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Brüssel (ots) - Der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE setzt Impulse beim Politischen
Dialog Zirkuläre Bioökonomie in Bayerischer Landesvertretung in Brüssel /
Forderung nach Schengen-Raum für Altpapier und starker Bioökonomie /
Kaskadennutzung als Schlüssel für Klimaschutz und Wertschöpfung /
Präsidiumsmitglied Maximilian Heindl: "Für ein ressourcenarmes Europa sind eine
starke Bioökonomie und ein belastbarer Binnenmarkt entscheidend. Die Papier- und
Zellstoffindustrie ist ein Kernsektor dieser Bioökonomie. Papier ist eines der
ältesten und erfolgreichsten Kreislaufprodukte überhaupt."
DIE PAPIERINDUSTRIE setzt sich beim Politischen Dialog Zirkuläre Bioökonomie:
Europas Weg zu einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft am 12. Mai
in der Bayerischen Landesvertretung in Brüssel für eine bessere
Kreislaufwirtschaft und eine zukunftsfähige Zirkuläre Bioökonomie ein. Die
Veranstaltung wurde von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in
Kooperation mit der Vertretung des Freistaats Bayern bei der Europäischen Union
durchgeführt.
Maximilian Heindl, Präsidiumsmitglied des Verbandes DIE PAPIERINDUSTRIE und CEO
der Progroup AG, formulierte in seinem Impuls auf dem Podium: "Für ein
ressourcenarmes Europa unter geopolitischem Druck sind zwei Dinge entscheidend:
eine starke Bioökonomie und ein belastbarer Binnenmarkt, der diese trägt. Die
Papier- und Zellstoffindustrie ist ein Kernsektor dieser Bioökonomie. [...]
Papier ist eines der ältesten und erfolgreichsten Kreislaufprodukte überhaupt."
Papierindustrie seit Jahrhunderten gelebte Bioökonomie
Die Papier- und Zellstoffindustrie ist gelebte Bioökonomie. Dies stellte Jürgen
Schaller, Vorstandsvorsitzender des Verband Bayerische Papierfabriken und
Geschäftsführer der Carl Macher GmbH & Co. KG in der anschließenden
Podiumsdiskussion heraus. Sie basiert auf einem nachwachsenden Rohstoff, nutzt
Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und integriert Stoffkreisläufe
konsequent in ihre Produktion. Bereits lange bevor der Begriff Bioökonomie
geprägt wurde, hat die Branche biogene Rohstoffe effizient verarbeitet,
Nebenprodukte stofflich und energetisch verwertet und Recyclingfasern im großen
Maßstab eingesetzt.
Altpapier: Schutz eines strategischen Sekundärrohstoffs
DIE PAPIERINDUSTRIE forderte auf der Veranstaltung unmissverständlich: Altpapier
muss geschützt werden. Handelshemmnisse für Altpapier müssen abgebaut und ein
echter Schengen-Raum für Altpapier etabliert werden. Die deutsche
Papierindustrie zählt weltweit zu den führenden Branchen bei der
Altpapiernutzung: Die Altpapiereinsatzquote liegt in Deutschland bei 84 Prozent.
Damit ist Altpapier der wichtigste Rohstoff der Branche, ein hochwertiger
biogener Sekundärrohstoff, der bis zu 25-mal wiederverwertet werden kann. Die
Europäische Kommission sollte dies bei der Konzipierung des Circular Economy
Acts berücksichtigen. Gleichzeitig braucht Europa eine konsequente, getrennte
Sammlung von Wertstoffen sowie die ausdrückliche Anerkennung des
Substitutionspotenzials biobasierter Produkte gegenüber fossilen Alternativen.
Kaskadennutzung: Holz ist zu wertvoll, um es zu verbrennen
Altpapier und Frischfasern sind dabei zwei Seiten einer Medaille. Ohne die
zuverlässige Versorgung mit Holz kommt der Papierkreislauf zum Erliegen.
Pauschale Nutzungsverbote oder eine Reduktion der Holzernte führen deshalb in
die falsche Richtung: Sie gefährden die Rohstoffversorgung und schwächen die
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bioökonomie. Fördermittel sollten in den
Waldumbau fließen, nicht in die Einschränkung nachhaltiger Nutzung. Wo immer
möglich, muss die stoffliche Nutzung Vorrang vor der thermischen Verwertung
haben. Insbesondere im Bereich der Privathaushalte mit niedrigen Temperaturen
gibt es effizientere Alternativen zur Holzheizung. Anders hingegen sieht es bei
Industrieprozessen mit hohen Temperaturen aus, in denen die Verwendung von
Biomasse aufgrund mangelnder Alternativen notwendig ist.
Eine stabile, nachhaltige Holzversorgung ist daher die Voraussetzung für eine
funktionierende Bioökonomie. Holz bindet Kohlenstoff in Produkten, hält ihn über
das Recycling im Kreislauf und ersetzt fossile Rohstoffe. Biogene Rohstoffe sind
damit keine Belastung für das Klima, sondern eine Chance auf echte Klimasenken.
Detaillierte Informationen zu der Veranstaltung sind unter folgendem Link zu
finden: https://www.vbw-bayern.de/vbw/Themen-und-Services/Rohstoffe-Ressourcen/Z
irkulaere-Biooekonomie-%E2%80%93-Europas-Weg-zu-einer-nachhaltigen-und-wettbewer
bsfaehigen-Wirtschaft.jsp
Pressekontakt:
Marilena Hantke
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Markgrafenstraße 19
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OTS: DIE PAPIERINDUSTRIE e.V.
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