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Bonn (ots) - Anlässlich des internationalen Tags der Umwelt (5.6.) warnt die
UNO-Flüchtlingshilfe vor den zunehmend dramatischen Auswirkungen der Klimakrise
auf Millionen geflüchteter und vertriebener Menschen weltweit. Extreme
Wetterereignisse wie Dürren, Überschwemmungen, Stürme und Hitzewellen treffen
besonders jene, die bereits vor Krieg, Gewalt und Verfolgung fliehen mussten und
nun unter prekären Bedingungen leben. Die globale Lage zeigt die besondere
Verwundbarkeit geflüchteter Menschen: Rund 75 Prozent aller Geflüchteten - etwa
86 Millionen Menschen - leben in Regionen, die stark von den Folgen der
Klimakrise betroffen sind. Ihre Möglichkeiten, sich an extreme Umweltbedingungen
anzupassen, sind oft stark eingeschränkt, wodurch sich ohnehin schwierige
Lebenssituationen weiter verschärfen.
"Die Klimakrise ist längst auch eine humanitäre Krise", erklärt Mark Ankerstein,
Nationaler Direktor der UNO-Flüchtlingshilfe. "Besonders betroffen sind
Menschen, die bereits Schutz gesucht haben und nun zusätzlich mit Dürren,
Überschwemmungen und Nahrungsmittelknappheit konfrontiert sind - oft ohne
ausreichende Infrastruktur oder Unterstützung."
Klimakrise verschärft Lebensbedingungen geflüchteter Menschen
Geflüchtete leben häufig in besonders vulnerablen Regionen - etwa in trockenen,
überflutungsgefährdeten oder infrastrukturell schwachen Gebieten. Unterkünfte
bieten oft nur unzureichenden Schutz vor Extremwetter, während der Zugang zu
Wasser, Energie und Nahrung begrenzt ist. Klimatische Belastungen verschärfen
Armut, gefährden Gesundheit, Bildung und Sicherheit und erschweren den Aufbau
stabiler Lebensperspektiven. Gleichzeitig verschärft die Klimakrise in vielen
Regionen die Konkurrenz um natürliche Ressourcen wie Wasser und Land und
belastet auch Aufnahmekommunen zunehmend.
Lösungen: Klimaanpassung, Schutz und nachhaltige Perspektiven
Gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR setzt die UNO-Flüchtlingshilfe
daher auf konkrete Lösungen, die den Alltag geflüchteter Menschen verbessern.
Ein Beispiel ist das Aufforstungsprojekt "Make Minawao green again" in Kamerun,
bei dem durch nachhaltige Anbaumethoden degradierte Flächen wiederhergestellt
werden und die Region langfristig Teil der "Great Green Wall" wird, um gegen die
Wüstenbildung in der Sahelzone vorzugehen.
Der UNHCR verfolgt zudem einen umfassenden Aktionsplan für Klimamaßnahmen
2024-2030, der den Schutz und die Widerstandsfähigkeit vertriebener Menschen
stärkt und die Nachhaltigkeit humanitärer Hilfe verbessert. Im Fokus stehen
gezielte Investitionen, um die Resilienz in Flüchtlings- und Aufnahmeregionen zu
stärken: zum Beispiel Dämme und Brunnen in Dürregebieten wie dem Tschad, der
Einsatz von Solarenergie in Flüchtlingscamps zur Reduzierung von Abholzung sowie
Programme zur Wiederaufforstung und nachhaltigen Landwirtschaft.
Mark Ankerstein betont: "Geflüchtete Menschen gehören zu den am stärksten von
der Klimakrise betroffenen Gruppen weltweit. Ohne gezielte Unterstützung bleiben
sie von notwendigen Anpassungsmaßnahmen ausgeschlossen. Klimaschutz ist deshalb
immer auch Schutz von Menschenleben."
Mehr Informationen unter http://www.uno-fluechtlingshilfe.de/klimakrise
Die UNO-Flüchtlingshilfe ist der deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der
Vereinten Nationen, UNHCR. Sie mobilisiert Unterstützung für weltweite
Hilfseinsätze, fördert Projekte für Geflüchtete in Deutschland und informiert
über Flucht und ihre Ursachen.
Pressekontakt:
Marius Tünte, Tel. 0228-90 90 86-47,
mailto:marius.tuente@uno-fluechtlingshilfe.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/63012/6288029
OTS: UNO-Flüchtlingshilfe e.V.
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