänden. Aber
eigentlich achte ich schon sehr darauf, dass alles gut zusammenpasst."
Auf Kritik an veralteten Rollenbildern, wie sie etwa Filmemacherin Karoline
Herfurth in ihrem Werk "Wunderschön" andeutete, reagiert die Autorin gelassen.
"Die Anspielung kränkt mich nicht. Ich schreibe seit mehr als 30 Jahren und in
der Zeit haben sich Rollen- und Familienbilder eben auch gewandelt. Deshalb
überarbeite ich immer mal wieder ältere Bücher", erklärte die Autorin. "In den
Neuausgaben und bei den ganz neuen Titeln sowieso ist der Vater präsenter und
übernimmt einen größeren Teil der Care-Arbeit."
Schneider, die vor allem die Geschichten der "kleinen Conni" verantwortet,
begründet ihren Fokus auf das Kita-Alter mit eigenen Erfahrungen: "Ich glaube,
am intensivsten war schon die Kleinkindzeit, also von der Geburt bis etwa zum
Schulanfang. Da entwickelt sich ein Kind so schnell, alles ist neu und man ist
als Mutter da so sehr als ganzer Mensch gefordert. Als Vater wahrscheinlich
auch. Vielleicht bin ich auch deshalb beim Schreiben gerne bei der kleinen Conni
geblieben."
Eine Conni, die 1992 im ersten Band in die Kita kam, müsste heute Ende 30 sein.
Auf die Frage nach der erwachsenen Conni antwortete Schneider: "Ein fiktiver
Band über eine fiktive erwachsene Conni könnte vielleicht erzählen, wie sie
ihren runden Geburtstag feiert in einem Haus mit Garten mit ihrer eigenen
Familie, mit Freunden und Freundinnen aus der Schul- und Studienzeit, der
Freizeit oder der Arbeit. Und sie könnten sich dabei an ihre Reisen erinnern, an
gemeinsame lustige Erlebnisse, z. B. wie da einmal ein Kranich an die
Terrassentür geklopft hat ..."
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