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Berlin (ots) - Pharma Deutschland begrüßt marktverträgliche und transparente
Standards bei der Umsetzung umweltpolitischer Vorhaben
Pharma Deutschland begrüßt, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken das
Thema Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) im Rahmen des EPSCO-Rats in Luxemburg
adressiert. Der EPSCO-Rat ist eine Formation des Rates der Europäischen Union,
die sich mit Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz
befasst und die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der EU verbessern soll.
Aus Sicht des Verbandes ist entscheidend, Umwelt- und Gewässerschutz mit einer
resilienten, innovationsfähigen Arzneimittelproduktion in Europa zu verbinden.
Pharma Deutschland begrüßt deshalb außerordentlich, dass die
Bundesgesundheitsministerin sicherstellen will, bürokratische Vorschriften und
Hürden auf ein Minimum zu begrenzen, Genehmigungsverfahren für innovative
Therapien zu verkürzen und sich bei der Umsetzung umweltpolitischer Vorgaben wie
der KARL für marktverträgliche und transparente Standards einzusetzen.
Jörg Wieczorek, Vorsitzender von Pharma Deutschland:
"Bundesgesundheitsministerin Warken macht die Auswirkungen von KARL auf den
Pharmastandort im EPSCO-Rat zum Thema. Das ist ein wichtiges und richtiges
Signal für Patientinnen und Patienten sowie für die industrielle
Gesundheitswirtschaft in Deutschland und Europa. Frau Warken zeigt damit, dass
das Bundesgesundheitsministerium die eklatanten Schwächen der Richtlinie und die
damit einhergehenden Bedrohungen für die Arzneimittelversorgung erkannt hat. Mit
Frau Warken gibt es nun eine weitere gewichtige Stimme aus den Mitgliedstaaten,
die die Unzulänglichkeiten und Nebenwirkungen der Kommunalabwasser in den
obersten Gremien der Europäischen Union anspricht. Dass die
Kommunalabwasserrichtlinie den Critical Medicines Act konterkariert, ist eine
Argument, dass auch in den anderen Mitgliedstaaten aufhorchen lassen sollte."
Pharma Deutschland weist darauf hin, dass die Kommunalabwasserrichtlinie in
ihrer derzeitigen Ausgestaltung erhebliche Risiken für den Pharmastandort birgt.
Die vorgesehene verpflichtende vierte Reinigungsstufe in Kläranlagen ist
fachlich sinnvoll, die Ausgestaltung der erweiterten Herstellerverantwortung
(EPR) mit einer Kostenbeteiligung der Pharma- und Kosmetikunternehmen von
mindestens 80 Prozent beruht auf nachweislich falschen Annahmen zu
Mikroschadstofffracht im kommunalen Abwasser und gefährdet notwendige
Investitionen in Produktion und Versorgungssicherheit.
Vor diesem Hintergrund fordert Pharma Deutschland ein
"Stop-the-clock"-Moratorium für die nationale Umsetzung von KARL. Während dieser
Pause müssen Finanzierungsmechanik, Kostenverteilung und praktische Umsetzung so
nachjustiert werden, dass die Richtlinie einerseits ambitionierten
Gewässerschutz gewährleistet, andererseits aber den Ausbau europäischer
Produktionskapazitäten, die Sicherung kritischer Arzneimittel und die
Investitionsfähigkeit der Unternehmen nicht gefährdet.
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Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der
Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten
Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in
Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
Patientinnen und Patienten bereit. Unter http://www.pharmadeutschland.de/ gibt
es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
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