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Frankfurt am Main (ots) -
- Infrastruktur-Boom trifft auf Fachkräftelücke - Europa besonders unter Druck
- 76 Prozent der befragten Ingenieur*innen und Architekt*innen sorgen sich vor
übermäßiger Abhängigkeit von KI und dem Verlust kritischer Fähigkeiten
- 90 Prozent der Arbeitgeber sehen den Ruhestand erfahrener Ingenieurinnen und
Ingenieure als strategische Herausforderung
Ohne Ingenieurinnen und Ingenieure keine Energiewende, keine modernen
Stromnetze, keine sicheren Brücken - und auch keine Rechenzentren, die unter
anderem für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz dringend benötigt werden.
Doch genau diese Fachkräfte werden weltweit zur Mangelware: 73 Prozent der
Arbeitgeber geben an, dass sie Schwierigkeiten haben, qualifizierte Ingenieure
zu finden. Der neue Report "Global Engineering World of Work Outlook" von
Manpower Deutschland* zeigt: Der Engpass ist längst strukturell - getrieben
durch Demografie, zu wenig Nachwuchs und eine wachsende Nachfrage in
systemrelevanten Bereichen wie Infrastruktur, Energie und Halbleiter.
Besonders betroffen sind laut Report mehrere Schlüsselbereiche: Unternehmen
suchen händeringend Bauingenieure und Bauingenieurinnen für die Planung, Bau und
Instandhaltung kritischer Infrastruktur, insbesondere im öffentlichen Sektor.
Gleichzeitig steigt der Bedarf an Elektroingenieurinnen und Elektroingenieuren,
etwa für Netzausbau, Elektrifizierung und Energieprojekte sowie den wachsenden
Betrieb von Rechenzentren. Arbeitgeber in der Luft- und Raumfahrt- sowie
Verteidigungsbranche in Europa sagen, dass ein erheblicher Prozentsatz ihrer
leitenden Ingenieure und Techniker innerhalb von fünf bis zehn Jahren in Rente
gehen wird. Geopolitische Entwicklungen verschärfen den Wettbewerb um
Engineering-Talente in diesem Bereich zusätzlich.
"Wir reden bei Ingenieurberufen nicht über irgendeinen Engpass, sondern über das
Nadelöhr für praktisch alle Zukunftsprojekte", sagt Faris Becirovic, Country
Manager und Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.
"Wenn Infrastruktur saniert, Stromnetze ausgebaut, Rechenzentren geplant und
Halbleiterwerke hochgezogen werden sollen, braucht es Menschen, die das
entwickeln und umsetzen können. Und davon gibt es zu wenige."
Demografie verschärft den Mangel - Wissen droht verloren zu gehen
Der Report macht deutlich: Nicht nur das Recruiting ist schwierig, auch der
Generationenwechsel wird zur Herausforderung. 90 Prozent der Arbeitgeber sagen,
dass der bevorstehende Ruhestand ihrer erfahrensten Mitarbeitenden ihre
Personalstrategie maßgeblich beeinflusst. Gleichzeitig entscheiden sich nicht
genug junge Menschen für diesen Karriereweg. Ein weiteres Problem ist die nach
wie vor anhaltende Geschlechterkluft: Nur rund 28 Prozent der MINT-Positionen
werden von Frauen besetzt. All das hat Folgen für Know-how, Projektsicherheit
und Entwicklungstempo.
"Noch können wir nicht alles abschätzen, was in den nächsten Jahren passiert,
aber wir wissen, dass der Engpass real ist. Unternehmen sollten jetzt die
Weichen stellen: neue Skill-Profile, systematischer Wissenstransfer und ein
Workforce-Setup, das auch bei Knappheit handlungsfähig bleibt. Da sich nahezu
alle Unternehmen mit vergleichbaren Schwierigkeiten konfrontiert sehen, kann der
strategische Umgang mit diesem Fachkräftemangel und den richtigen Partnern im
Workforce-Management wie Manpower und Experis einen entscheidenden
Wettbewerbsvorteil schaffen", so Becirovic.
Infrastruktur-Boom trifft Fachkräftelücke - Europa besonders unter Druck
Die Aufgaben sind enorm: Allein in Europa müssen Regierungen bis 2040 rund 12
Billionen Euro investieren, um kritische Infrastruktur auszubauen oder zu
reparieren. Global wächst der Bedarf ebenfalls: In den nächsten zehn Jahren muss
die Weltwirtschaft jährlich fast 3,5 Prozent des BIP investieren (umgerechnet
rund 4 Billionen US-Dollar pro Jahr), um soziale, Verkehrs-, Energie- und
digitale Infrastruktur zukunftssicher aufzustellen.
Wenn Europa gleichzeitig saniert, modernisiert und strategisch industrialisiert,
steigt der Wettbewerb um Ingenieurinnen und Ingenieure - auch innerhalb der EU.
Infrastrukturmodernisierung, Projekte für erneuerbare Energien und die digitale
Transformation lassen den Bedarf an qualifizierten Fachkräften auch hierzulande
rasant wachsen. Verstärkt wird dies noch durch Megatrends wie die
Elektrifizierung von Fahrzeugen und Rechenzentren, die die Nachfrage nach
Energie weiter antreiben: Die globale Stromnachfrage wird im Rest dieses
Jahrzehnts im Schnitt um mehr als 3,5 Prozent pro Jahr wachsen. Für
Rechenzentren prognostizieren konservative Schätzungen, dass sich ihr
Stromverbrauch bis 2030 verdoppelt - mit dem stärksten Wachstum in USA und
Europa.
