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Essen (ots) - Auch wenn die Digitalisierung des Gesundheitswesens
voranschreitet: Bei der durchgehenden Vernetzung aller Akteurinnen und Akteure
gibt es weiterhin Nachholbedarf. Die halbstaatliche Digitalagentur gematik hat
daher ein "Konzept TI-Betriebsstabilität und Transformationsplan 2030"
formuliert. Die darin beschriebenen Pläne bergen Chancen und Risiken zugleich -
BITMARCK hat ein Positionspapier mit sieben Punkten veröffentlicht, um diese
Ideen einzuordnen.
Die im gematik-Konzept aufgeführten Ziele - höhere Wirtschaftlichkeit und
Schnelligkeit, weniger Komplexität, höhere Betriebsstabilität der
Telematikinfrastruktur (TI) - werden von BITMARCK grundsätzlich begrüßt. An
einigen Punkten gibt es jedoch noch Klärungs- und Diskussionsbedarf. Dies
betrifft vor allem einen möglichen Wechsel von einem dezentralen Marktmodell hin
zu einer zentralen TI-Plattform. Neben inhaltlichen Aspekten ist der richtige
Zeitpunkt einer möglichen Umsetzung noch fraglich.
Andreas Strausfeld, Vorsitzender der BITMARCK-Geschäftsführung: "Die Ziele der
gematik gehen in die richtige Richtung - aber wenn wir den zweiten Schritt vor
dem ersten machen, kommen wir ins Stolpern. Das Bundesgesundheitsministerium hat
sich mit der geplanten Digitalgesetzgebung viel vorgenommen. Insbesondere das
Primärversorgungssystem bietet die Chance, Versorgung nachhaltig zu verbessern
und Digitalisierung ist hierbei ein Schlüsselelement für höhere Effizienz und
Einsparungen. Daher ist es wichtig, sinnvoll zu priorisieren: Erst wenn die im
GeDIG festgeschriebenen Maßnahmen so umgesetzt sind, dass sie echte Mehrwerte
für die Versicherten bieten, sollten wir die im Konzept der gematik skizzierte
Konsolidierung der Telematikinfrastruktur in Betracht ziehen."
Die einzelnen Punkte des BITMARCK-Positionspapiers in Kürze:
1. Frontend-Hoheit bleibt auf Kassenseite: Krankenkassen stehen im unmittelbaren
Kontakt zu ihren Versicherten und bieten zahlreiche digitale Features an.
Daher muss die Hoheit über das Versicherten-Frontend weiterhin auf Seiten der
Krankenkassen und deren Dienstleistern liegen.
2. Die gematik darf nicht zum Marktteilnehmer werden: Ein möglicher Wechsel vom
dezentralen Marktmodell zu einer zentralen TI-Plattform scheint
nachvollziehbar. Hier muss jedoch eine klare Grenze gezogen werden:
Befugnisse darüber hinaus sind auszuschließen.
3. Legitimation von Datenverarbeitung: Bei der zentralen Entwicklung und
Bereitstellung der ePA gilt es eine Architektur zu wählen, die hinsichtlich
kassenindividueller Angebote eine Datenverarbeitung im ePA-Backend
ermöglicht. Bei der Ausgestaltung sind die relevanten Frontend-Anbieter zu
involvieren.
4. Krankenkassen und deren IT-Dienstleister sind bei Analysen einzubinden: Das
gematik-Papier unterstellt Instabilitäten der TI und sieht die Ursachen in
deren Anwendungen, Diensten und Komponenten. Nötig ist hier eine objektive
Analyse unter Einbindung der Krankenkassen und deren Dienstleistern.
5. Risikoanalyse zwingend notwendig: Projekte der Größenordnung, wie die gematik
sie in ihrem Papier darstellt, bergen immer technische und finanzielle
Risiken. Daher braucht es eine Risikoanalyse für das gesamte Vorhaben.
6. Transparenter Finanzierungsbedarf: Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen
Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung müssen die Kosten auf
Seiten der Kostenträger klar dargestellt werden.
7. Verbindlich festzulegende Transitionsphase vonnöten: Für die Transitionsphase
bedarf es einer detaillierten Beschreibung unter Einbeziehung der relevanten
Stakeholder. Erforderlich ist dabei ein Zusammenarbeitsmodell.
Das gesamte Positionspapier finden Sie hier:
https://www.bitmarck.de/unternehmen/positionspapiere
Pressekontakt:
Andreas Pschera
Lead Expert Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 201/1766-2630
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OTS: BITMARCK Holding GmbH
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