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Bonn (ots) - In der aktuellen Ausgabe von "phoenix persönlich" spricht Moderator
Theo Koll mit dem Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages und ehemaligen
Grünen-Co-Vorsitzenden Omid Nouripour über den Zustand der politischen Kultur in
Deutschland, die Herausforderungen für Europa sowie seine persönliche Geschichte
als Geflüchteter aus dem Iran.
Mit Blick auf den rauer werdenden Ton in der politischen Debatte mahnt Nouripour
zu mehr Sachlichkeit und Respekt: "Die Leute wollen kein Geschrei mehr. Die
wollen, dass wir unsere Arbeit machen", sagt der Grünen-Politiker im Gespräch
mit Theo Koll.
Auch die Erfahrungen aus der Ampel-Koalition reflektiert Nouripour
selbstkritisch. Die öffentliche Auseinandersetzung innerhalb der Regierung habe
das Vertrauen vieler Menschen beschädigt: "Das Ergebnis ist ein Scheitern
gewesen für uns alle und ein Schaden für die politische Kultur in diesem Land.
Und es ist wirklich befremdlich, dass die jetzige Koalition das einfach
fortsetzt, als würde es keine Lehren geben aus dem, was wir falsch gemacht
haben."
Mit Blick auf Europa fordert Nouripour mehr Eigenständigkeit und schnellere
Entscheidungen: "Ich glaube, dass wir uns als Europa wirklich auch als Großmacht
verstehen müssen und auch als Großmacht denken müssen."
Persönlich wird das Gespräch, als Nouripour über seine Flucht aus dem Iran als
13-Jähriger spricht und die aktuelle Lage im Land beschreibt. Besonders
eindringlich warnt er mit Blick auf die Situation der Menschen im Iran: "Die
Menschen im Iran haben das Gefühl, dass sie jetzt feststecken zwischen den
Bomben auf der einen Seite und einem Regime, das eine Hinrichtungswelle nach der
anderen lanciert."
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