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N.Y./München (ots) -
- Arbeitskraftverlust bleibt größtes finanzielles Risiko
- Staatliche Systeme sichern Lebensstandard oft nicht ausreichend ab
Eine Analyse des weltweit tätige Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal (A&M)
(https://www.germany-alvarezandmarsal.com/de) zeigt erhebliche strukturelle
Versorgungslücken in der finanziellen Absicherung deutscher Haushalte. Besonders
der Verlust der Arbeitskraft, aber auch Todesfall, Pflegebedürftigkeit und
Ruhestand stellen für viele Familien ein deutlich größeres finanzielles Risiko
dar als allgemein angenommen.
Haushaltsökonomie statt abstrakter Rentenlogik
Im Zentrum der Untersuchung steht ein haushaltszentrierter Ansatz: Nicht formale
Leistungszusagen staatlicher Systeme, sondern die tatsächliche Fähigkeit eines
Haushalts, laufende Kosten dauerhaft zu decken, wurden analysiert. Grundlage ist
ein exemplarischer Vier-Personen-Haushalt mit einem Hauptverdiener.
"Viele Haushalte gehen davon aus, dass gesetzliche oder berufsständische Systeme
ihren Lebensstandard im Ernstfall weitgehend absichern. Unsere Analyse zeigt
jedoch, dass zwischen gefühlter Sicherheit und tatsächlicher Leistungsfähigkeit
oft eine erhebliche Lücke besteht", sagt Jan-Hendrik Müller
(https://www.alvarezandmarsal.com/our-people/jan-hendrik-mueller) , Senior
Director von Alvarez & Marsal.
Arbeitskraft als größter Vermögenswert
Die Analyse von A&M quantifiziert erstmals zentrale Vorsorgerisiken anhand
konkreter Cashflow-Szenarien. Demnach beträgt der ökonomische Wert der
Arbeitskraft eines 40-jährigen Hauptverdieners mit 90.000 Euro Jahreseinkommen
rund 1,37 Millionen Euro.
Gleichzeitig zeigen die Modellrechnungen erhebliche monatliche
Versorgungslücken:
- bei Erwerbsminderung von Angestellten durchschnittlich rund 2.500 Euro,
- bei Beamten etwa 1.600 Euro,
- bei verkammerten Berufen wie Ärzten oder Rechtsanwälten teilweise über 2.700
Euro.
Auch im Todesfall reicht die staatliche Hinterbliebenenversorgung laut der
Analyse häufig nicht aus, um die finanzielle Stabilität eines Familienhaushalts
dauerhaft sicherzustellen. Für einen typischen Vier-Personen-Haushalt errechnet
A&M einen zusätzlichen Kapitalbedarf von rund 400.000 Euro, um die
Versorgungslücke über die aktive Familienphase zu schließen.
Ruhestand bleibt strukturell unterfinanziert
Darüber hinaus zeigt die Analyse, dass auch der Ruhestand vielfach unterschätzt
wird. Selbst bei stabilen gesetzlichen Rentenleistungen verbleibt im
Modellhaushalt eine strukturelle Versorgungslücke von rund 580 Euro monatlich.
Für eine existenzsichernde Zusatzvorsorge ergibt sich daraus ein Kapitalbedarf
von etwa 210.000 Euro.
Im politischen Ausblick bewertet das Whitepaper insbesondere das geplante
"Altersvorsorgedepot" ab 2027 positiv. Nach Einschätzung von A&M könnte die
neue, kapitalmarktorientierte Form der privaten Altersvorsorge helfen,
bestehende Versorgungslücken im Alter deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig
betont die Analyse jedoch, dass Reformen der Altersvorsorge allein die zentralen
Risiken der Erwerbsphase, insbesondere Arbeitskraftverlust und Todesfall, nicht
lösen.
Pflege als unterschätzter Kostenfaktor
Besondere Aufmerksamkeit widmet die Untersuchung zudem dem Thema Pflege.
Pflegebedürftigkeit wirkt laut A&M doppelt belastend:
Einerseits entstehen erhebliche zusätzliche Kosten, andererseits können
gleichzeitig Einkommen wegfallen. In bestimmten Szenarien können so
Versorgungslücken von bis zu 4.000 Euro monatlich entstehen.
Die Analyse ordnet die Risiken klar nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung:
1. Verlust der Arbeitskraft
2. Todesfall
3. Altersvorsorge
4. Pflege
KI könnte Vorsorgeplanung verändern
Neben der Risikoanalyse untersucht A&M auch die Rolle neuer Technologien.
KI-gestützte Systeme könnten künftig helfen, Versorgungslücken transparenter zu
machen und Haushalte stärker zur Vorsorgeplanung zu aktivieren. Gleichzeitig
betont die Studie, dass digitale Lösungen professionelle Beratung nicht
ersetzen, sondern nur ergänzen sollen.
"Die Studie zeigt eindrücklich, wie groß die Vorsorgelücke in Deutschland
tatsächlich ist. Gleichzeitig bleibt Vorsorge für viele Menschen zu komplex, um
aktiv gehandhabt zu werden. Künstliche Intelligenz und insbesondere
GenAI/Agentic AI eröffnen hier eine neue Perspektive: Sie können individuelle
Versorgungslücken transparent machen, komplexe Zusammenhänge verständlich
aufbereiten und Menschen kontinuierlich bei Vorsorgeentscheidungen begleiten. KI
wird damit zu einem zentralen Hebel, um finanzielle Absicherung deutlich
zugänglicher und wirksamer zu gestalten." Kommentiert Prof. Dr. Ulrike
Vogelgesang (https://www.linkedin.com/in/ulrike-vogelgesang/) , Professor für
International Management an der FHDW Hannover.
Die vollständige Analyse finden Sie hier .
Über Alvarez & Marsal
Alvarez & Marsal (https://www.alvarezandmarsal.com/de/global-locations/germany)
zählt seit seiner Gründung im Jahr 1983 zu den weltweit führenden
Unternehmensberatungen. Das Unternehmen genießt insbesondere für seine Expertise
in den Bereichen Leadership, Strategie, Ergebnisverantwortung und Umsetzung
höchstes Renommee.
Das Leistungsspektrum von Alvarez & Marsal umfasst Unternehmensberatung,
Services zur Optimierung der Geschäftsentwicklung sowie Turnaround-Management -
stets mit praxisnahen, auf die individuellen Anforderungen jedes
Mandantenzugeschnittenen Lösungen. Gestützt auf ein globales Netzwerkerfahrener
Industrieexperten, hochkarätiger und erfahrenden Beraterinnen und Berater -
viele mit Board-Level Erfahrung -unterstützt Alvarez & Marsal Unternehmen,
Vorstände, Private-Equity-Gesellschaften, Anwaltskanzleien und staatliche
Institutionen dabei, Transformationsprozesse zu gestalten, Risiken zu reduzieren
und in jeder Wachstumsphase nachhaltigen Wert zu generieren.
Weitere Informationen erhalten Sie unter
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OTS: Alvarez & Marsal
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