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Frankfurt/Main (ots) -
- Produktion: Weiterer Rückgang
- Gesamtumsatz im Plus, aber unter Vorjahreswert
- Verschärfter Kostendruck bei Erzeugerpreisen
- Ausblick: Produktion dürfte weiter sinken, Margen unter Druck
Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist schwach ins Jahr 2026 gestartet. Die
Produktion sank im ersten Quartal saisonbereinigt um 2,8 Prozent. Damit lag sie
im Vorjahresvergleich knapp 6 Prozent niedriger. Hauptgrund war der deutliche
Rückgang der Pharmaproduktion, nachdem Unternehmen 2025 wegen drohender US-Zölle
Vorzieheffekte genutzt hatten. Die Chemieproduktion konnte dagegen leicht
zulegen. Sie blieb aber unter Vorjahresniveau. Mit 75,1 Prozent blieb die
Kapazitätsauslastung weiter unrentabel. Der Stellenabbau setzte sich fort.
Eine nachhaltige Erholung ist nicht abzusehen
Hohe Energie-, Rohstoff- und Transportkosten belasten infolge des
Nahostkonflikts die Branche. Die Sperrung der Straße von Hormus verschärft
Lieferkettenprobleme und treibt Öl-, Gas- und Naphtha-Preise nach oben. In
Teilen des Chemiegeschäfts kommt es vorübergehend aufgrund von
Vorsichtsbestellungen zu einer Belebung der Nachfrage. Eine nachhaltige Erholung
erwartet der VCI in diesem Jahr aber nicht.
VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup kommentiert: "Die Chemie kämpft,
Pharma rüstet sich für noch größere Herausforderungen. Wenige stabile Zahlen
sind keine Trendwende. Wir sehen keine Aufbruchstimmung, sondern geopolitisches
Hamstern. Das ist ein panischer Zwischenpeak, von dem kurzfristig auch Teile der
chemischen Industrie profitieren. Die nackte Wahrheit ist: Die Chemie steht
weiter unter Dauerstress - belastet durch eine ungezähmte Bürokratie, hohe
Kosten und globale Turbulenzen. Deutschland verliert weiter an
Wettbewerbsfähigkeit, wenn Berlin und Brüssel nicht gegensteuern. Auf
geopolitische Krisen haben wir wenig Einfluss - auf unsere Standortbedingungen
schon. Die Politik der kleinen Schritte reicht nicht mehr. Entscheidend sind
jetzt eine starke Führung, Verlässlichkeit und ein klarer industriepolitischer
Kurs. Das gilt auch mit Blick auf China. Der massive Kapazitätsaufbau und
staatlich subventionierte Produktion setzen Europas Industrie zunehmend unter
Druck und treffen viele Branchen ins Mark. Klar ist aber auch: Flächendeckende
Abschottung und neue Handelsbarrieren sind keine gute Lösung. Wichtig ist: Als
Erstes müssen die bestehenden Handelsschutz-Instrumente effektiv eingesetzt
werden - nur das hilft schnell. Europa braucht einen selbstbewussten und fairen
Umgang mit China - mit Instrumenten, die Wettbewerbsverzerrungen wirksam
begrenzen, ohne internationale Wertschöpfungsketten zu gefährden."
Die Zahlen im Überblick:
- Eine belastbare Prognose ist angesichts der geopolitischen Risiken derzeit nur
eingeschränkt möglich. Der VCI erwartet für 2026 weiterhin ein schwieriges
Jahr: Die Produktion dürfte im Gesamtjahr erneut sinken. Steigende Preise
könnten den Umsatz zwar stützen, die Margen bleiben jedoch unter Druck.
- Die chemisch-pharmazeutische Produktion sank im ersten Quartal 2026
saisonbereinigt um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal und lag knapp 6
Prozent unter Vorjahr. Pharma dämpfte das Ergebnis deutlich, während die
Chemie leicht zulegte. Die Kapazitätsauslastung stieg leicht auf 75,1 Prozent
- verharrt damit aber weiter unter einem rentablen Niveau.
- Der Abwärtstrend bei den Erzeugerpreisen wurde gestoppt: Gegenüber dem
Vorquartal ergab sich ein leichtes Plus von 0,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich
lagen die Preise aber noch rund 1 Prozent niedriger. Gleichzeitig verschärfte
sich der Kostendruck deutlich: Insbesondere die Preise für Rohöl und rohölnahe
Produkte stiegen kräftig.
- Der Umsatz stieg saisonbereinigt um 2,1 Prozent auf 50,9 Milliarden Euro. Er
lag aber 5,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zusätzliche Bestellungen zu
Jahresbeginn deuten teils auf Vorsichtsbestellungen und Lageraufbau angesichts
der Eskalation am Golf hin.
HINWEIS: Den Quartalsbericht und weitere Dokumente finden Sie auf
https://www.vci.de
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seinen 22 Fach- und 7 Landesverbänden repräsentiert er die Interessen von rund
2.000 Unternehmen - vom Global Player bis zum hoch spezialisierten
Mittelständler. Mit 230 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025 und rund 545.000
Beschäftigten in Deutschland zählt die Branche zu den stärksten Treibern für
Innovation, Wohlstand und Zukunft. Für eine starke chemisch-pharmazeutische
Industrie von heute und morgen ist der VCI in Deutschland, in Europa und
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