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Ofterdingen (ots) - Mit WASTEA und einer wachsenden Produktplattform auf Basis
pflanzlicher Abfälle will die SUSMATA AG einen der tiefgreifendsten Umbrüche der
Modewirtschaft und im Automotive-Sektor mitgestalten, den Abschied von Leder und
fossilen Synthesefasern.
Wenn Erdem Dogan über die Zukunft der Modeindustrie spricht, geht er nicht auf
Schnittmuster oder Kollektionszyklen ein. Sein Thema ist unscheinbarer - und
nach eigener Überzeugung deutlich disruptiver: pflanzliche Reststoffe aus der
Teeproduktion. Als CEO der SUSMATA AG treibt er die Frage voran, wie sich aus
solchen Ausgangsmaterialien Textilwerkstoffe gewinnen lassen, die fossile und
ressourcenintensive Rohstoffe ersetzen. Sein Unternehmen steht dabei an einem
Punkt, an dem aus einer robusten technologischen These handfeste
Industrierealität wird
Der Anspruch ist hoch. Die SUSMATA AG will Materialien entwickeln, die
klassisches Leder und Kunststoffe auf fossiler Basis substituieren - und
zugleich die Anforderungen einer Kreislaufwirtschaft erfüllen. Aus
pflanzenbasierten Abfällen entstehen vegane Lederalternativen, biobasierte
Kunststoffe und weitere nachhaltige Materialinnovationen, die nach ihrer Nutzung
teilweise wieder in natürliche Prozesse zurückgeführt werden können. Damit
adressiert das 2022 gegründete Unternehmen einen wachsenden Bedarf vor allem in
der Textil- und Modeindustrie - einer Branche, die sich inmitten eines
regulatorischen und gesellschaftlichen Umbruchs befindet.
Eine Branche sucht neue Grundstoffe
Kaum ein Sektor steht unter höherem Transformationsdruck als die globale Textil-
und Modewirtschaft. Klimaziele, die europäische Textilstrategie, verschärfte
Berichtspflichten nach CSRD, kritischere Konsumenten und wachsende Anforderungen
aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz zwingen Hersteller dazu, ihre
Materialbasis grundlegend zu überdenken. Was jahrzehntelang als Standard galt,
gerät zunehmend unter Rechtfertigungszwang.
Echtleder steht wegen der emissionsintensiven Tierhaltung, chemischer
Gerbverfahren und eines hohen Wasserverbrauchs in der Kritik. Synthetische
Alternativen auf PU- oder PVC-Basis umgehen zwar ethische Fragen, bleiben aber
abhängig von fossilen Rohstoffen und tragen zur Mikroplastikproblematik bei.
Entsprechend intensiv wird in der Industrie nach tragfähigen neuen Lösungen
gesucht - von Ananasfasern über Pilzmyzel bis hin zu Kaktus.
Das Marktpotenzial gilt als enorm. Experten prognostizieren, dass der weltweite
Markt für vegane Lederalternativen bis 2034 auf fast 28 Milliarden US-Dollar
wachsen wird. Die SUSMATA AG strebt an, sich einen bedeutenden Anteil an diesem
dynamischen Wachstum zu sichern.
Der Rohstoffhebel: Teeabfälle als strategische Basis
Das Geschäftsmodell des Unternehmens fußt auf einem ungewöhnlichen Rohstoff.
Teeabfälle der sogenannten Klasse 4, die bei der industriellen Teeherstellung in
großen Mengen anfallen und bislang kaum einer wirtschaftlichen Verwertung
zugeführt wurden. Über eine exklusive Partnerschaft mit Çaykur, dem staatlichen
türkischen Teehersteller und größten Teeproduzenten des Landes, hat sich SUSMATA
eine langfristig gesicherte Rohstoffversorgung aufgebaut.
"Wir arbeiten konsequent mit industriellen Reststoffen, die bislang keine
weitere Verwendung mehr finden. Genau das macht unsere Materialien deutlich
nachhaltiger", betont CEO Erdem Dogan. Für Textilmarken und Zulieferer ist
dieser Aspekt mehr als ein Nachhaltigkeitsargument. Die sogenannte Security of
Supply - die Planbarkeit einer verlässlichen, skalierbaren Rohstoffversorgung -
ist gerade in einem Markt mit häufig fragilen Lieferketten ein zentrales
Entscheidungskriterium bei der Auswahl neuer Materialien. Die Türkei, einer der
weltweit größten Teeproduzenten, bietet SUSMATA dabei Zugang zu nahezu
unbegrenzten Restmengen aus der laufenden Produktion.
