|
Berlin (ots) -
- Zunahme um 2,2 % - Auswirkungen des Iran-Kriegs noch nicht spürbar
- Neue gemeinsame Immobilienpreisindizes von Deutscher Bundesbank und
vdpResearch finden ab sofort Berücksichtigung im vdp-Index
Im ersten Quartal 2026 legten die Immobilienpreise in Deutschland um 2,2 %
gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Dies zeigt der Immobilienpreisindex des
Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp). Wie in den vorherigen Quartalen
verzeichneten Wohnimmobilien mit 2,3 % einen etwas stärkeren Preisanstieg als
Büro- und Einzelhandelsimmobilien mit 1,9 % bzw. 1,5 %.
"Die Immobilienpreise sind erneut mit moderatem Rückenwind ins Jahr 2026
gestartet. Abzuwarten bleibt, wie sich der Iran-Krieg auf den Immobilienmarkt
auswirkt - in den Zahlen zum ersten Quartal findet er noch wenig Niederschlag."
Jens Tolckmitt
Jens Tolckmitt , Hauptgeschäftsführer des vdp, ordnete die aktuellen
Entwicklungen wie folgt ein: "Die Immobilienpreise in Deutschland sind erneut
mit moderatem Rückenwind in das Jahr 2026 gestartet, sie haben damit den
Aufwärtstrend des Vorjahres untermauert." Es bleibe jedoch abzuwarten, ob sich
die derzeit zu beobachtende Entwicklung im weiteren Verlauf des Jahres so
fortsetzen werde. Offen sei insbesondere, wie sich der Iran-Krieg auf den
Immobilienmarkt auswirke. In den Zahlen des 1. Quartals finde er noch wenig
Niederschlag.
Angepasste Index-Methodik
Die Ermittlung der vdp-Index-Entwicklung erfolgte erstmals teilweise auf Basis
einer angepassten Methodik, die seit 2020 von der Deutschen Bundesbank gemeinsam
mit der vdp-Tochter vdpResearch entwickelt worden ist. Beide Organisationen
veröffentlichen heute parallel neue, umfassende Indizes zu
Gewerbeimmobilienpreisen in Deutschland. Diese neuen Indizes basieren auf der
für regulatorische Zwecke bereits existierenden Marktschwankungsdatenbank und
greift auf die umfassende Transaktionsdatenbank der vdpResearch, in die Quartal
für Quartal echte Verkaufsfälle von mehr als 700 Banken einfließen, sowie auf
die Zentrale Immobilienmarktdatenbank der Sparkassen-Finanzgruppe zurück.
Für die neuen Gewerbeimmobilienpreisindizes der Bundesbank werden die
Preisentwicklungen für Mehrfamilienhäuser, Büro- und Einzelhandelsimmobilien für
verschiedene regionale Abgrenzungen berechnet und zu einem Deutschland-Index
aggregiert - dieser weist für das erste Quartal 2026 einen Anstieg um 2,1 %
gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. Für Mehrfamilienhäuser wird zusätzlich noch
ein separater Preisindex für die Top 7-Städte ermittelt. Startzeitpunkt ist
rückblickend das erste Quartal 2013.
"Der neue Preisindex bildet Schwankungen gerade in den volatileren
Gewerbemärkten schnell und präzise ab." Reiner Lux
"Wir freuen uns, dass nach vielen Jahren der Zusammenarbeit mit der Deutschen
Bundesbank nun ein neuer Gewerbeimmobilienpreisindex entstanden ist. Dieser
Index bildet Schwankungen gerade in den volatileren Gewerbemärkten schnell und
präzise ab", erklärte Reiner Lux , Geschäftsführer der vdpResearch.
Wohnimmobilien: Selbst genutztes Wohneigentum verteuert sich um 2,5 %
Der Anstieg der Wohnimmobilienpreise im ersten Quartal dieses Jahres in Höhe von
2,3 % resultierte vor allem aus der Entwicklung bei selbst genutztem
Wohneigentum: Die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen legten
insgesamt um 2,5 % zu. Mehrfamilienhäuser verteuerten sich von Januar bis März
dieses Jahres um 2,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und damit schwächer
als in den Vorquartalen.
Gemessen am vdp-Index für Liegenschaftszinsen, nahmen die Renditen im
Mietwohnungsbau auf Jahressicht um 0,8 % zu, was darauf zurückzuführen ist, dass
der Preisanstieg bei Mehrfamilienhäusern geringer ausfiel als das Plus der
Neuvertragsmieten, die sich vom Auftaktquartal 2025 zum ersten Quartal 2026 um
3,0 % erhöhten.
