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Gülzow (ots) - Zum Erhalt wertvoller Moorböden greifen immer mehr
Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner zu torffreien Erden. Damit Pflanzen in Beet,
Kübel oder Balkonkasten gut wachsen, kommt es neben der passenden Pflege vor
allem auf die Wahl eines geeigneten Substrats an. Beim Einkauf helfen eindeutige
Kennzeichnungen, Hinweise zum Einsatzbereich sowie Gütezeichen bei der
Orientierung. Worauf Verbraucherinnen und Verbraucher bei torffreien Erden
achten sollten, erklärt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).
Torffrei oder torfreduziert: Auf die richtige Bezeichnung achten
Beim Kauf von torffreien Substraten sollte man auf die Kennzeichnung "torffrei"
oder "ohne Torf" achten. Torfreduzierte Erden können noch bis zu 70 Prozent Torf
enthalten und auch Bio-Siegel sind keine verlässliche Kennzeichnung für
torffreie Substrate.
Gütezeichen als zusätzliche Orientierung
Die FNR weist außerdem auf Gütezeichen hin, die nachhaltige Produktion und
geprüfte Qualität kennzeichnen. So steht das RAL-Gütezeichen für Substrate für
regelmäßige, unabhängige Qualitätskontrollen und erstklassige Ausgangsstoffe.
HORTICERT garantiert nachhaltige, zertifizierte Torfersatzstoffe und Substrate,
und der Blaue Engel für organische Kultursubstrate und Blumenerden kennzeichnet
umweltschonende, torffreie Produkte.
Passende Erde und Dünger auswählen
Die Auswahl der geeigneten Erde und des Düngers sollten Hobbygärtnerinnen und
Hobbygärtner an der jeweiligen Pflanzenart ausrichten. Denn so vielfältig wie
die Pflanzenwelt ist, so unterschiedlich sind auch ihre Ansprüche. So stellen
zum Beispiel Beerenobst und verschiedene Gemüsearten wie Paprika, Tomaten,
Gurken und Kürbisse ähnliche Anforderungen an Substrat und Dünger, u. a. haben
sie einen höheren Kaliumbedarf. Für diese Pflanzen eignen sich Tomaten-, Gemüse-
oder Beerenobsterden und -dünger. Blühpflanzen, Stauden und Rosen hingegen
bevorzugen einen höheren Phosphorgehalt, um eine üppige Blüte zu entwickeln.
Hortensien oder Rhododendren wiederum benötigen einen kalkarmen Boden mit
geringeren pH-Werten.
Für die Pflanzenanzucht empfehlen sich nährstoffarme, feiner strukturierte
Erden, erst später brauchen die Pflanzen mehr Dünger.
Pflanzensignale deuten und Nährstoffmangel beheben
Grundsätzlich sollte man der Düngung beim Einsatz torffreier Substrate mehr
Aufmerksamkeit schenken. Eine rechtzeitige Nachdüngung mit an die jeweilige
Substratmischung angepassten Düngern beugt Nährstoffmangel vor. Hellgrüne bis
gelbgrüne Blätter und stockendes Wachstum können auf fehlenden Stickstoff
hinweisen. Bei Phosphormangel bilden sich auf den Blättern braune bis
schwarzbraune Flecken. Verfärben sich die Blattspitzen oder kommt es zum
Blattabwurf, kann dies ein Zeichen für Kaliummangel sein.
Angaben zu Inhaltsstoffen und Nährstoffgehalten sowie Informationen zum
Düngemanagement stehen auf der Rückseite der Verpackungen. In Gärtnereien, Bau-
und Gartenmärkten steht den Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern für Fragen zur
Handhabung torffreier Erden geschultes Fachpersonal zur Seite. Wer sich vorab
informieren möchte, kann sich in der Produktdatenbank der FNR unter
http://www.torffrei.info/produkt-datenbank-torffreie-erden einen Überblick zu
den verschiedenen torffreien Erden verschaffen.
Richtiges Gießen für erfolgreiches Gärtnern ohne Torf
Torffreie Erden speichern Wasser weniger gut als torfhaltige Mischungen.
Häufiger, aber in kleineren Mengen zu gießen, ist hier das Mittel der Wahl, das
an sehr heißen Tagen auch mehrmals erfolgen kann. Wichtig ist, möglichst den
gesamten Erdballen mit Wasser zu versorgen. Überschüssiges Wasser sollte aber
gut ablaufen können, um Staunässe zu vermeiden. Ergänzend können Blähton oder
Bimsstein die Drainage verbessern, entweder als Beimischung oder als Schicht am
Boden des Pflanzgefäßes.
Für Balkonpflanzen eignen sich Töpfe mit Wasserspeicher, im Garten sind
automatische Bewässerungssysteme wie Tröpfchenbewässerung sinnvoll. Viele
Substrate enthalten zudem Ton zur besseren Wasserspeicherung.
Hinweise zur Lagerung von torffreier Blumenerde
Die torffreie Blumenerde sollte man möglichst direkt nach dem Kauf verwenden.
Für die Lagerung empfiehlt sich ein kühler, trockener, lichtgeschützter Ort
sowie eine gut verschlossene Verpackung. Farb- und Strukturunterschiede bei
torffreier Erde sind aufgrund der unterschiedlichen Torfersatzstoffe normal und
kein Qualitätsmangel. Da sich die Nährstoffgehalte insbesondere bei längerer
Lagerung verändern können, gilt es nach dem Öffnen und bei länger gelagerter
Erde auf eine ausreichende Düngung zu achten.
Hintergrund und weiterführende Informationen zum torffreien Gärtnern
Im Rahmen der Torfminderungsstrategie der Bundesregierung initiierte das
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) die
Kommunikationskampagne "Torffrei gärtnern": Auf https://www.torffrei.info/
stehen praktische Tipps, Hintergründe und eine Produktdatenbank torffreier Erden
zur Verfügung. Auch die mit BMLEH-Förderung entwickelte Schulungsplattform für
Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner ist hier zu finden:
http://www.torffrei.info/torffrei-schulung-fuer-hobbygaertner/#/ . Und nicht
zuletzt hilft die Fachberatung im Gartencenter, um insbesondere individuelle
Fragen bestmöglich zu klären.
Pressekontakt:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Maria Spittel
Tel.: 03843/6930-335
Mail: mailto:m.spittel@fnr.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/24901/6289603
OTS: FNR Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
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