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München (ots) - Vier Hotels weg, Millionen verbrannt - und trotzdem ein
Neustart. Der Münchner Gastronom Christian Lehmann will Taco Bell in Bayern
etablieren. Das Kapital dafür kommt nicht aus dem traditionellen Bankensystem,
sondern aus einer blockchainbasierten Wertpapieremission. Eine Geschichte über
Krisen, Risiko und neue Wege der Unternehmensfinanzierung.
Dass seine Zukunft in der Gastronomie liegt, wusste Christian Lehmann schon als
Kind. In den Urlauben mit seinen Großeltern am Bodensee half er im Hotel mit -
morgens beim Frühstücksservice, abends beim Eindecken. "Das war für mich das
Größte", erinnert er sich heute. Kein Wunder also, dass die ersten Schritte ins
Berufsleben in die Küche von Feinkost Käfer in München führten.
Dort legte er das Fundament, auf dem er bis heute aufbaut. Die Stationen, die
folgten - darunter die Leitung des VIP-Bereichs in der Allianz Arena -,
schärften seinen Blick für die Details, die letztlich darüber entscheiden, ob
ein gastronomisches Konzept erfolgreich wird oder schnell wieder verschwindet.
Vom Restaurant zum Hotelportfolio
Als Christian Lehmann sich 2011 selbstständig machte, begann alles mit einem
Münchner Restaurant. Auf demselben Grundstück ließ er ein Hotel errichten - und
kurz darauf bot ihm ein Eigentümer aus der Nachbarschaft sein Haus an. Aus einem
Standort wurden zwei, dann vier, schließlich sechs. Parallel dazu baute Lehmann
ein Cateringgeschäft auf, belieferte Behörden und produzierte zeitweise bis zu
3.500 Essen am Tag.
Der vorläufige Höhepunkt folgte Ende 2019 in Frankfurt, ein neues
Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant und Rooftop-Bar. Nur vier Monate nach der
Eröffnung musste das Haus wieder schließen.
Der Absturz: März 2020
Das Frankfurter Hotel hatte keinen einzigen abrechenbaren Vergleichsmonat hinter
sich, als die Pandemie ausbrach. Staatliche Hilfen, die sich an historischen
Umsätzen orientierten, griffen nicht. Das Haus wurde zum finanziellen
Totalschaden. Um eine vollständige Insolvenz zu vermeiden und "damit ich nicht
ein paar Wochen später bei Mutter im Kinderzimmer einziehen muss", wie Lehmann
es formuliert, musste er auch die zwei Münchner Hotels opfern. Am Ende waren es
vier geschlossene Hotels und 3,6 Millionen Euro verbranntes Eigenkapital. Alles,
was er in einem Jahrzehnt aufgebaut hatte, war sprichwörtlich in Rauch
aufgegangen.
Die Lehre: Niemals auf einem Bein stehen
Doch Lehmanns Reaktion auf den harten Einbruch war nicht Rückzug, sondern
radikale Verbreiterung. "Stehe niemals nur auf einem Bein, am besten auf 27",
lautet sein Credo seitdem. Die Unternehmensgruppe, die er neu aufbaute, ist
heute breiter diversifiziert als je zuvor.
Den Grundstein legte eine Altersnachfolge. Lehmann übernahm die Betriebe einer
langjährigen Catering-Kollegin, mit der er schon während der Pandemie kooperiert
hatte - damals packten sie gemeinsam bis zu 1.400 Lunchpakete täglich für
Landratsämter.
Heute versorgt die Holding das FMI-Bistro an der Technischen Universität München
in Garching mit täglich 1.000 bis 1.200 Mahlzeiten, bewirtet Großkliniken und
die Kantinen der Bundesagentur für Arbeit und kocht täglich für 600 bis 800
Geflüchtete. Die zentrale Produktionsküche in München ist auf bis zu 2.900 Essen
täglich ausgelegt.
Der Koreaner aus Berlin
Den zweiten Wachstumsstrang entdeckte Lehmann bei einem Familienausflug in
Berlin. Die koreanische Fast-Food-Marke Mmaah! der Münchner Brüder Andreas und
Sebastian Lechle begeisterte ihn sofort. "Das Essen war sensationell, da dachte
ich: Das muss ich auch haben." Drei Wochen nach dem Besuch war er wieder in
Berlin, diesmal für Gespräche mit den Gründern. Gleichzeitig gründete er in
München eine neue GmbH und begann, einen Standort zu suchen. Heute betreibt er
drei Mmaah!-Restaurants in München sowie eine Ghost Kitchen - eine
Produktionsküche ohne Gastraum, die ausschließlich für Lieferplattformen wie
Lieferando, Uber-Eats und Wolt produziert.
