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Hannover (ots) -
- Präses Latzel würdigt die verbindende Kraft des Fußballs: WM kann Menschen
über Grenzen hinweg verbinden
- Kritik an politischer Vereinnahmung und wachsender Kommerzialisierung
- "Die WM gehört den Fans - nicht Konzernen, Politikern oder Verbänden"
Hannover/Düsseldorf, 8. Juni 2026 - Zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft der
Männer in Kanada, den USA und Mexiko hebt der Sportbeauftragte der Evangelischen
Kirche in Deutschland (EKD), der rheinische Präses Thorsten Latzel, die
verbindende Kraft des Turniers hervor. "Sport ist eine wunderschöne Gabe Gottes.
Die WM bietet die Chance, mit Menschen weltweit die Freude am Spiel zu teilen.
Gerade in schwierigen Zeiten können solche gemeinsamen Erlebnisse verbinden.
Fußball stiftet Gemeinschaft über Grenzen hinweg. Als Christinnen und Christen
stehen wir für Teamgeist, Fairness und Mitmenschlichkeit - davon brauchen wir
heute mehr denn je", sagt Latzel.
Zugleich warnt er vor einer politischen und wirtschaftlichen Vereinnahmung des
Sports. "Die WM gehört den Fans - nicht Konzernen, Politikern oder Verbänden. Wo
Fußball instrumentalisiert wird, braucht es Kritik und kreativen Protest."
Latzel sieht keinen Widerspruch zwischen Begeisterung für den Fußball und einer
kritischen Haltung gegenüber den Rahmenbedingungen des Turniers. "Gerade weil
die WM ein großartiges Ereignis ist, sollten wir sie nicht Autokraten und
Geschäftemachern überlassen. Wer Fußball liebt, sollte auch kritisch auf das
schauen, was neben dem Platz geschieht."
Kritisch bewertet der EKD-Sportbeauftragte insbesondere die fortschreitende
Kommerzialisierung des Turniers. Die Austragung in drei Ländern verursache
erhebliche ökologische Belastungen, die Ausweitung des Teilnehmerfeldes erhöhe
den Druck auf Spieler und Fans. Auch hohe Ticketpreise schränkten die Teilhabe
vieler Menschen ein. "Die zunehmende Kommerzialisierung bis hin zu künstlichen
Spielunterbrechungen widerspricht der eigentlichen Schönheit des Spiels." Einen
Boykott lehnt Latzel jedoch ab. Stattdessen wirbt er für eine andere
Sportkultur: "Wir sollten Fairness stärken, demokratische Kräfte vor Ort
unterstützen und Missstände klar benennen - ohne den Fußball selbst aus dem
Blick zu verlieren."
Zwischen Glaube und Sport sieht Latzel viele Gemeinsamkeiten: "In beiden geht es
um Haltung, Fairness, Teamgeist und Freiheit. Sport ist eine herrliche
Schöpfungsgabe Gottes - eine der schönsten Nebensachen der Welt." Zugleich warnt
er vor einer Überhöhung des Fußballs: "Es gibt keinen Fußball-Gott, sondern nur
den einen Gott, der uns Menschen liebt - einschließlich unserer Leidenschaft für
den Sport."
Pressekontakt:
Carsten Splitt
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