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Sperrfrist: 26.05.2026 05:00
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Berlin (ots) - Der erst kürzlich neu ins Amt eingeführte Berliner Staatssekretär
für Digitalisierung, Matthias Hundt (CDU), muss sich wegen seiner Vergangenheit
als Unternehmer in Sachsen kritischen Fragen stellen.
Nach Recherchen von MDR INVESTIGATIV und rbb24 Recherche gibt es Fragen zur
Insolvenz einer Firma, die der aus Sachsen stammende Unternehmer als
Geschäftsführer leitete. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat ein
Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Bei dem Verfahren geht es um die inzwischen gelöschte SDC Sachsen Digital
Consulting GmbH. Die Firma war in Dresden ansässig und gab als Geschäftszweck
unter anderem die Planung und Realisierung von IT-Projekten und
"Innovationsmanagement im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie"
an.
Im August 2025 stellten zwei Krankenkassen beim Amtsgericht Dresden den Antrag
auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens. Dies geschieht nach Recherchen von MDR
und rbb erst, wenn Unternehmen Sozialabgaben trotz Mahnungen über einen längeren
Zeitraum nicht abführen. Die Krankenkassen haben sich auf Anfrage nicht zu dem
Fall geäußert. Matthias Hundt ließ über seinen Anwalt mitteilen, es habe
"Uneinigkeit über die Berechtigung relativ geringfügiger
Krankenversicherungsbeiträge" bestanden. Inzwischen hätte man sich mit den
Krankenkassen geeinigt.
Vorausgegangen sei nach Hundts Angaben der Konkurs eines Auftraggebers gewesen,
der 80 Prozent des Umsatzes ausgemacht hätte.
In Sachsen prüfen die zuständigen Staatsanwaltschaften bei Insolvenzverfahren
routinemäßig, ob der Anfangsverdacht für eine Straftat vorliegt. Das ist auch im
Fall von Hundts Firma geschehen.
Schriftlich erklärte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage von MDR und rbb: "Die
Staatsanwaltschaft Dresden hat vor dem Hintergrund der am 25.11.2025 erfolgten
Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der SDC Sachsen Digital
Consulting GmbH ein Ermittlungsverfahren wegen verschiedener Insolvenzstraftaten
eingeleitet."
Die Ermittlungen sind jedoch bei weitem noch nicht abgeschlossen. Es gilt die
Unschuldsvermutung. Hundts Anwalt erklärte dazu: "Die Staatsanwaltschaft gibt
uns auf Anfrage derzeit keinerlei Auskunft über einen etwaigen Tatvorwurf oder
auch nur darüber, ob es Ermittlungen im Zusammenhang mit der Insolvenz der SDC
Sachsen Digital Consulting GmbH gibt."
In den vergangenen zwei Jahren wurde noch bei zwei weiteren Firmen, an denen
Matthias Hundt beteiligt war, Insolvenzverfahren eingeleitet. In einem Fall
wurde die Eröffnung durch das Amtsgericht Dresden "mangels Masse" abgelehnt. Das
heißt: Das Vermögen reichte nicht aus, um die Kosten des Verfahrens zu decken.
In einem weiteren Fall läuft das Verfahren noch.
Nach seiner Ernennung zum Staatssekretär veröffentlichte die Senatskanzlei auf
der offiziellen Webseite eine Biografie des neuen Staatssekretärs. Sie basiert
auf den "freiwilligen Angaben der dargestellten Personen selbst", heißt es zur
Erklärung.
Für den Zeitraum "2019 - 2026" hieß es dort: "Geschäftsleitung Sachsen Digital
Solutions Gmbh" und "Dozent SRH Hochschule Berlin (Digitalisierung und
Onlinetechnologien)". Nachdem MDR und rbb bei Matthias Hundt zu seiner
Dozententätigkeit nachfragten, wurde der Eintrag präzisiert. Die SRH hatte MDR
und rbb auf Nachfrage mitgeteilt, dass Hundt nur für ein Semester dort tätig
war: vom September 2019 bis Juli 2020.
Zur Erklärung teilte der Staatssekretär über seinen Anwalt mit, er habe "seinen
Lebenslauf in wesentliche berufliche Großabschnitte unterteilt" und mit den
Angaben "keineswegs den falschen Eindruck erwecken" wollen, dass er in all
diesen Jahren "auch (für einen ungenannten Zeitraum) als Dozent tätig" gewesen
sei. Inzwischen wurde der Eintrag korrigiert. Ein Hinweis auf die SDC Sachsen
Digital Consulting GmbH findet sich nicht im Lebenslauf.
Die Senatskanzlei teilte mit, dass Matthias Hundt und der regierende
Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sich seit einem Arbeitstreffen im August 2024
kennen. Von den Insolvenzverfahren habe man bis zur Anfrage von rbb und MDR
keine Kenntnis gehabt.
Pressekontakt:
Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)
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OTS: rbb - Rundfunk Berlin-Brandenburg
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