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Köln (ots) - Die VRFF ruft für Montag, 8. Juni, ab 2.00 Uhr früh erneut zu einem
24-stündigen Warnstreik im Westdeutschen Rundfunk (WDR) auf. Grund ist die
fünfte Verhandlungsrunde mit dem Sender am darauffolgenden Dienstag. Denn nach
einer ergebnislosen vierten Verhandlungsrunde Ende April scheint die
Arbeitgeberseite auch jetzt ein nur marginal verbessertes Angebot vorlegen zu
wollen.
Verärgerung macht sich breit in der VRFF in WDR und Beitragsservice (ZBS). Denn
auch nach der letzten Verhandlungsrunde am 29. April 2026 hat die
Geschäftsleitung des Funkhauses weder ein verbessertes Angebot bezüglich der
prozentualen Steigerung der Gehälter angekündigt, noch ist sie bisher auf die
Nebenforderungen der Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden
eingegangen. Nach wie vor gilt daher das Angebot einer Nullrunde für 2026, mit
einer Steigerung von 1% ab Januar 2027 plus 1% ab Januar 2028 und einer Laufzeit
von knapp drei Jahren. Würde die von der KEF empfohlene Erhöhung des
Rundfunkbeitrags noch kommen, würden die Steigerungen auf jeweils 2% pro Jahr
steigen.
Selbst wenn diese Steigerung käme: In Anbetracht der erheblichen Verteuerung der
Lebenshaltungskosten seit Beginn des Jahres und der weiter steigenden Inflation
sind eine Nullrunde und die avisierten Steigerungen deutlich zu wenig. Denn die
Wirtschaftsweisen gehen von 3% Inflation im Jahr 2026 aus; Tendenz steigend.
"Selbst die KEF, auf die der WDR in jeder Verhandlungsrunde gerne verweist, und
die laut dem Funkhaus sogar 'mit am Tisch säße', hält Personalkostensteigerungen
von 2,46% für angemessen", erklärt Matthias Kopatz, VRFF-Verhandlungsführer im
WDR und stellvertretender Vorsitzender der VRFF-Bundestarifkommission.
Der WDR verteidigt bisher sein dürftiges Angebot von nicht einmal 0,7% pro Jahr.
Doch der Haushaltsplan des WDR unter Federführung von Intendantin Katrin Vernau
hat bisher immer ein wirtschaftliches Plus ausgewiesen (Quelle:
https://ots.de/9t5KRR ). "Bei all dem Geld, das in den Digitalen Wandel, die
Infostrategie, die Erneuerung und Sanierung diverser Immobilien und deren
technischer Ausstattung investiert wird, kann es nicht sein, dass die
Mitarbeitenden bei immer höherer Arbeitsbelastung eine Nullrunde fahren sollen,"
so Stephan Gans, Streikbeauftragter der VRFF im WDR. Die Gründe für das magere
Angebot des Funkhauses sind für die Mediengewerkschaft VRFF nicht
nachvollziehbar.
Wenn etwas den Etat des Westdeutschen Rundfunks belastet hat, dann sind es, laut
Gans, teure Rentenrückstellungen für die Geschäftsleitung, überhöhte
außertarifliche Gehälter und explodierende Immobilienkosten. "Das alles liegt in
der Entscheidungsmacht der Geschäftsleitung und darf nicht auf dem Rücken des
Personals ausgetragen werden", hält der VRFF-Streikbeauftragte fest.
Zu den WDR-Entscheidungen zählt auch die Halbierung des Programmportfolios des
Senders von 600 auf 300 Angebote, die gerade begonnen hat ( Um zu sparen: WDR
streicht mehr als 300 Angebote im Programm (https://www.merkur.de/boulevard/um-z
u-sparen-wdr-streicht-mehr-als-300-angebote-im-programm-94280841.html) ). Auch
deshalb sei nicht nachvollziehbar für die VRFF, dass bei all den Einsparungen
nicht mindestens eine akzeptable tarifliche Steigerung für die Beschäftigten
möglich sein soll.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 09.06.2026 angesetzt, zu der der WDR
sogar "Open End" eingeladen hat. Denn die Geschäftsleitung wünscht an diesem Tag
einen Abschluss; weshalb sich die VRFF-Mitglieder gezwungen sehen, ihrer
Verärgerung noch einmal Luft zu machen. Der Warnstreik im Westdeutschen
Rundfunk, so die Mediengewerkschaft, beginnt am 8. Juni um 2:00 Uhr früh und
dauert 24 Stunden. Von 9:00 bis circa 14:00 Uhr findet eine Kundgebung statt am
Mausdenkmal vor dem Vierscheibenhaus des WDR.
Hintergrund: In der VRFF Die Mediengewerkschaft - der "Vereinigung der
Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden" - sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
sowohl in Rundfunk-, Film- und Fernsehanstalten als auch in Produktionsstätten
gewerkschaftlich organisiert. Sie vertritt seit über 60 Jahren die Belange der
Mitarbeitenden in technischen, künstlerischen, produktionellen, administrativen
und redaktionellen Berufen in der Medienbranche. Die VRFF ist eine
Fachgewerkschaft unter dem Dach des dbb beamtenbund und tarifunion.
Pressekontakt:
VRFF Die Mediengewerkschaft - Betriebsgruppe WDR:
Stephan Gans, Telefon: 0173-5469036, E-Mail: stephan.gans@wdr.de;
stephan.gans@vrff.de
VRFF Bundesvorstand:
Christiana Ennemoser, Telefon: 0160-94648656, E-Mail:
christiana.ennemoser@vrff.de; presse@vrff.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/172390/6289551
OTS: VRFF die mediengewerkschaft
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