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Neuss (ots) -
- Laut internationaler Umfrage sprechen gerade in Deutschland viele Betroffene
kaum über die psychischen und emotionalen Belastungen ihrer
Blasenkrebs-Erkrankung - während Urolog:innen diese Zurückhaltung häufig
unterschätzen.[1]
- Rund 80 % der befragten Patient:innen mit nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs
(NMIBC), denen die Harnblase entfernt wurde, wünschten sich alternative
Behandlungsmöglichkeiten mit Blasenerhalt.[1]
Behandlungen, die traditionell zur Blasenkrebs-Therapie in frühen Stadien
eingesetzt werden, können Betroffene psychisch und emotional erheblich belasten
- ein Leid, über das im Praxisalltag oft nicht gesprochen wird. Dies und noch
mehr zeigt eine aktuelle weltweite Umfrage unter Blasenkrebs-Betroffenen und
Urolog:innen, durchgeführt vom Marktforschungsunternehmen The Harris Poll in
Zusammenarbeit mit Johnson & Johnson sowie der International Bladder Cancer
Group (IBCG), der World Bladder Cancer Patient Coalition (WBCPC) und dem Bladder
Cancer Advocacy Network (BCAN). Die Ergebnisse wurden im Vorfeld der
Jahrestagung der American Urological Association (AUA) veröffentlicht. Insgesamt
nahmen 817 Patient:innen mit nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs (NMIBC) und 802
Urolog:innen in sechs Ländern an der Umfrage teil: USA, Mexiko, Brasilien,
Japan, Frankreich und Deutschland.[1]
Das Karzinom der Harnblase ist eine häufige Krebsart im höheren Lebensalter. In
Deutschland wird die Erkrankung jährlich bei etwa 32.000 Menschen
diagnostiziert, 3 von 4 Betroffenen sind Männer. Obwohl die Erkrankungs- und
Sterberaten in den vergangenen Jahren stetig abgenommen haben, nimmt die Zahl
der Erkrankten aufgrund des demographischen Wandels weiterhin zu. Heute wird
Blasenkrebs meist in einem frühen, auf die Schleimhaut begrenzten Stadium
entdeckt (NMIBC). Zur Behandlung des NMBIC wird der oberflächliche Tumor
entfernt und gegebenenfalls mit einer Chemotherapie direkt in der Blase
behandelt. Bei hohem Risiko für ein Wiederkehren oder Fortschreiten der
Erkrankung kann es auch nötig werden, die Blase ganz zu entfernen. Dies wird als
Zystektomie bezeichnet.[2]
Blasenkrebs - Betroffene in Deutschland leiden häufig still
Die Harris Poll Umfrage macht eine Kluft in der Arzt-Patient:innen-Kommunikation
sichtbar - insbesondere in Deutschland: Zwar geben insgesamt über 90 % der
Patient:innen an, sich grundsätzlich wohl im Gespräch mit ihrer Urologin bzw.
ihrem Urologen zu fühlen. Wenn es jedoch um psychische und emotionale
Belastungen geht, bleibt vieles unausgesprochen: Rund jede:r Dritte gibt an,
diese Belastungen nicht offen anzusprechen und Sorgen und Ängste häufig für sich
zu behalten. Im Gegensatz dazu glauben jedoch die meisten Behandler:innen (86
%), dass ihre Patient:innen in allen Belangen ganz offen sind - eine deutlich
unterschiedliche Wahrnehmung.[1]
Hohen körperliche und psychische Belastung
Gerade unter den Patient:innen, die sich einer radikalen Zystektomie unterzogen
haben, scheinen negative Auswirkungen auf die körperliche und psychische
Gesundheit häufig: mehr als 9 von 10 berichten über derartige Probleme nach der
Entfernung der Blase. Etwa 80 % wünschten es gäbe alternative
Behandlungsmöglichkeiten mit einem Blasenerhalt. Auch die befragten Urolog:innen
teilen diese Meinung: ca. 90 % gaben an, dass sie gerne alternative
Behandlungsmöglichkeiten anbieten würden, die es ermöglichen, die Entfernung der
Blase hinauszuzögern oder dies ganz zu vermeiden. Fast 40 % der Behandler:innen
berichten sogar, dass sie die Empfehlung des Eingriffs rückblickend bereuen.[1]
Dies unterstreicht den hohen Bedarf an zusätzlichen Therapieoptionen -
insbesondere solchen, die die Lebensqualität stärker berücksichtigen.
Die Behandlung beeinträchtigt das Leben der Betroffenen weit über die klinischen
Ergebnisse hinaus
Jeder Zweite der deutschen Befragten hat das Gefühl, die Erkrankung habe ihm die
Würde bzw. das Selbstwertgefühl genommen und 94 % der Patient:innen geben an,
aufgrund der Behandlung wichtige Momente im Leben zu verpassen. Etwa jeder
Dritte vermeidet es sogar das Haus zu verlassen oder soziale Kontakte zu
pflegen. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch für die Situation unter einer
Blasenkrebs-Behandlung: viele berichten unter Therapie von einem Verlust an
Würde oder Selbstwertgefühl (55 % der deutschen Befragten, 63 % global) und
einem Verlust der Kontrolle über den eigenen Körper (71 % bzw. 74 %). Bei der
Entscheidung über die Behandlung nennen daher auch über 40 % der Betroffenen
eine möglichst geringe Beeinträchtigung im Alltag als oberste Priorität - eine
Ansicht, die von mehr als der Hälfte der Urolog:innen (62 Pozent) geteilt wird.