Taco Bell: 20 Jahre Anlauf und ein Zufallskontakt
Doch ein Ziel hatte Christian Lehmann
(https://www.squarevest.ag/profil/lehmann-hotel-und-gaststaetten-holding-gmbh)
noch nicht erreicht. Seit zwei Jahrzehnten versucht er einen Fuß in die Tür von
Taco Bell zu bekommen. Die zur amerikanischen Yum! Brands gehörende weltweit
erfolgreiche Kette ist in Deutschland außer an einigen Standorten des
US-Militärs nicht aktiv - und damit, so Lehmanns Kalkül, eine offene Flanke im
deutschen Fast-Food-Markt.
Auf Taco Bell aufmerksam wurde Lehmann durch einen Artikel von Raymond
Rossleben, dem Geschäftsführer der Unternehmensberatung Franchise Focus, der die
Expansion der Kette in Deutschland koordinierte. Ende 2025 nahm Lehmann Kontakt
auf - und bereits im Januar 2026 flog er nach London, präsentierte sein Konzept
beim ersten Kickoff und erhielt den Gebietsentwicklungsvertrag für Bayern.
Der Plan: mindestens 15 Standorte in fünf Jahren. München, Nürnberg und Passau
stehen auf der Prüfliste - und die ersten Pachtverträge für Restaurants in Riem
und Freiham sind bereits unterzeichnet. Organisatorisch hat Lehmann eigens die
CL Bayern GmbH aufgesetzt, eine separate Trägergesellschaft, die das
Taco-Bell-Franchisegeschäft von der bestehenden Holding rechtlich sauber trennt.
Dass der Markteintritt in Bayern Aufsehen erzeugen wird, davon ist er überzeugt
- und die Vorzeichen geben ihm recht.
Taco Bell ist in Deutschland längst kein Unbekannter. Wer im Urlaub in den USA,
Spanien oder den Niederlanden war, hat die Marke meist schon probiert. Und wer
sie nur vom Hörensagen kennt, wartet seit Jahren darauf, dass sie endlich auch
hierzulande ankommt. Diese Mischung aus Wiedersehensfreude und Neugier dürfte
Lehmann beim Start in die Karten spielen.
Wo die Bank nicht mitspielt, ergeben sich Chancen für Anleger
Für den gesamten Rollout - Franchisegebühren, Standortausbau, operative Reserve
- kalkuliert Lehmann mit sieben bis acht Millionen Euro Kapitalbedarf. Doch auf
die Unterstützung von Banken durfte er dabei nicht hoffen. Eine Erfahrung, die
viele junge Unternehmen und Mittelständler machen. Christian Lehmann: "Bei
Corona haben wir einen Haufen Federn gelassen. Wenn Sie zur Bank gehen und noch
mal Geld brauchen, da brauchen Sie gar nicht auflaufen."
Das negative Eigenkapital aus der Pandemiezeit ist in der Holding inzwischen
bereinigt - die historischen Narben in den Bilanzen aber machen klassische
Kredite für das Gastgewerbe weiterhin schwierig. Privates Kapital hatte Lehmann
bereits in früheren Projekten eingesetzt, doch in dieser Größenordnung stößt
auch das engste Netzwerk an seine Grenzen.
Der Kontakt zu Sven Büchel, Geschäftsführer der maltesischen Wertpapierfirma Van
Sterling Capital Ltd., öffnete eine neue Tür: die Tokenisierung.
Was ein Security Token ist - und was er nicht ist
Für Lehmann war das Thema zunächst "ein luftleerer Raum" und "eine Blackbox".
Was er gemeinsam mit Sven Büchel entwickelte, ist rechtlich ein digitales
Genussrecht - kein Kryptowährungsspekulationsobjekt, sondern ein Wertpapier, das
vollständig der deutschen Finanzmarktregulierung unterliegt.
Die operative Abwicklung läuft über Black Manta, ein in Deutschland von der
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) lizenziertes
Unternehmen, das mit Van Sterling kooperiert. "Es ist keine Anleihe, aber im
Prinzip kommt es aufs Selbe raus", beschreibt Lehmann das Konstrukt. "Es ist ein
komplett anderes Produkt als eine klassische Bank- oder Firmenfinanzierung."
Nur 31 Tage bis zur Genehmigung
Den Wertpapierprospekt reichte er am 29. Dezember letzten Jahres ein. 31
Arbeitstage später erteilte die BaFin die Genehmigung - für ein
Behördenverfahren eine ungewöhnlich kurze Durchlaufzeit. Lehmanns Erklärung
deckt sich mit dem, was Fachleute für Kapitalmarktrecht beobachten. Die Aufsicht
unterscheidet sehr wohl zwischen substanzlosen Token-Projekten und Emissionen,
hinter denen ein laufendes Unternehmen mit Umsätzen, Mitarbeitern und
belastbaren Vertragsbeziehungen steht. "Wir sind ein valides Produkt, uns kann
man anfassen, spüren und schmecken", sagt Christian Lehmann. Dazu kommt ein
weiterer Vorteil, mit rund 9.000 Taco-Bell-Standorten weltweit lassen sich
nachvollziehbare Prognosemodelle entwickeln - ein struktureller Pluspunkt
gegenüber rein hypothetischen Geschäftsmodellen.
