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München (ots) - Eiche, Kieferngewächse, Birke: Während bei Pollen im Freien im
Mai Hochzeit herrscht, haben viele Allergene in geschlossenen Räumen ganzjährig
Saison. Die Schadstoffkonzentration in Innenräumen ist laut WHO bis zu 30 mal
höher als im Freien. Der Projektentwickler UBM Development wird in München
deswegen erstmals ein spezielles Siegel umsetzen. Auch in Berlin gibt es ein
Beispiel für allergiefreundliches Bauen.
Wenn der aktuelle Pollenflug den allergieanfälligen Teil der Gesellschaft lähmt,
rückt ein Widerspruch in den Fokus, der größer kaum sein könnte: Menschen achten
akribisch auf Allergene im Freien, in Lebensmitteln, Kosmetika und Textilien -
aber nicht in Gebäuden, in denen sie bis zu 90 Prozent ihres Lebens verbringen.
Allergikerfreundliches Bauen wird nach Expertenmeinung deshalb zu einer weiteren
großen Bauaufgabe - neben Nachhaltigkeit, Schnelligkeit und Leistbarkeit.
Allergien sind ein Standortfaktor
Bundesweite Gesundheitsstudien zeigen, dass allergische Erkrankungen seit den
1990er- und 2000er-Jahren stark zugenommen haben und Allergien heute als
Volkskrankheit gelten. Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag des
AOK-Bundesverbands hat inzwischen etwa jede dritte Person in Deutschland (36 %)
eine ärztlich diagnostizierte Allergie. Fachleute nennen als Treiber Umwelt- und
Klimafaktoren, was zu einer längere Pollensaison und neue allergenen Pflanzen
führt. Aber auch Stadtluft, veränderte Lebensstile sowie eine verbesserte
Diagnostik und höhere Aufmerksamkeit treiben die Zahlen nach oben. Durch den
Klimawandel wird mit einer weiteren Zunahme insbesondere von Pollenallergien
gerechnet; bereits heute berichtet knapp ein Viertel der diagnostizierten
Pollenallergiker, dass ihre Symptome in den letzten fünf Jahren zugenommen
haben.
Die zunehmende Verbreitung allergischer Erkrankungen bleibt nicht ohne Folgen:
Neben den gesundheitlichen Belastungen für Betroffene entstehen europaweit
volkswirtschaftliche Schäden von über 100 Milliarden Euro pro Jahr. Jede zehnte
Krankschreibung ist allergiebedingt, allein Heuschnupfen verursacht jährlich
rund eine Million Fehltage. Gleichzeitig halten sich Menschen im Durchschnitt 80
bis 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen auf - in Wohnungen, Büros, Schulen,
Hotels.
Die Innenraumluft ist dabei häufig deutlich stärker belastet als die Außenluft.
Die Weltgesundheitsorganisation spricht von bis zu 30-fach höheren
Schadstoffkonzentrationen. Verantwortlich sind flüchtige organische Verbindungen
(VOC), Formaldehyd, Weichmacher und Biozide, die aus Baumaterialien, Farben,
Klebern, Bodenbelägen und Möbeln ausgasen. Sie reizen Schleimhäute, schwächen
das Immunsystem und verschärfen allergische Beschwerden.
Baubranche entdeckt Thema Allegien
Während Nachhaltigkeitszertifikate seit Jahren Energie, CO2 und Wasserverbrauch
von Gebäuden messen, wurde die medizinische Wirkung von Gebäuden bisher kaum
beachtet. Diese Lücke schließt die AFBA - Allergy Friendly Buildings Alliance.
Gemeinsam mit der European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF),
internationalen Medizinern und führenden Ingenieurbüros hat sie das weltweit
erste medizinisch-wissenschaftliche Qualitätssiegel für allergikerfreundliche
Gebäude und Quartiere entwickelt.
UBM Development, einer der führenden europäischen Vorreiter im Bereich der
Holz-Hybrid-Bauweise, leistet auch beim allergikerfreundlichen Bauen
Pionierarbeit. "Wir sehen beim Thema Allergiefreundlichkeit ein strukturelles
Versäumnis der Bau- und Immobilienbranche. Hinzu kommt, dass ausgerechnet das
notwendige energieeffiziente Bauen die Schadstoffkonzentration in Innenräumen
erhöhen kann", sagt Christian Berger, Vorsitzender der Geschäftsführung bei UBM
Development Deutschland. "Die Holz-Hybrid-Bauweise bietet heute die technischen,
ökologischen und gesundheitlichen Voraussetzungen, um nachhaltiges Bauen auch in
anderen Bereichen wie Gesundheit und Wohlbefinden weiterzudenken und
weiterzuentwickeln." Für Berger gibt es viele Zahlen und Gründe, das Thema
Allergene anzugehen und auf Holz zu setzen.
"Dass schlecht gebaute Gebäude krank machen können, ist mittlerweile
wissenschaftlich belegt", erklärt Berger. Im Gegenzug ist schon heute bekannt,
welche positiven Auswirkungen bestimmte Baustoffe mit sich bringen - wie etwa
Holz. Das Forschungsprojekt HOMERA (Holz-Mensch-Raum) der Technischen
Universität München hat für eine Metastudie mehr als 40 internationale
Untersuchungen ausgewertet. Holz in Innenräumen wirkt sich demnach positiv auf
Raumklima, Stresslevel, Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und das Immunsystem
aus. Die Studien zeigen beim Holzbau unter anderem: eine rasche Abnahme von
VOC-Emissionen nach Fertigstellung, eine natürliche Regulierung der
Luftfeuchtigkeit, antimikrobielle Eigenschaften unbehandelter Holzoberflächen,
messbar geringere Stressindikatoren wie Herzfrequenz und Cortisolspiegel.
