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Köln (ots) - Der Markt mit Sportwetten boomt zur Fußball-Weltmeisterschaft. Der
Deutsche Sportwettenverband (DSWV) schätzt, dass in Deutschland knapp eine
Milliarde Euro auf die anstehende WM gesetzt werden. Hendrik Streeck, Sucht- und
Drogenbeauftragte der Bundesregierung warnt vor möglichen Folgen der starken
Präsenz von Sportwettenwerbung während der WM.
(Die folgenden Zitate sind unter Beachtung der Quellennennung zur
Veröffentlichung freigegeben.)
Im WDR warnt ein ehemaliger Süchtiger vor der erster Wette. Thomas Melchior war
selbst sportwettensüchtig und klärt heute in den Sozialen Medien als
@sportwettensheriff auf. Die Sucht nach der nächsten Wette sei rational nicht zu
erklären, sagte er im Interview mit dem WDR 5 Morgenecho.
"Deswegen versuche ich ja mit meinem Content auch vor die erste Wette zu kommen,
dass Kinder und Jugendliche schon frühzeitig wissen, dass sie am besten gar
nicht erst anfangen sollen."
Werbung für Sportwetten hält er für gefährlich:
"Die Werbung ist die Eintrittskarte in die Sucht und die Werbung suggeriert ja
etwas, was in der Realität nicht passiert. Sie suggeriert, dass du mit deinem
Sportwissen ganz einfach Geld verdienen kannst. Ich glaube, jeder, der schon mal
eine Tipprunde mitgemacht hat, jetzt gerade eben auch speziell wieder zur WM,
wird feststellen, dass nicht der gewinnt, der das meiste Wissen hat, sondern oft
sind es die, die vielleicht das wenigste Wissen haben."
Gegen die Tippspiele, die es jetzt in vielen Unternehmen und Freundeskreisen
gibt, hat er aber nichts:
"Also ich muss sagen, gegen ein Tippspiel ist für den Normalbürger überhaupt
nichts auszusetzen. Das macht ja auch Spaß und genau darum geht es ja auch
eigentlich...
Bei Sportwetten geht es ab einem gewissen Punkt nicht mehr um Spaß und da geht
es auch nicht mehr um Gemeinschaft, sondern mich haben Sportwetten komplett
sozial isoliert. Ich hab meine ganze Familie verloren, meine Arbeit verloren,
mein komplettes Umfeld war weg gewesen."
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