WASTEA: Das Flaggschiffprodukt für textile Anwendungen
Das erste marktreife Produkt unter dem Dach von VSP+ trägt den Namen WASTEA und
hebt sich in der Materialwirtschaft durch seine besondere Praxistauglichkeit
hervor. Das pflanzenbasierte Material überzeugt nicht nur im Labormaßstab,
sondern wurde bereits erfolgreich in industriellen Anwendungen getestet. Als
vegane Lederalternative der nächsten Generation ist WASTEA als Rollenware
verfügbar, mit durchschnittlich 500 Gramm pro Quadratmeter deutlich leichter als
herkömmliches Leder und zugleich mit einem signifikant geringeren CO2-Fußabdruck
verbunden.
Für textile Anwendungen spielt vor allem die Vielseitigkeit in der Verarbeitung
eine zentrale Rolle. WASTEA kann individuell nach Kundenwunsch eingefärbt,
geprägt, bedruckt oder perforiert werden und erfüllt damit die gestalterischen
Ansprüche unterschiedlichster Marktsegmente - von sportiver Streetwear bis hin
zu Luxusmarken. Der Anteil biobasierter Bestandteile liegt je nach Anforderung
zwischen 25 und 85 Prozent. Darüber hinaus ist das Material weitgehend PVC-frei
und soll perspektivisch ohne gesundheitsschädliche Lösungsmittel wie DMF oder
Toluol hergestellt werden. Neben ökologischen Vorteilen unterstützt dies auch
die Einhaltung steigender regulatorischer Anforderungen, etwa im Rahmen der
REACH-Compliance und des europäischen Chemikalienrechts.
Die Zertifizierung "Very low VOC levels" bestätigt bereits heute geringe
Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen - ein Standard, der für
Innenraumtextilien und Bekleidungsmaterialien in Europa zunehmend verbindlich
wird. Gleichzeitig ist das Material hitzebeständig, wasserabweisend und
antibakteriell, Eigenschaften, die besonders für funktionale Textilien,
Arbeitskleidung und langlebige Accessoires relevant sind.
Die Alltagstauglichkeit von WASTEA unter hoher Beanspruchung wurde bereits
erfolgreich nachgewiesen. Nach einer dreijährigen Projektphase zeichnete
McDonald's SUSMATA mit einem Global Award für den Einsatz des Materials in
Sitzmöbeln von Franchise-Filialen aus. Dabei erfüllte WASTEA umfangreiche
Anforderungen hinsichtlich Feuerfestigkeit, Farbechtheit, Reinigungsfähigkeit
und Abriebbeständigkeit sowie Vorgaben zu VOC- und LCA-Freigaben für eine
Auswahl unterschiedlicher Materialqualitäten.
Noch anspruchsvoller sind die Anforderungen der klassischen Textilindustrie, in
der zusätzlich Eigenschaften wie Falzfestigkeit, Drapierbarkeit, Nähbarkeit und
Waschbeständigkeit entscheidend sind. In diesen Bereichen arbeitet SUSMATA
derzeit intensiv an weiteren Zertifizierungen.
Erdem Dogan: "Es gibt viele interessante Materialien auf der Welt, die nie aus
dem Labor herausgekommen sind. Wir haben von Anfang an in Serienstandards
gedacht - das ist der Unterschied."
Premiere auf der Weltbühne: LINEAPELLE Mailand
Im Januar 2026 trat SUSMATA erstmals auf der LINEAPELLE in Mailand auf - einer
der weltweit wichtigsten Leitmessen für Leder, Materialien und Komponenten, auf
der die Weichen für Trendmaterialien der kommenden Saisons gestellt werden. Für
ein junges Material-Tech-Unternehmen ist dieser Schritt symbolisch wie
strategisch bedeutsam. Hier entscheiden Designer, Einkäufer und
Produktentwickler namhafter Modehäuser über die Rohstoffbasis künftiger
Kollektionen.