"Die Situation auf dem Wohnungsmarkt bleibt sehr angespannt." Jens Tolckmitt
"Auch wenn die Dynamik des Mietanstiegs aktuell etwas nachgelassen hat, bleibt
die Situation auf dem Wohnungsmarkt sehr angespannt. Die nach wie vor bestehende
Knappheit an Wohnraum lässt Preise und Mieten vor allem in den Metropolen weiter
steigen", so Tolckmitt. Er appellierte an die Politik, die regulatorischen
Reformen zur Wohnungsmarkt-Belebung konsequent umzusetzen. Das sei deutlich
zielführender und schneller realisierbar als die Überlegungen zur Schaffung
einer neuen Bundeswohnungsbaugesellschaft. Zumal das "Bündnis bezahlbarer
Wohnraum" und die in der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft
Deutschland (BID) zusammengeschlossenen Verbände wie der vdp entsprechende
Vorschläge längst vorgelegt hätten. Als Beispiel im Finanzierungsbereich nannte
er die im Koalitionsvertrag verankerten staatlichen Bürgschaften für Kredite zur
Wohnraumschaffung in großem Stil.
Wohnen Top 7*: Mieten steigen geringer als im Bundesdurchschnitt
In den Top 7-Städten belief sich das Preiswachstum bei Wohnimmobilien auf
durchschnittlich 3,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Unter den sieben
Metropolen verteuerten sich Wohnobjekte am stärksten in Hamburg (+4,9 %). Etwas
geringer fielen die Wachstumsraten in Düsseldorf (+4,1 %), Frankfurt am Main und
Köln (jeweils +4,0 %) und München (+3,5 %) aus. Dahinter folgten Berlin (+2,9 %)
und Stuttgart (+1,7 %).
Bei den Neuvertragsmieten verzeichneten die Top 7-Städte mit durchschnittlich
2,4 % eine geringere Zuwachsrate als Gesamtdeutschland (+3,0 %). Dabei reichte
die Spanne von +3,9 % (Hamburg) bis zu +1,3 % (Berlin). Somit legten die
Neuvertragsmieten in der Hauptstadt erneut - wie in den vorherigen Quartalen -
unterdurchschnittlich zu. Gemessen am vdp-Liegenschaftszinsenindex, gaben die
Renditen in den Ballungsräumen um 1,3 % nach - verglichen mit dem
Vorjahresquartal.
Büros mit stärkeren Preisanstiegen als Handelsobjekte
Im ersten Quartal dieses Jahres legten auch die Preise der von Banken
finanzierten Büro- und Einzelhandelsimmobilien im Jahresvergleich zu. Bei
Büroobjekten belief sich der Preisanstieg gegenüber dem ersten Quartal 2025 auf
1,9 %. Etwas geringer - um 1,5 % - erhöhten sich die Preise für
Einzelhandelsimmobilien.
Auch die Neuvertragsmieten wiesen bei finanzierten Büroobjekten mit 2,8 % einen
höheren Zuwachs auf als bei finanzierten Handelsimmobilien mit 1,5 % - jeweils
verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Im Ergebnis stiegen die Renditen von
Büros, gemessen am vdp-Liegenschaftszinssatzindex, um 0,8 % im
Vorjahresvergleich, während die Renditen von Einzelhandelsimmobilien im
Berichtsquartal stagnierten (0,0 %), da Preis- und Mietanstieg parallel
verliefen.
Sämtliche Indexdaten zu den einzelnen vdp-Immobilienpreisindizes sind inkl.
Rohdaten sowohl auf http://www.pfandbrief.de/vdp-immobilienpreisindex/ als auch
auf http://www.vdpresearch.de/leistungen/preisindizes/ verfügbar.
Über den Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp)
Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) ist einer der fünf Spitzenverbände
der Deutschen Kreditwirtschaft. Er repräsentiert die bedeutendsten Kapitalgeber
für den Wohnungs- und Gewerbebau sowie für den Staat und seine Institutionen.
Der Verband vertritt die pfandbriefspezifischen Interessen seiner
Mitgliedsinstitute gegenüber Gesetzgeber, Aufsicht, Ratingagenturen und
sonstigen Marktteilnehmern.
Über die vdpResearch GmbH
Die vdpResearch GmbH ist seit 2008 verlässlicher Partner der deutschen
Kreditwirtschaft. Als Forschungsgesellschaft des vdp gegründet, sind die
entwickelten Produkte und Analysen längst fester Bestandteil der
Risikoeinschätzung und Immobilienbewertung zahlreicher Kreditinstitute - mehr
als 90 % nutzen das vdpResearch-Monitoring. Basis ist die in Deutschland
einzigartige Transaktionsdatenbank. Verschiedene digitale Anwendungen bieten
maßgeschneiderte Lösungen speziell für Banken und Gutachter im Bereich ESG und
Nachhaltigkeit.
* Die hier im Abschnitt "Top 7" genannten Veränderungsraten wurden auf Basis der
bisherigen vdp-Index-Methodik berechnet. Sie unterscheiden sich damit temporär
von den Werten, die der Top 7-Index der Deutschen Bundesbank ausweist.
Pressekontakt:
Carsten Dickhut
T +49 30 20915-320
E mailto:dickhut@pfandbrief.de
Horst Bertram
T +49 30 20915-380
E mailto:bertram@pfandbrief.de
Sigrid Rautenberg
T +49 30 206229-203
E mailto:rautenberg@vdpresearch.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/29608/6272391
OTS: Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) e.V.
|