Halbleiter: Europas Ausbaupläne kollidieren mit einer Lücke von über 100.000
Ingenieurinnen und Ingenieure
Besonders sichtbar wird der Personalengpass in der Halbleiterindustrie. Der
globale Halbleitermarkt soll laut Report von 627 Milliarden US-Dollar (2024) auf
1,3 Billionen US-Dollar (2030) wachsen. Bis 2030 benötigt die Branche weltweit
rund 1 Million zusätzliche qualifizierte Fachkräfte - darin enthalten ein Mangel
von über 100.000 Ingenieur*innen nur in Europa.
Was Unternehmen jetzt tun müssen: neue Skill-Profile, schnelleres Hiring,
besserer Wissenstransfer
Der Report empfiehlt betroffenen Unternehmen, ihre Recruiting-Strategien breiter
aufzustellen und stärker auf Kompetenzen anstatt nur auf formale Profile zu
setzen. Dazu gehören:
- Arbeitgeber-Wertversprechen modernisieren: Bezahlung allein reicht nicht;
gefragt sind flexible und Sinn stiftende Arbeit, sowie unterstützende Führung
und klare Entwicklungsmöglichkeiten.
- Nachwuchs-Pipelines stärken: strukturierte Onboarding-Programme, Mentoring,
Rotationen und praxisnahe Weiterbildung - damit neue Talente schneller jobfit
werden.
- Skill-Profile neu definieren: regelmäßige Qualifikationsaudits,
skill-basiertes Hiring und Umschulungswege, um aktuelle und zukünftige
Kompetenzlücken schneller zu identifizieren.
- Wissenstransfer statt Wissensverlust: Mentoring-Programme aufsetzen, damit
erfahrene Ingenieur*innen ihr Know-how vor dem Ruhestand an Nachwuchskräfte
weitergeben.
- Mehrgleisig planen: "Aufbauen, Einstellen, Ausleihen, Überbrücken" - also
Qualifizierung, Recruiting und flexible Workforce-Lösungen kombinieren, um
Lücken schneller zu schließen.
KI ist dabei ein unterstützender Trend - aber nicht der Kernhebel. Zwar sehen
Arbeitgeber im Ingenieurwesen beim Einsatz von KI vor allem Chancen in den
Bereichen Problemlösung (80 Prozent), Kreativität (80 Prozent) und Weiterbildung
(78 Prozent). Gleichzeitig zeigt der Report, dass 29 Prozent der Arbeitgeber
ihre Belegschaft noch nicht für ausreichend KI-kompetent halten. Für 76 Prozent
der befragten Ingenieur*innen und Architekt*innen ist eine übermäßige
Abhängigkeit von KI und der Verlust kritischer Fähigkeiten ihre größte Sorge.
"Das ist die neue Realität: Wir investieren massiv in Energie- und
Dateninfrastruktur - aber der Talentmarkt skaliert nicht mit. Wer heute Elektro-
oder Bauingenieure sucht, konkurriert mit vielen Zukunftsbranchen gleichzeitig",
sagt Becirovic. "Genau hier sehen wir bei der ManpowerGroup und Manpower den
entscheidenden Hebel: KI kann bei der Analyse von Skill-Bedarfen helfen, aber
sie ersetzt keine ganzheitliche Talentstrategie. Wir unterstützen Unternehmen
mit integrierten Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der
gezielten Rekrutierung über Weiterbildung und Upskilling bis hin zum
Wissenstransfer. Wer jetzt nicht mit den richtigen Partnern an skalierbaren
Talent- und Workforce-Strategien arbeitet, wird Projekte zwangsläufig
verschieben müssen - egal wie gut die Auftragslage ist."
Zum vollständigen Report und dem kostenlosen Download (https://www.manpowergroup
.de/-/media/project/manpowergroup/manpowergroup/manpowergroup-germany/studien_pd
f/2026/mpg-global-engineering-world-of-work-report-2026-de.pdf)
*Transparenzhinweis: Der "Global Engineering World of Work Outlook" wurde auf
Basis verschiedener Quellen erstellt, darunter auch Studien, Marktanalysen sowie
öffentlich zugängliche Daten von Drittanbietern. Die in der Pressemitteilung
genannten Kennzahlen und Prognosen beziehen sich auf die im Report ausgewiesenen
Quellen.
Über die Manpower GmbH & Co. KG
Als einer der größten Personaldienstleister in Deutschland vermittelt Manpower
seit 1965 gewerbliches Personal und qualifizierte Fachkräfte in passende
Arbeitsplätze. Mit einem weit verzweigten Netzwerk an Kunden in der Industrie,
Gewerbebetrieben, Technik und Handwerk ist Manpower für Bewerber und
Bewerberinnen nicht nur eine zuverlässige Anlaufstelle für die Themen Zeitarbeit
und Personalvermittlung, sondern auch ein vertrauenswürdiger Partner, für den
der Mensch im Mittelpunkt steht - damit Talente nicht nur vermittelt, sondern
auch weiterentwickelt und nachhaltig beschäftigungsfähig gemacht werden.
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