AFBA: Allergikerfreundlichkeit erstmals systematisch gedacht
"Wir müssen endlich beginnen, medizinisches Wissen stärker in die Baupraxis
einzubringen. Das wurde bisher vernachlässigt", sagt Angela Balatoni. Sie hat
die AFBA (Allergy Friendly Buildings Alliance) 2020 aus einer persönlichen
Erfahrung im innersten Familienkreis ins Leben gerufen. Bei Ehemann und Sohn
wurden nach langem Rätselraten Allergien diagnostiziert. Nach ihren Worten ist
die Aufgabe komplex. "Moderne, dichte und energieeffiziente Gebäude reduzieren
den Luftaustausch - damit verbleiben Ausdünstungen von Materialien und
Reinigungsmitteln länger in der Raumluft", erklärt sie. "Während CO2 und
Energieeffizienz intensiv diskutiert werden, kommt die Frage nach den
Auswirkungen auf das Immunsystem oft zu kurz."
Entscheidend sei die medizinische Einordnung. Architekten und Projektentwickler
könnten gesundheitliche Wirkungen von Stoffen nicht abschließend beurteilen,
Mediziner hingegen keine Gebäude planen. Die AFBA bringt deshalb Disziplinen wie
Immunologie, Allergologie und Dermatologie mit der Immobilienbranche zusammen.
Allergikerfreundliches Bauen muss laut Balatoni nicht teurer sein. UBM-Chef
Berger bestätigt dies. "Oft geht es lediglich um den Austausch von Produkten,
etwa Innenfarben mit problematischen Konservierungsstoffen oder Lösemitteln.
Zunächst ist es wichtig, das Thema überhaupt zu erkennen und im Planungsprozess
ein Bewusstsein dafür zu schaffen", sagt er.
Dennoch werde das Thema häufig übersehen, da Nachhaltigkeitszertifikate wie
DGNB, LEED oder WELL historisch stärker ökologisch und ökonomisch geprägt seien.
Sie berücksichtigen bei der Pflanzenplanung nur selten medizinische Aspekte wie
etwa die Pollenintensitität. Laut Balatoni ein Fehler, da sich aus dem
ganzheitlichen Denken auch technische Vorteile ergeben können. Wird die künftige
Pollenbelastung der Außenluft beim Pflanzkonzept mitgedacht, verschmutzen Filter
von Lüftungsanlagen weniger stark. Dadurch sinken auch die Wartungskosten. "Auch
das Facility Management im laufenden Betrieb spielt eine Schlüsselrolle, etwa
durch korrekt dosierte, duftstoffarme Reinigungsmittel. Für sensible Menschen
kann dies oft ein Gamechanger sein", sagt sie.
Als Beispiele für allergikerfreundliche Projekte nennt Balatoni das Pilotprojekt
am Tacheles-Areal in Berlin, wo interdisziplinäre Zusammenarbeit neue Lösungen
ermöglicht hat. Ein aktuelles Beispiel ist das UBM-Wohnprojekt, das derzeit im
Stadtteil Berg am Laim im Münchner Osten entwickelt wird. Das auf dem ehemaligen
Bogner-Areal in Holz-Hybrid-Bauweise entstehende Timber Living ist von der AFBA
bereits vorzertifiziert und wird neben Wohnungen und einen Supermarkt auch einen
Kindergarten umfassen.
Mit steigenden Allergiezahlen erwartet Balatoni eine steigende Nachfrage und
einen steigenden Aufklärungsbedarf. "Gesundheit wird im Kontext von
ESG-Anforderungen weiter an Bedeutung gewinnen. Akteure können durch bewusste
Materialwahl, Renovierung und informierte Entscheidungen aktiv Einfluss nehmen."
Allergikerfreundliche Gebäude zahlen direkt auf soziale ESG-Ziele ein,
reduzieren krankheitsbedingte Ausfälle und erhöhen die Attraktivität von
Immobilien für Mieter und Investoren. Berger stimmt zu: "Gerade institutionelle
Anleger erkennen immer öfter: Ein Gebäude, das krank macht, ist kein
nachhaltiger Vermögenswert. Gesundheit galt lange als ,Soft Factor' und
entwickelt sich zum harten Investmentkriterium."
Über UBM Development
UBM Development ist einer der führenden Entwickler von Holzbau-Projekten in
Europa. Der strategische Fokus liegt auf Green und Smart Building in
Metropolregionen wie Wien, München, Frankfurt oder Prag. Das Platin-Rating von
EcoVadis sowie der Prime-Status von ISS ESG bestätigen die konsequente
Ausrichtung auf Nachhaltigkeit. Mit über 150 Jahren Erfahrung bietet UBM von der
Planung bis zur Vermarktung alle Development-Leistungen aus einer Hand an. Die
Aktien sind im Prime Market der Wiener Börse gelistet, dem Segment mit den
höchsten Transparenzanforderungen. https://www.ubm-development.com/de/
Pressekontakt:
SCRIVO Communications
Lachnerstraße 33
D-80639 München
tel: +49 89 45 23 508 11
email: mailto:markus.werner@scrivo.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/154801/6272776
OTS: UBM Development AG
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