Mehr als 8 von 10 Betroffenen wünschen sich zusätzlich, sie wären im Vorfeld
besser auf die psychischen und emotionalen Auswirkungen der Behandlung
vorbereitet gewesen.[1] Dies verdeutlicht den hohen Stellenwert einer offenen
und ungeschönten Kommunikation und Aufklärung. Auch rund um
Behandlungsnebenwirkungen und Auswirkungen der Therapien auf den Lebensalltag
von Erkrankten.
Fazit: Mehr offener Dialog und hoher Bedarf an neuen Behandlungsmöglichkeiten
Blasenkrebs zählt zu einer der häufigsten Krebsarten in Deutschland.[2] Die
Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich: Blasenkrebs im frühen Stadium ist für
viele Betroffene weit mehr als eine medizinische Diagnose. Gerade in Deutschland
bestehen große Kommunikationslücken bei emotionalen und psychischen Belastungen,
die häufig im Verborgenen bleiben.
Neben der Entwicklung neuer, weniger belastender Behandlungsoptionen ist daher
eine offene, aktive und kontinuierliche Kommunikation zwischen Ärzt:innen und
Patient:innen entscheidend - insbesondere über Aspekte der Lebensqualität,
psychische Belastungen und individuelle Therapieziele.
Zur Umfrage: Methodik und Teilnehmer:innen
Die Harris Poll-Umfrage wurde im November und Dezember 2025 online-basiert
durchgeführt und schloss Patient:innen ab einem Alter von 18 Jahren mit der
Diagnose NMIBC ein. Bei 62 % der Patient:innen lag eine Hochrisiko-Erkrankung
vor und 14 % hatten eine radikale Zystektomie. Das mediane Alter der Befragten
lag bei 57 Jahren, 83 % waren Männer und 17 % Frauen. Insgesamt 138 der 817
befragten Patient:innen stammten aus Deutschland. Ebenfalls befragt wurden 802
Urolog:innen (davon 50 aus Deutschland), die NMIBC-Patient:innen
betreuen/behandeln. Sie sahen im Median 29 Blasenkrebs-Patient:innen im Monat
und waren zu 91 % männlich. Die Umfrage lief in sechs Ländern: USA, Brasilien,
Frankreich, Deutschland, Japan und Mexiko.[1]
Über Harris Poll
The Harris Poll ist ein weltweit tätiges Beratungsunternehmen für
Meinungsforschung, Analytik und Marktforschung, das sich zum Ziel gesetzt hat,
die authentischen Werte der Gesellschaft aufzudecken, um Führungskräfte zu
inspirieren, eine bessere Zukunft zu gestalten. Mit einer globalen
Forschungsreichweite von mehr als neunzig Ländern bietet Harris
branchenübergreifende Beratungsdienstleistungen für weltweit führende
Persönlichkeiten, CEOs und Entscheidungsträger:innen in der Wirtschaft an. Mit
modernsten Analysen, Echtzeit-Softwarediensten und Expert:innen in den Bereichen
Marketing, Reputation, Kundenerfahrung, Trends, Zukunftsforschung sowie
Vordenkerrolle/Forschung für die Veröffentlichung in der Öffentlichkeit wandelt
The Harris Poll sich wandelnde gesellschaftliche Stimmungen in einen
Wettbewerbsvorteil auf dem Markt um. Harris ist ein Unternehmen von Stagwell
(NASDAQ: STGW). http://www.theharrispoll.com .
Über Johnson & Johnson
Wir bei Johnson & Johnson sind davon überzeugt, dass Gesundheit alles ist.
Unsere Stärke im Bereich der medizinischen Innovationen ermöglicht uns, komplexe
Krankheiten zunehmend wirksam zu behandeln, zu verhindern oder sogar zu heilen.
Wir entwickeln innovative medizinische Therapien, die immer intelligenter,
individueller und für die Betroffenen immer weniger belastend sind. Unsere
breite Expertise in den Bereichen innovative Therapien und Medizintechnik ist
einzigartig. Sie befähigt uns, ganzheitliche, zukunftsweisende
Gesundheitslösungen zu entwickeln, die die Gesundheit von Menschen weltweit
nachhaltig verbessern.
Erfahren Sie mehr auf unserer Website
(https://www.jnj.com/innovativemedicine/germany/) und folgen Sie uns auf
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Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company.
EM-201760
Literatur
1. Johnson & Johnson. Bladder Burden Survey. 2026: Data on file
2. De Witt et al. Onkopedia Leitlinie Urothelkarzinom. Stand : November 2024.
Abrufbar unter : https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/urothelkar
zinom-harnblasenkarzinom/@@guideline/html/index.html Letzter Abruf : April
2026
Pressekontakt:
Henriette Hoburg
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