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Hamburg (ots) - Am heutigen Dienstag wird im Beisein von Bundesfinanzminister
Lars Klingbeil (SPD) am Flughafen Leipzig/Halle die Zoll-Jahresbilanz für 2025
vorgestellt. Unversteuerte oder gefälschte Tabakwaren spielen darin seit jeher
eine Hauptrolle. Dass auch der illegale Handel mit anderen nicht verkehrsfähigen
Nikotinprodukten die Behörden hierzulande vor wachsende Probleme stellt, zeigt
auch eine Zwischenbilanz des Reemtsma Schwarzmarkt-Trackers
(https://reemtsma-politik.de/thema/illegale-produkte) * zum 30. April 2026.
Demnach bewegen sich behördliche Meldungen über Funde illegaler Zigaretten auf
einem im Jahresvergleich anhaltend hohen Niveau. Besonders besorgniserregend
sind zudem Meldungen über Beschlagnahmungen von Nikotinbeuteln und Snus: Nach
nur vier Monaten des Jahres 2026 lagen diese bereits rund 60 Prozent höher als
im gesamten Vorjahr. Die Tabaksteuerpläne des Bundesfinanzministeriums sowie ein
geplantes Mentholverbot in E-Zigaretten dürften den illegalen Handel mit Tabak-
und Nikotinprodukten in Deutschland künftig weiter anheizen.
Aus Sicht von Reemtsma bestätigt sich ein alarmierender Trend: Der Schwarzmarkt
für Tabak- und Nikotinprodukte bleibt nicht nur auf hohem Niveau, sondern wird
breiter, dynamischer und für Behörden wie den deutschen Zoll immer schwerer
kontrollierbar. "Der illegale Handel mit Tabak- und Nikotinprodukten bleibt ein
massives Problem - und er verlagert sich zunehmend in neue Produktkategorien.
Wenn bei Nikotinbeuteln und Snus schon Anfang Mai mehr Sicherstellungen von
illegalen Produkten vermeldet wurden als im gesamten Vorjahr, ist das ein klares
Warnsignal", sagt Christian Cordes, Director Corporate & Legal Affairs Cluster
DACH bei Reemtsma.
Eine klare Regulierung könnte illegale Strukturen zurückdrängen, zusätzliche
Steuereinnahmen generieren, Produktstandards festlegen und den Jugendschutz
stärken. Auch die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ) und der
Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) hatten im
März gemeinsam darauf hingewiesen (https://www.bvte.de/de/presse/pressemitteilun
g/neue-verbote-befeuern-den-schwarzmarkt-fuer-e-zigaretten-und-tabak-zollgewerks
chaft-und-bvte-warnen-vor-strukturellem-kontrollverlust-bei-illegalen-tabak-und-
nikotinprodukten) , dass der illegale Markt weiter an Dynamik gewinnt und
speziell der Onlinehandel staatliche Kontrollen zunehmend erschwert. "Jugend-
und Verbraucherschutz und Steuerehrlichkeit entstehen nicht durch Wegsehen oder
faktische Verbote, sondern durch kontrollierbare Regeln. Wer Nikotinbeutel
dauerhaft in einer rechtlichen Grauzone hält, überlässt den Markt den Falschen",
so Christian Cordes.
Steuer- und Verbotsschocks drohen illegalen Handel weiter zu befeuern
Vor diesem Hintergrund warnt Reemtsma eindringlich vor politischen Maßnahmen,
die den Schwarzmarkt in Deutschland zusätzlich stärken könnten. Dazu zählen die
vom Bundesministerium der Finanzen geplanten kurzfristigen und deutlichen
Tabaksteuererhöhungen ebenso wie ein vom Bundesministerium für Landwirtschaft,
Ernährung und Heimat verfolgtes Verbot von Menthol und anderen Inhaltsstoffen
bei E-Zigaretten. Beide Vorhaben könnten zu erheblichen Ausweichbewegungen in
den grenzüberschreitenden sowie illegalen Handel führen. Bei klassischen
Zigaretten zeigen die Erfahrungen aus Deutschland der Jahre 2002 bis 2005 sowie
aktuelle Entwicklungen in Frankreich und den Niederlanden, dass sprunghafte
Steuererhöhungen den legalen Markt destabilisieren, erhebliche
Steuermindereinnahmen und Ausweichbewegungen in den Schwarzmarkt auslösen
können.
