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Berlin/Segovia (ots) - Die Aufnahmen sind erschütternd. Über 200 Hirsche wurden
in einem spanischen Naturschutzgebiet gefangen und in einem Schlachthof getötet.
Zu sehen sind Hirsche, die kopfüber an ihren Beinen aufgehängt werden und noch
ihren Kopf bewegen, während ihnen die Kehle aufgeschnitten wird und das Blut
heraus strömt. Die Tierschutzorganisation Animal Equality hat Anzeige gegen den
Schlachtbetrieb wegen massiver Verstöße gegen das europäische Tierschutzrecht
erstattet. Die Behörden haben Korrekturmaßnahmen angeordnet und ein
Sanktionsverfahren eingeleitet.
Das Material aus 2025 wurde der international tätigen Tierschutzorganisation
Animal Equality zugespielt. Die Aufnahmen stammen aus dem Schlachtbetrieb
"Vicente de Lucas" in Segovia und zeigen die Tötung von über 200 Hirschen, die
aus dem Monte de El Pardo stammen - einem über 15.000 Hektar großen
Naturschutzgebiet nordwestlich von Madrid, in dem die Jagd verboten ist. Die
Tiere wurden lebend gefangen. Ihnen wurden die Geweihe verstümmelt. Dann wurden
sie zum Schlachtbetrieb transportiert. Mehr als fünf Hirsche waren bereits vor
Beginn der Tötung in den Anlagen gestorben - vermutlich aufgrund von Stress und
Angst durch die Gefangenschaft.
Schwere Tierschutzverstöße aufgedeckt
Animal Equality identifizierte acht schwere Verstöße gegen die EU-Verordnung zum
Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung. Die Hirsche wurden in Gruppen
gewaltvoll in die Betäubungsbox getrieben und dort nicht einzeln fixiert.
Während die Tiere in Panik umherspringen, werden unkontrollierte Schüsse zur
Betäubung abgegeben. Sie müssen miterleben, wie ihre Artgenossen zusammenbrechen
- teils schwer verletzt, aber nicht ausreichend betäubt. Die Hirsche werden an
einem Bein kopfüber aufgehängt und die Kehle aufgeschnitten, obwohl einige Tiere
noch deutliche Anzeichen von Bewusstsein zeigen, ihre Schwänze und Beine bewegen
oder den Kopf heben, während sie ausbluten.
"Erstmals haben wir Aufnahmen von der Tötung von Hirschen in einem
Schlachtbetrieb veröffentlicht, und uns sind keine anderen vergleichbaren
Dokumentationen bekannt. Aber trotz ihrer Besonderheit haben diese Bilder eines
mit all unseren bisherigen Recherchen gemeinsam: das Leid der Tiere. Der
gewaltvolle Tod im Schlachthof ist die grausame Realität von Millionen Tieren -
Tag für Tag. Das Leid dieser Hirsche ist kein Einzelfall, sondern Alltag in
einem System, das Leid industrialisiert hat."
- Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland
Geldstrafen bis zu 100.000 Euro
Nach spanischem Recht (Gesetz 32/2007 vom 7. November) gilt das Versäumnis,
Tiere vor der Tötung ordnungsgemäß zu betäuben, als sehr schwerer Verstoß und
kann mit Geldstrafen zwischen 6.000 und 100.000 Euro geahndet werden. Die
Regionalregierung von Kastilien und León hat nach der Beschwerde von Animal
Equality reagiert: Sie hat Transportdokumente überprüft, die Beschwerde an die
offiziellen veterinärmedizinischen Dienste weitergeleitet, zusätzliche
Inspektionen durchgeführt, Korrekturmaßnahmen bei der Handhabung der Tiere im
Schlachtbetrieb umgesetzt und Schritte zur Einleitung eines Sanktionsverfahrens
unternommen.
Wir stehen Ihnen jederzeit für weitere Informationen und Gespräche zur
Verfügung. Wenden Sie sich gerne an unseren Pressekontakt Till Hartmann via
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Über Animal Equality
Animal Equality wurde 2006 von Sharon Núñez, Javier Moreno und Jose Valle in
Spanien gegründet und ist heute eine der weltweit effektivsten
Tierschutzorganisationen. Gemeinsam mit Gesellschaft, Politik und Unternehmen
arbeiten wir in acht Ländern auf vier Kontinenten für eine Welt, in der alle
Tiere respektiert und vor Ausbeutung geschützt werden. Zudem unterstützt Animal
Equality mit der Plattform Love Veg (https://loveveg.de/) zahlreiche Menschen
bei ihrer Ernährungsumstellung und bietet unter anderem kostenfreie pflanzliche
Kochbücher an. Animal Equality setzt sich durch Aufklärungsarbeit,
Unternehmenskampagnen und die Veröffentlichung von Undercover-Recherchen dafür
ein, die Grausamkeit gegenüber landwirtschaftlich genutzten Tieren zu beenden.
Ebenso strebt Animal Equality Fortschritte für Tiere auf rechtlicher Ebene an.
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