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Osnabrück (ots) - Angesichts wieder steigender Gefangenenzahlen steuert der
deutsche Strafvollzug auf einen historischen Engpass bei den Kapazitäten zu.
Nach einer exklusiven Auswertung der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) gibt es
in den deutschen Gefängnissen so wenige Haftplätze wie seit sieben Jahren nicht
mehr.
Seit dem Jahr 2019 wurden bundesweit insgesamt 1755 Haftplätze abgebaut, sodass
aktuell nur noch 70.027 Plätze zur Verfügung stehen, wie noz unter Berufung auf
Daten der Landesjustizministerien berichtet. Dennoch steigt die Zahl der
Insassen nach den Daten der Justizbehörden wieder kontinuierlich an; die
durchschnittliche Belegung lag im vergangenen Jahr 2025 bei mehr als 60.000
Inhaftierten.
Besonders drastisch ist die Entwicklung in der Bundeshauptstadt: Berlin büßte in
den vergangenen Jahren knapp zehn Prozent seiner Plätze ein - mehr als jedes
andere Bundesland. "Es handelt sich nicht um die gewollte Reduzierung von
Hafträumen", wies die Berliner Justizverwaltung gegenüber noz eine politische
Absicht zurück und begründete den Rückgang stattdessen mit zwingenden
Baumaßnahmen an den Gefängnissen. Neben Berlin verzeichneten vor allem Bayern
und Hessen erhebliche Kapazitätsverluste im Strafvollzug.
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