Politik darf den Vollzug nicht überfordern
Auch bei E-Zigaretten würde ein Mentholverbot eine stark nachgefragte
Produktkategorie praktisch komplett aus dem legalen Markt verdrängen. Die Folge
wären absehbar mehr illegale Online-Angebote, weniger Alterskontrollen und noch
mehr nicht verkehrsfähige Produkte. BDZ-Bundesvorsitzender Thomas Liebel warnte
bereits im März mit Blick auf den illegalen Online- und Versandhandel vor weiter
zunehmenden Vollzugsproblemen. Dazu ergänzt nun Christian Cordes: "Wer
zusätzliche Steuer- und Verbotsschocks beschließt, muss auch ehrlich sagen, wer
sie morgen kontrollieren soll. Der Zoll leistet enorme Arbeit. Aber Politik darf
den Vollzug nicht mit immer neuen Ausweichbewegungen überfordern, die sie selbst
auslöst."
Kurzfristige Tabaksteuererhöhung birgt erhebliche Compliance-Risiken
Besonders kritisch bewertet Reemtsma eine mögliche Tabaksteuererhöhung bereits
zum 01.09.2026. Eine so kurzfristige Anpassung würde auch den legalen Markt vor
massive operative Herausforderungen stellen. Eine Änderung des
Kleinverkaufspreises löst eine vollständige Systemumstellung über die gesamte
Lieferkette hinweg aus: Hersteller, Großhandel, Einzelhandel, Bundesdruckerei,
Steuerzeichenstelle und Kassensysteme müssen angepasst werden. Tausende
Artikelnummern und GTIN-Barcodes müssten neu vergeben, Steuerzeichen bestellt,
Verpackungen überarbeitet, Packungsdaten gepflegt und Bestände koordiniert
werden. "Eine Tabaksteuererhöhung ist keine einfache Preisänderung am Regal. Sie
löst eine vollständige Systemumstellung aus, die mindestens sechs bis neun
Monate braucht. Dieser Vorlauf ist kein Komfortpuffer, sondern systembedingt
notwendig. Wer das ignoriert, schafft sehenden Auges massive Compliance-Risiken
im legalen Markt", betont Christian Cordes.
Aus Sicht von Reemtsma ist mit einem Anlass wie der Zoll-Jahresbilanz ein klarer
politischer Auftrag verbunden. Zoll- und Polizeibehörden brauchen nicht nur
Anerkennung, sondern Rahmenbedingungen, die ihre Arbeit erleichtern: klare
Zuständigkeiten, vollzugstaugliche Gesetze, wirksame Kontrollen, spürbare
Sanktionen gegen illegale Anbieter und eine Regulierung, die Nachfrage nicht
noch weiter in unkontrollierte Kanäle verdrängt.
*Der Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker wertet seit Anfang 2025 fortlaufend
offizielle Mitteilungen von Zoll- und Polizeibehörden zu Sicherstellungen
illegaler oder nicht verkehrsfähiger Tabak- und Nikotinprodukte in Deutschland
aus. Damit weist er zwar keine absoluten Zahlen aus, bietet auf Basis
offizieller Quellen jedoch ein bislang einzigartiges Bild zur Dynamik des
Schwarzmarkts in Deutschland.
Pressekontakt:
Peter Fobe
Unternehmenssprecher
Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH
Tel.: +49 (0)40 8220 1840
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OTS: Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH
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