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Frankfurt (ots) - Die Bundesregierung will den möglichen Kollaps der
Atlantischen Umwälzströmung AMOC offenbar stärker in ihre Klimarisikoanalyse
aufnehmen. Das sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums im Podcast
"KlimaKlartext" der Frankfurter Rundschau. Demnach soll im Jahr 2027 eine neue
Klimarisikoanalyse erscheinen, "die dann auch stärker auf das Phänomen der
Umwälzpumpe eingehen wird und eben auch mögliche Auswirkungen versucht zu
beschreiben".
Die AMOC ist ein großes Str ömungssystem im Atlantik , das warmes Wasser nach
Norden transportiert und damit auch das Klima in Europa beeinflusst. Fachleute
warnen seit Jahren, dass sich diese Strömung durch die Erderwärmung und den
Zufluss von Süßwasser aus schmelzendem Grönlandeis abschwächen könnte. Ein
starker Einbruch oder Kollaps hätte Folgen für Temperaturen, Niederschläge,
Meeresspiegel, Landwirtschaft und Versorgungssicherheit.
Die Energieökonomin Claudia Kemfert fordert deshalb eine stärkere
sicherheitspolitische Vorbereitung . In "KlimaKlartext" sagte sie: "Europa
sollte hier und muss reagieren, weil es eine europäische Bedrohung ist." Auch
Deutschland müsse sich intensiver mit den möglichen Folgen beschäftigen. "In
Deutschland müssen die Sicherheitsbehörden beginnen, sich damit
auseinanderzusetzen, was das bedeutet", sagte Kemfert.
Aus ihrer Sicht reicht eine reine Risikoanalyse nicht aus. Kemfert fordert
konkrete Stresstests für m ögliche Folgen eines AMOC-Kollapses .
Sicherheitsbehörden müssten prüfen, welche Auswirkungen eine starke Abschwächung
der Atlantikströmung auf kritische Infrastruktur, Energieversorgung,
Küstenschutz, Ernährungssicherheit und Lieferketten hätte. "Aber in Deutschland
müssen die Sicherheitsbehörden beginnen, sich damit auseinanderzusetzen, was es
bedeutet, die Stresstests und auch die ganzen Auswirkungen, die diese
Risikoanalyse hat", sagte Kemfert im Podcast.
Kemfert warnt davor, die AMOC-Frage nur wissenschaftlich zu diskutieren.
Entscheidend sei, politische Konsequenzen aus den Risikoanalysen zu ziehen. Ohne
konkrete Vorsorge drohten solche Berichte zum "Papiertiger" zu werden. Die
geplante Klimarisikoanalyse 2027 könnte damit ein wichtiger Test dafür werden,
ob Deutschland den möglichen Kollaps der Atlantikströmung nicht nur beschreibt,
sondern auch praktisch in Sicherheits- und Vorsorgeplanung übersetzt.
Hintergrund ist, dass Klimarisiken in Deutschland zunehmend auch als
Sicherheitsrisiken betrachtet werden. Im Februar 2025 wurde die erste Nationale
Interdisziplinäre Klimarisikoeinschätzung, kurz NiKE, veröffentlicht, an der
auch der Bundesnachrichtendienst beteiligt war. ( Auswärtiges Amt (https://www.a
uswaertiges-amt.de/de/newsroom/2700052-2700052?utm_source=chatgpt.com) ) Der BND
zählt die Folgen des Klimawandels neben Russland, China, Cyber-Gefahren und
internationalem Terrorismus zu den fünf großen externen Bedrohungen für
Deutschland. ( Auswärtiges Amt (https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2700
052-2700052?utm_source=chatgpt.com) )
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