Wie lukrativ ist ein Invest in Fast Food
Über die Plattform intokia (https://intokia.com/de/assets/lehmann-holding-gmbh)
können Anleger ab einem Mindestbetrag von 1.000 Euro einsteigen. Die Token
werden digital in einer Wallet verwahrt und sollen langfristig auch über
Sekundärmärkte handelbar sein.
Christian Lehmann strebt eine Verzinsung von 7,5 % pro Jahr an - abhängig von
der Geschäftsentwicklung - sowie eine 20-prozentige Gewinnbeteiligung. Als
erfahrener Gastronom und Unternehmer weiß er, mit welchen Unwägbarkeiten er
rechnen muss und wo stabile Umsätze herkommen. Insgesamt rechnet Lehmann mit
einer Gesamtrendite zwischen elf und vierzehn Prozent - eine Erwartung, aber
keine Garantie.
Vier Euro über Mindestlohn, kein Plastikbesteck
Wachstum um jeden Preis ist Lehmanns Sache nicht. Seine Mitarbeiter verdienen in
der Regel drei bis vier Euro mehr als den gesetzlichen Mindestlohn - die
Fluktuation ist entsprechend gering. Ungelernte Kräfte werden über interne
Schulungsprogramme gezielt entwickelt und können bis in Führungspositionen
aufsteigen. Beim Thema Nachhaltigkeit geht die Holding so weit, wie es der
Rahmen erlaubt: Pappgeschirr und Holzbesteck, wo es geht - bei
Franchise-Vorgaben wie Getränkebechern endet der eigene Gestaltungsspielraum. In
der Hotellerie übernimmt inzwischen ein KI-gestütztes Sprachsystem
Standardanfragen und Reservierungen rund um die Uhr - nicht als Ersatz für
Personal, sondern um es zu entlasten.
Ein Modell für den Mittelstand?
Christian Lehmann hat sich nach eigener Aussage bislang nur mit einem einzigen
Franchise-Unternehmer aus Frankfurt über diesen Finanzierungsweg ausgetauscht.
Andere Mittelständler, die ähnlich vorgehen, kennt er nicht. "Ich verlasse mich
da auf mein Bauchgefühl", sagt er - eine nüchterne Feststellung über den Stand
der Dinge, denn mittelständische Betriebe vor allem in der Gastronomie haben die
Tokenisierung als Finanzierungsinstrument bisher kaum entdeckt.
Ob sich dieser Finanzierungsweg im deutschen Mittelstand durchsetzt, hängt nicht
zuletzt von der Sichtbarkeit erfolgreicher Praxisbeispiele ab. Christian Lehmann
demonstriert, dass ein operativ tragfähiges Unternehmen mit konsolidierter
Bilanz und klarer Expansionsstrategie auch jenseits klassischer Kreditlinien
Zugang zum Kapitalmarkt erhalten kann - sofern Struktur, Regulierung und
Investorenvertrauen zusammenpassen.
In fünf Jahren, so Christian Lehmann, möchte er von zufriedenen Anlegern und
einem funktionierenden Franchise-Netz berichten. Bis dahin müssen die ersten
Tacos in Bayern serviert, die Token gezeichnet und die Bilanz weiter gestärkt
werden. Die Kurve auf dem Seismogramm zeigt nach oben. Ob sie dort bleibt,
entscheidet der Markt.
Lehmann Holding GmbH auf einen Blick
Die Lehmann Holding GmbH (http://www.lehmannholding.de) mit Sitz in München
betreibt neben dem Hotel- und Cateringgeschäft mehrere Franchise-Standorte der
Marke Mmaah!.
Gründer: Christian Lehmann | Sitz: München, Bayern | Geschäftsfelder: Hotel,
Catering, Klinik- und Uni-Gastronomie, QSR-Franchise
Das Security Token Offering (STO) für den geplanten Taco Bell-Rollout an mehr
als 15 Standorten in Bayern ist über die CL Bayern GmbH strukturiert, bei der
BaFin registriert und wird über die Plattform intokia vertrieben. Den
Wertpapierprospekt entwickelten Van Sterling gemeinsam mit dem
BaFin-lizenzierten Emissionshaus Black Manta Capital Partners.
Pressekontakt:
Lehmann Holding GmbH
Christian Lehmann
+49 172 821 80 86
mailto:info@lhg-holding.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/182614/6280526
OTS: Lehmann Holding GmbH
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