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Frankfurt/Main (ots) - Florfliegen, Raubwanzen oder Laufkäfer - was viele
zunächst für Schädlinge halten, sind in Wirklichkeit wertvolle Nützlinge im
Garten und auf dem Balkon. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Integrierten
Pflanzenschutzes. Wer sie fördert, stärkt Pflanzen von Anfang an und kann
Schädlinge auf natürliche Weise in Schach halten. Im Frühjahr, wenn viele
Pflanzen neu gesetzt werden und das Gartenjahr beginnt, lassen sich dafür
besonders gute Voraussetzungen schaffen.
Neben den auffälligen Gartenbewohnern wie Vögeln, Igeln oder Eidechsen wirken
vor allem kleinere, oft unscheinbare Tiere im Verborgenen. Eine Vielzahl von
Insekten hilft dabei, Schädlinge auf natürliche Weise zu regulieren und damit,
das ökologische Gleichgewicht im Garten zu stabilisieren. Am bekanntesten sind
sicher die Larven des Marienkäfers. Sie vertilgen im Laufe ihrer Entwicklung
mehrere hundert Blattläuse.
Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) nennt weniger bekannte Arten:
- Florfliegenlarven bekämpfen Blattläuse, Thripse und Spinnmilben.
- Schwebfliegenlarven ernähren sich vor allem von Blattläusen.
- Raubwanzen und Laufkäfer tragen zur Regulierung verschiedener Schädlinge bei,
etwa von kleinen Insekten oder bodenlebenden Schädlingen.
Auch gezielt eingesetzte Nützlinge können helfen. Im Gartenfachhandel sind
beispielsweise Nematoden erhältlich, die gegen Schädlinge wie
Trauermückenlarven, Dickmaulrüssler oder Engerlinge eingesetzt werden können.
Lebensräume für Nützlinge schaffen
Heimische Nützlinge lassen sich durch eine passende Gestaltung von Garten und
Balkon dauerhaft ansiedeln. Entscheidend sind dabei ein abwechslungsreiches
Nahrungsangebot sowie geeignete Rückzugsorte.
Der IVA empfiehlt dafür folgende Maßnahmen:
- Blühpflanzen einsetzen: Ungefüllte Blüten von Kräutern wie Dill, Fenchel oder
Salbei sowie Blumen wie Ringelblumen oder Kornblumen liefern Pollen und Nektar
für erwachsene Nützlinge. Besonders heimische Pflanzenarten bieten vielen
Insekten Nahrung und Lebensraum. Beim Kauf neuer Pflanzen im Gartenfachhandel
auf Hinweise wie "insektenfreundlich" achten.
- Ganzjährig Nahrung bieten: Frühblüher wie Krokusse und später im Jahr blühende
Stauden sorgen dafür, dass über die gesamte Saison hinweg ausreichend Nahrung
vorhanden ist.
- Strukturen schaffen: Dichte Stauden, Bodendecker, kleine Laubhaufen oder
Steinbereiche bieten vielen Nützlingen Möglichkeiten zur Überwinterung. Auf
dem Balkon übernehmen dicht bepflanzte Kästen oder Kräutertöpfe ähnliche
Funktionen.
- Rückzugsorte ermöglichen: Nützlinge profitieren zudem von ruhigen und
möglichst naturnah gestalteten Bereichen. Im Garten können stehen gelassene
Pflanzenstängel, kleine Laubhaufen oder geschützte Bereiche zwischen Stauden
Rückzugsmöglichkeiten bieten. Auf Balkon und Terrasse helfen bepflanzte Kästen
oder kleine Insektenhotels dabei, Nützlinge anzusiedeln. Wichtig ist, dass
solche Bereiche möglichst wenig gestört werden.
Und im Sommer kann man den Nützlingen ebenfalls etwas Gutes tun, wie Maik
Baumbach vom IVA weiß: "Flache Wasserschalen mit Steinen oder Holzstücken als
Landehilfe ist für Insekten besonders an warmen Tagen eine Wohltat."
Er hat noch einen Tipp für Indoor-Gärtner: "In Innenräumen fehlen häufig
natürliche Gegenspieler. Deshalb können gezielt eingesetzte Nützlinge wie
Raubmilben, Florfliegenlarven oder Nematoden eine sinnvolle Unterstützung bei
der Bekämpfung von Schädlingen an Zimmerpflanzen sein."
Weitere Maßnahmen bei starkem Befall
Ist der Schädlingsbefall bereits weit fortgeschritten oder lässt sich nicht
ausreichend eindämmen, empfiehlt der IVA im Sinne des Integrierten
Pflanzenschutzes zusätzliche Maßnahmen. Dazu zählen mechanische Methoden wie das
Absammeln von Schädlingen oder biotechnische Verfahren wie Leimringe sowie Gelb-
und Blautafeln. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann ein gezielter
Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglichst nützlingsschonend erfolgen.
Pressekontakt:
Industrieverband Agrar e. V. (IVA)
c/o WPR COMMUNICATION
Christina Carty-Bode
Invalidenstraße 34
10115 Berlin
Tel. +49 30 440388-0
E-Mail: mailto:carty-bode@wprc.de
Maik Baumbach (IVA)
Mainzer Landstraße 55
60329 Frankfurt am Main
Tel. +49 69 2556-1268
E-Mail: mailto:baumbach.iva@vci.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16070/6277636
OTS: Industrieverband Agrar e.V. (IVA)
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