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Duisburg/Berlin (ots) - Am 12. Juni 2026 tritt das deutsche Anpassungsgesetz an
die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) in Kraft. Die
Kindernothilfe sieht dadurch grundlegende Kinderrechte gefährdet. "Insbesondere
die mögliche Inhaftierung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen bedeutet
einen schweren Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention und muss umgehend
revidiert werden", so Kindernothilfe-Vorstand Carsten Montag.
Beschleunigte Asylverfahren - ein Kernpunkt der GEAS-Reform - bergen zudem die
Gefahr, dass kinderspezifische Fluchtgründe und Schutzbedarfe unberücksichtigt
bleiben. "Kinder und Jugendliche haben auf der Flucht häufig Schlimmes erlebt
und brauchen vor allem Halt und die Aussicht auf eine sichere Zukunft", betont
Carsten Montag.
Scharfe Kritik übt er an den geplanten "Sekundärmigrationszentren", mit denen
der deutsche Gesetzgeber sogar noch über die europäischen GEAS-Regelungen
hinausgehe. In diesen nicht kindgerechten Unterkünften sollen auch Familien
festgehalten werden können - ein weiterer klarer Bruch der
UN-Kinderrechtskonvention und des in ihr verankerten Vorrangs des Kindeswohls.
Zu begrüßen sei dagegen der vom Gesetz vorgesehene verbesserte Zugang
geflüchteter Kinder und Jugendlicher zu Gesundheitsleistungen und zur
Regelschule.
Bereits im letzten Jahr hat die Kindernothilfe gemeinsam mit sechs weiteren
Nichtregierungsorganisationen das juristische Gutachten "Kinderrechtliche
Aspekte der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems" in Auftrag gegeben
und daraus zehn Empfehlungen für die Umsetzung der GEAS-Reform in Deutschland
abgeleitet, die nach wie vor Gültigkeit haben. Sie sind hier abrufbar:
kindernothilfe.de/geas-empfehlungen (https://www.kindernothilfe.de/-/media/knh/i
nfothek-neu/fachpublikationen/positionspapier-umsetzung-geas.pdf)
Für Interviewanfragen steht unsere Pressestelle jederzeit zur Verfügung.
Als eine der größten Kinderrechtsorganisationen in Europa unterstützt die
Kindernothilfe seit mehr als 65 Jahren weltweit Kinder und Jugendliche in
schwierigen Lebenssituationen. Die Kindernothilfe ist Mitglied im Bündnis
Entwicklung Hilft. Weitere Infos unter https://www.kindernothilfe.de/
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