"Die LINEAPELLE ist der Ort, an dem sich entscheidet, welche Materialien den
Sprung aus dem Labor in den Markt schaffen", sagte Erdem Dogan anlässlich des
Messeauftritts. "Wir zeigen hier nicht nur Konzepte, sondern industriefähige
Materialien, die bereits Serienstandards erfüllen." SUSMATA präsentierte neben
WASTEA einen Ausblick auf die Materialplattform VSP+ und signalisierte damit
seinen Anspruch, als relevanter Akteur einer branchenweiten Materialrevolution.
Die LINEAPELLE gilt als Trendbarometer für die Mode-, Möbel- und
Automobilbranche und bringt Hersteller, Marken und Materialinnovatoren aus über
40 Ländern zusammen. Für SUSMATA war der Auftritt ein strategischer Test, ob
sich technologische Skalierbarkeit und Designtauglichkeit vor internationalem
Fachpublikum beweisen lassen.
Vernetzung in der textilen Wertschöpfungskette
SUSMATA hat sich mittlerweile fest in der textilen Wertschöpfungskette vernetzt,
Awards gewonnen, wie zuletzt den von McDonalds und starke Partnerschaften
aufgebaut, zu renommierten Modemarkten, Herstellern und spezialisierten
Zulieferbetrieben.
Die strategische Ausrichtung ist darauf ausgelegt, ein breites Spektrum an
Einsatzbereichen entlang der textilen Wertschöpfungskette abzudecken und dieses
Portfolio durch weitere in den eigenen Laboren entwickelte Commodities für
spezialisierte Anwendungen zu ergänzen.
" Die Modeindustrie sucht keine Kompromissmaterialien mehr", sagt Erdem Dogan.
"Gefragt sind Werkstoffe, die funktionieren, eine Geschichte erzählen und sich
entlang der Lieferkette verantworten lassen. Genau dort setzen wir an."
Das gilt auch für andere Branchen, beispielsweise die Automobilindustrie oder
der gesamte Bereich des Interieur Designs. Was heute bereits machbar ist und wie
wegweisende Materialinnovationen ihren Weg in etablierte Industriezweige finden
zeigt die SUSMATA AG erneut vom 23. bis zum 25. Juni 2026 auf der Fachmesse
Automotive Interiors in Stuttgart.
Die VSP+-Linie: Mode trifft Bioökonomie
Über WASTEA hinaus verfolgt SUSMATA unter der Dachbezeichnung VSP+ eine breite
Materialstrategie, die sich konsequent an textilen und modenahen
Anwendungsfeldern orientiert. VSP+ bedeutet Vegan Plant-Based Plus und steht für
eine neue Generation veganer, bio-basierter Materialien aus industriellen
Pflanzenreststoffen.
Für Modeunternehmen, die Nachhaltigkeit glaubwürdig mit anspruchsvoller
Produktästhetik verbinden möchten, bieten textile Alternativen auf Basis von
Rosen, Lavendel oder Kaffeeresten eine attraktive Grundlage. So lassen sich
Markenidentität, Nachhaltigkeitsziele und Lifestyle-Ansprüche in marktfähigen
Produkten vereinen - mit Materialeigenschaften, die herkömmliche synthetische
Alternativen in dieser Form nicht bieten können.
Die Grundlage all dieser Entwicklungen bildet eine patentierte
Technologieplattform, die darauf abzielt, unterschiedlichste pflanzliche Abfälle
systematisch zu verarbeiten. Produziert wird unter Reinraumbedingungen, um eine
gleichbleibend hohe Materialqualität und Reproduzierbarkeit sicherzustellen -
ein Standard, der für industrielle Abnehmer aus dem Modebereich ebenso
unverzichtbar ist wie für die Automobilindustrie, dem zweiten wichtigen Abnehmer
der SUSMATA-Produkte.
Fazit: Zwischen Designlabor und Skalierungsprüfung
SUSMATA hat geliefert, was ein Start-up in dieser Phase liefern muss, ein
funktionierendes Produkt, eine skalierbare Rohstoffbasis und Präsenz in den
relevanten Branchenkreisen. Gleichzeitig entwickelt sich der Markt in die
richtige Richtung. Die Frage ist jetzt nicht mehr ob, sondern wie schnell
innovative Materialen die synthetischen Stoffe in der Textil- und
Automotive-Wirtschaft ersetzen. SUSMATA ist mit VSP+ bestens aufgestellt für das
weitere Wachstum.
Pressekontakt:
Susmata AG
Erdem Dogan
+491728870888
mailto:future@susmata.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/182615/6280349
OTS: Susmata AG
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